Kategorie: Wissen

Für Schleckmäuler: Süssen, aber gesund

Text & Foto: Petra Müller, Initiantin FOOD MOVEMENT und Betreiberin des Blogs Freakfood

Dieser Beitrag erschien erstmals im Mai 2018 auf dem Vituro-Blog der EGK Gesundheitskasse

Süssen, aber gesund

Sie überkommt uns wohl fast alle manchmal: Die Lust auf etwas Süsses.

Süsses gibt Energie, Süsses tröstet, Süsses macht uns glücklich. Das kommt wohl nicht von ungefähr, denn alle, die das Glück hatten, von ihrer Mutter gestillt zu werden, haben mit der süsslichen Muttermilch auch all diese angenehmen Gefühle erlebt. Das ist zumindest mein persönlicher Erklärungsversuch.

Vor meiner Diagnose «rheumatoide Arthritis» vor 7 Jahren war es für mich ganz normal, regelmässig Süssigkeiten wie Milchschokolade, Guetzli, Schokoladenjoghurt oder Aprikosenwähe zu essen. Als ich mich dann mit entzündungshemmender Ernährung auseinandersetzte, fiel normaler, raffinierter Zucker und all seine vermeintlich gesünderen Alternativen (brauner Zucker, Agavensirup, Reissirup etc.) von meinem Speiseplan. Zucker fördert Entzündungen, darüber sind sich inzwischen alle ernstzunehmenden Experten und Ärztinnen einig, denn zahlreiche Studien belegen dies.

Auch wer nicht an einer chronischen Krankheit leidet, tut gut daran, seinen/ihren Zuckerkonsum zu reduzieren. Das heisst aber nicht, dass wir gar nichts Süsses mehr essen können. Es kommt wie immer auf die Menge an, sehr viel mehr jedoch auch auf die Zuckerart.

Von künstlichem Zucker sollte man übrigens am besten gänzlich die Finger lassen, denn unser Körper kann schlecht mit künstlichem Süssstoffen umgehen. Der ganze Light-Hype ist nicht harmlos, weil künstlicher Zucker zwar keine Kalorien hat, aber zahlreiche Abläufe in unserem Organismus durcheinanderbringt. Studien kommen zum Ergebnis, dass künstliche Süssstoffe auf lange Zeit zu einer Gewichtszunahme führen könnten und das Risiko für Adipositas, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen steigen könnte. Denn Zuckerersatzstoffe stehen unter Verdacht, den Stoffwechsel, die Zusammensetzung der Darmbakterien und den Appetit zu beeinflussen.

Wer es also süss mag, aber seine Gesundheit nicht schädigen möchte, hat dennoch Alternativen. Allerdings möchte ich grad zu Beginn festhalten: Gekaufte Süssigkeiten sind selten diejenigen, die ich empfehlen würde. Mit wenigen Ausnahmen enthalten gekaufte Guetzli, Schokoladen (empfehlenswert ist ein Kakaoanteil von mind. 80 %), Kuchen und Glacé zu viel Zucker. Egal ob traditionell, bio oder vegan.

Ok, ich nenne sie nun endlich, die süssen Produkte, die ich empfehlen kann:

Datteln, Dattelsirup + Dattelsüsse (getrocknete und zu einem Mehl gemahlene Datteln)
Datteln eignen sich zum Backen, für Crèmes, rohe Brownies, «Bliss Balls» oder mein «Löffel-Dessert». Datteln haben einen verhältnismässig niedrigen glykämischen Index, das heisst, dass sie den Blutzuckerspiegel nicht so schnell hochschnellen lassen wie üblicher Zucker – das ist gut. Ausserdem enthalten Datteln im Gegensatz zu normalem Zucker zahlreiche Mineralstoffe, Kalium und Ballaststoffe. Selbstverständlich sollte man Datteln aber auch nicht kiloweise essen.

Birkenzucker
Auch Xylit genannt. Birkenzucker ist ein natürliches Süssungsmittel, das den Blutzuckerspiegel ebenfalls nur langsam ansteigen lässt. Studien belegen, dass der alternative Zucker die Anzahl der zahnfeindlichen Bakterien im Speichel und die schädliche Säurebildung in der Plaque reduziert.

Birkenzucker eignet sich zwar zum Backen, aber nicht mit Hefe – er bietet den Hefebakterien zu wenig Nahrung. Zudem löst sich Birkenzucker nur in warmen Flüssigkeiten richtig auf. In rohköstlichen «Back»waren ist ein deutlicher «Crunch» bemerkbar, den ich jedoch als attraktiv empfinde. Mit Birkenzucker können Sie zum Beispiel ein köstliches Soft Ice zubereiten.

Birkenzucker kann bei zu grossen Mengen jedoch abführend wirken – grosse Mengen sind aber sowieso zu vermeiden. Zudem: HundebesitzerInnen sollten ihren Vierbeinern keine Süssigkeiten mit Birkenzucker geben, da er für Tiere schädlich ist.

Vanille
Erst nach meiner Ernährungsumstellung wurde mir bewusst, dass ich Vanille auch als eine Art Süssungsmittel einsetzen kann, denn Vanille erinnert meine Geschmacksknospen automatisch an Süssigkeiten. Man kann Vanille also gut mal in Kaffee, Tee oder Smoothies ausprobieren. Aber es kommt noch besser: Vanille wirkt entzündungshemmend. Vielleicht sind Sie mutig und süssen Ihren Kurkuma-Ingwer-Tee das nächste Mal mit einer Prise Vanille? Das schmeckt vorzüglich!

Auf unserem Radar #7: Vortrag von Prof. Dr. Frank Madeo

Text: Petra Müller, Initiantin FOOD MOVEMENT

Kürzlich wurde ich dank Bas Kast auf einen Herrn Madeo aufmerksam, der mit dem schlichten Namen Madeo/ Ernährung und Gesundheit auf Facebook präsent ist. Da mir Herrn Madeos Beiträge auf Facebook gefallen, habe ich ihn gegoogelt und festgestellt, dass es sich um einen Prof. Dr. Frank Madeo vom Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Universität Graz handelt.

Bei der Suche bin ich auf ein Youtube-Video gestossen, das qualitativ zwar etwas zu wünschen übrig lässt, inhaltlich ist dieser Vortrag jedoch höchst interessant.

Dr. Madeo spricht in seinem Vortrag darüber, wie man gesund alt werden kann, aber auch über Diät-Mythen, seine Meinung zum Milchkonsum sowie über Pausen zwischen den Mahlzeiten. „Nichts ist mithin falscher, als die in Zeitschriften postulierte Ernährungsform, jedes Hüngerchen mit 20 kleinen Portiönchen pro Tag zu bekämpfen. Im Gegenteil. Begrüssen Sie Ihren Hunger wie einen Freund.“ Zudem können sich Menschen freuen, die meinen, die hätten einen dicken Po – Herr Madeo kann auch zu den Stellen, WO man Fett ansetzt, einiges berichten.

Höchst informationsreiche und spannende 52 Minuten, die sich lohnen.

Wir wünschen viele möglichst neue Erkenntnisse!

NEUES BUCH: The Archetype Diet

Text & Foto: Petra Müller, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT

Ich verschlinge gerade dieses Buch.
Auf den ersten Blick könnte man meinen: Jaja, ein weiteres Diätbuch. Zumindest ich dachte das zuerst.

Aber:
Das ist ein kluges Buch. Es richtet sich im übrigen spezifisch an Frauen. Mittels eines Fragebogens ermittelt frau zuerst, was für ein Typ man ist (The Nurterer, The Wonder Woman, The Femme Fatale oder The Ethereal). Für alle, die es sofort wissen möchten: Hier kann man den Fragebogen online ausfüllen.

Als ich meinen Typ erfuhr, dachte ich, ich sehe nicht richtig. Da wurde ich mit meinen Besonderheiten und liebgewonnen Gewohnheiten nicht nur bezüglich Ernährung und Bewegung, sondern auch bezüglich meines bevorzugten sozialen Verhaltens besser beschrieben als in einem Horoskop! Offenbar bin ich gar nicht komisch, sondern einfach ein bestimmter Typ! Das erleichterte mich schon mal sehr.

Das Buch geht aber weit über eine übliche Diät hinaus. Die spezifischen Ernährungsempfehlungen pro Typ sind kurz. Dana James gibt für jeden der 4 Archetypen zwar Ernährungsempfehlungen, geht aber sehr viel tiefer und lässt uns über unser Verhältnis und Verhalten über Essen nachdenken. Man erfährt nicht nur, welche Art von Nahrung für jeden Typ empfehlenswert ist, Dana James gibt auch Ideen, welche Art von Bewegung und Entspannung sich für jeden der 4 Typen eignet. Wir sind nun mal alle verschieden, und diese Empfehlungen sind durchaus inspirierend und regen zum Nachdenken an. In meinem Fall fand ich insbesondere interessant, dass ich nach vielen Jahren ausprobieren und auf meinen Körper achten sehr nahe an den Empfehlungen von Dana James gelandet bin.

Zudem beschreibt die Functional Medicine Ärztin, was man derzeit weiss über die Wichtigkeit von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten. Und wie wir herausfinden können, wie der Umgang mit Essen in unserer Kindheit noch heute vie mit unserem Essverhalten zu tun hat.

Besonders gefällt mir das Kapitel über Gemüse und Früchte, aufgeteilt nach Farben. Wir erfahren, welche Nährstoffe die Pflanzen enthalten, wofür sie wichtig sind – und das nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf geistiger Ebene. Gelb steht für stressreduzierend, Resilienz und Selbstvertrauen, rote Gemüse und Früchte sind gut für starke Knochen und helfen der Haut, sie vor der Sonne zu schützen. Orange steht für Stabilität und Schutz und stärkt das Immunsystem, Gelb kann dank den Nährstoffen Lutein und Zeaxanthin bei emotionalem Stress helfen.

Für jeden Typ gibt es einen 2-Wochen-Menüplan inklusive Rezepte.

Selbststverständlich gilt es – wie in meinem Fall – zu berücksichtigen, welche Ausnahmen  aufgrund einer spezifischen Erkrankung zusätzlich wichtig sind und sich allenfalls bereits bewährt haben. Aber auch das sieht Dana James sehr differenziert und weist auf diesen Punkt hin.

Bei The Archetype Diet handelt sich vielmehr um ein psychologisches als um ein dumpfes Diätbuch zum Abnehmen. Sehr inspirierend!

(das Buch ist soeben auf Englisch erschienen, wird aber hoffentlich auch ins Deutsche übersetzt werden)

Eine chronische Krankheit ist wie ein Teilzeitjob

Text: Petra Müller, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT
Foto: Katharina Lütscher, Zürich

Es freut mich sehr, dass unsere Partnerin, die EGK Gesundheitskasse, in ihrem Hausmagazin Vivere ein Portrait über mich und meine Kranken- bzw. Gesundungsgeschichte veröffentlicht hat. An einem kalten Tag anfangs Februar habe ich mich mit Tina Widmer getroffen, die mich interviewt hat. Ich bin sehr glücklich über die Geschichte, die sie über mich geschrieben hat.

Hier könnt ihr sie lesen.

Ganz herzlichen Dank, liebe Tina!

Neue ideelle Unterstützung durch Dr. med. Tamborrini-Schuetz

Text: Petra Müller, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT

Wir freuen uns sehr über die neue, wertvolle ideelle Unterstützung durch den Rheumatologen Dr. med. Giorgio Tamborrini-Schuetz. Wir haben bereits vor einiger Zeit ein Interview mit Dr. Tamborrini gezeigt. Er ist wie wir davon überzeugt, dass Erkrankungen durch eine kluge Ernährung gelindert werden können.

Dr. Tamborrini ist Rheumatologe und Experte für Ultraschall sowie Dozent an der Medizinischen Fakultät des Universitätsspitals Zürich und Mitglied verschiedener Kommissionen und Verbände.

Wir haben das Glück, Dr. Tamborrini persönlich zu kennen. Wir schätzen ihn nicht nur als Fachperson, sondern auch als Menschen.

Herzlich willkommen, lieber Herr Tamborrini!

Auf unserem Radar #6: Eine App und zwei Artikel zu „gesunder“ Ernährung

Text: Petra Müller, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT


Eine meiner liebsten Quellen für Ernährungsthemen ist die Website nutritionfacts.org des amerikanischen Arztes Dr. Michael Greger. Dr. Greger ist ein leidenschaftlicher Arzt und Forscher, der unermüdlich und kostenfrei allen möglichen Fragen einer gesunden Ernährung auf den Grund geht. Alle Beiträge sind belegt durch zahlreiche Studien, was ihn für mich auch so glaubwürdig macht.

Parallel zu seinem Buch mit dem augenzwinkernden Titel How Not To Die hat Dr. Greger kürzlich eine App lanciert. Sie ist für Android und Apple erhältlich. Dank dieser App wird man täglich an die sogenannten „Daily Dozen“ erinnert, also an die 12 Empfehlungen, die Dr. Greger selbst täglich konsumiert oder ausführt – denn eine Portion Bewegung ist hier mit eingeschlossen.

Aus purer Neugier habe ich die App heruntergeladen, obwohl ich das Gefühl habe, dass ich mich inzwischen ziemlich ausgewogen und gesund ernähre. Denn eigentlich wollte ich bloss wissen, wie die App funktioniert. Ich bin begeistert! Denn einfacher könnte die Benutzeroberfläche nicht sein. Auf einer Liste mit den 12 täglichen Empfehlungen kann ich ankreuzen, wovon ich wieviele Portionen konsumiert habe. Da man so etwas schnell vergisst, erhält man täglich um 20 Uhr eine akustische Erinnerung. Ich kreuze seither fast täglich brav an, ob ich meine täglich empfohlenen Portionen konsumiert habe: Bohnen, Beeren, Obst, Kreuzblütengewächse, Blattgemüse, sonstiges Gemüse, Leinsamen, Nüssen, Gewürze, Vollkorn sowie Getränke und Bewegung. Zu jeder Empfehlung kann man durch einen Antipper ein paar Details abrufen.

Was durch die Benutzung dieser App bei mir passiert ist: Ich denke schon von selbst daran, ob ich heute bereits Nüsse, Vollkorn oder Früchte gegessen habe. Es geht mir auch nicht darum, dass ich dies nun pingelig genau nehmen muss. Aber es zeichnet sich ein Gesamtbild ab, bei dem ich z. B. feststelle, dass ich am ehesten vergesse, genügend Nüsse und Früchte zu essen. Ein Dutzend Empfehlungen kann man sich gerade noch so merken; ansonsten wird man dank der App daran erinnert.

Mein Fazit:
Ich kann nicht nur das Buch How Not To Die sehr empfehlen (wir werden es zu einem späteren Zeitpunkt noch vorstellen), ich kann auch diese App sehr empfehlen für alle, die versuchen möchten, sich gesünder zu ernähren. Denn wenn man täglich die 11 empfohlenen Portionen dieser Lebensmittel isst, hat Ungesundes eigentlich fast keinen Platz mehr (zumindest nicht in meinem Bauch). Die App erscheint auf deinem Smartphone übrigens automatisch auf deutsch bzw. in der Sprache deines Landes.

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Was heisst heute gesunde Ernährung?
Hierzu gibt es soviele Meinungen wie Menschen, Experten, Ärzte und Ernährungsberaterinnen.
Und dennoch gibt es einige Überschneidungen, wo sich auch Expertinnen und Experten verschiedener Ernährungsphilosophien ziemlich einig sind.

Die Amerikaner Mark Bittman und Dr. David L. Katz haben in einem (wohl fingierten) Interview kluge Antworten dazu abgegeben, was man 2018 als gesunde Ernährung bezeichnen könnte. Ein erster Artikel (übrigens in englisch) befasst sich ausführlich mit den brennendsten Fragen, und vor zwei Tagen ist ein Follow Up erschienen, wo die beiden nochmals detaillierter auf ein paar Fragen eingehen. Ich kenne diese Fragen selbst gut, denn sie werden mir oft im Anschluss an meine Vorträge gestellt:

– Wie steht es konkret mit Fleisch?
– Wieviel Käse ist ok, und wenn ja, welcher?
– Ist Reis ok? (oder muss ich jetzt immer Bohnen essen?)
– Ist Frühstücken wirklich so wichtig?
– Chia? Was ist der Hype um Chiasamen?
– Und offenbar immer wichtig: Wie steht es mit KAFFEE???

Einladung zur Mitgliederversammlung 2018

Mitgliederversammlung Verein FOOD MOVEMENT

Dienstag, 8. Mai 2018
18.00 – 20.00 Uhr

im NHK Institut für integrative Naturheilkunde
2. Stock, Raum Arnika

Militärstrasse 90, 8004 Zürich

schönerweise in Anwesenheit des gesamten FOOD MOVEMENT-Vorstands:
Beatrice Savoldi, Dr. med. Django Russo und Petra Müller

Traktanden
‒ Begrüssung
‒ Jahresrückblick durch Petra Müller
‒ Verabschiedung Jahresrechnung 2017 + Budget 2018
‒ Kurze Vorstellung des NHK durch Sybille Binder, Ernährungsberaterin + Geschäftsführerin NHK
‒ Einführung in die Welt der essbaren Algen durch Madlen Witzig, Ernährungsberaterin 5-Elemente sowie TCM, Inhaberin von simply seagreens
‒ Apéro mit Algen + Gedankenaustausch

Wir halten den formellen Teil wie immer kurz und freuen uns auf die Inputs von Madlen und Sybille sowie natürlich auf den anschliessenden Gedanken-, Ideen- und Erfahrungsaustausch!

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Wer spontan Mitglied bzw. Komplizin/Komplize von FOOD MOVEMENT werden möchte, kann sich hier anmelden.

Somatische Intelligenz: Der beste Ernährungsberater bist du selbst

Text: Graziella Anouchka Bättig, Speiseplan
Foto: Marco Sieber [Fotografie]

Der beste Ernährungsberater bist du selbst
An diesem Wintereinbuchsonntag habe ich mich wieder mal hinter die neuesten Dokumentation von Arte, 3Sat und Co. zum Thema Ernährung & Gesundheit gesetzt. Viel Altbekanntes, einige neue Bestätigungen und einen Input, den ich schon lange mal auf Pixel bringen wollte. Ich bin der festen Überzeugung, dass es nur eine Expertin gibt, die Dir sagen kann, was du essen sollst und was nicht: Du selbst.

Braucht es also gar keine Ernährungsberater? Mehr denn je. Denn die somatische Intelligenz – also das eigene Körpergefühl – haben wir weitgehend verloren bzw. wird es durch industriell verarbeitete Lebensmittel seit unserer Geburt getäuscht. Wenn man es genau nimmt, konnte unsere Generation die somatische Intelligenz gar nicht wirklich entwickeln. Ausser wir sind bei Hippie- oder Körnlipickereltern aufgewachsen. Der Weg zurück zu unserem Urkörpergefühl ist ein sehr langer, intensiver und vielschichtiger.

Bei mir besteht er aus jahrelangem Yoga, Achtsamkeitsübungen und einer ausgeprägten Beobachtungsgabe. Und doch habe ich nach über 10 Jahren auf diesem Weg meinen Körper noch nicht vollständig erreicht. Irgendwie beängstigend, wenn man das so formuliert. Daran, dass praktizieren, beobachten und achtsam sein nicht reicht – daran ist unsere Lebensmittelindustrie schuld. Und nein, hier geht es nicht um Verschwörung, Antikapitalismus und Schuldabschiebung. Ich bin ein Mensch, der Verantwortung übernimmt. Vor allem für mich selbst. Ich will anhand eines Beispieles versuchen zu erklären, warum die Lebensmittelindustrie es fast verunmöglicht, dass wir an die Wurzel unserer somatischen Intelligenz kommen und so ihr immenses Potential voll ausschöpfen können.

Beispiel: Glutamat
Aromat hat in einer gesunden Ernährung nichts verloren. Das ist inzwischen weitgehend bekannt. Doch wie sieht es mit Hefeextrakt aus? Geh doch mal zu deinem Vorratsschrank und schau dir deine Produkte an – ja, auch die Bio. Gefunden? Die Chance ist sehr gross. Das ist allerdings kein Grund zur Panik. Hefeextrakt ist tatsächlich oft natürlich hergestellt. Der bedeutendste Bestandteil ist allerdings die Glutaminsäure. Es hat eine stark geschmacksverstärkende Wirkung. Soweit so gut. Geschmacksverstärkung kann man auch natürlich haben. Ist übrigens der fünfte Geschmack: Umami (es würde den Rahmen jetzt sprengen, darauf auch noch näher einzugehen.)

Was hat die Verstärkung eines Geschmackes für eine Auswirkung auf unsere somatische Intelligenz?

Es verwirrt sie. Glutaminsäure an sich hat nichts Falsches. Sie kommt in natürlichen Lebensmitteln vor. Sie ist für unseren Körper nicht essentiell, schadet ihm grundsätzlich auch nicht. Die Verwirrung, wenn Glutaminsäuren Lebensmitteln zugesetzt wird, hat auf Dauer allerdings weitreichende Folgen. Die somatische Intelligenz bezeichnet die körpereigene Intelligenz zu wissen, wann man was braucht und was einem nicht gut tut.

Viellicht kennt Ihr die unbändige Lust auf irgendein Lebensmittel? Ich habe das zum Beispiel im Moment mit getrockneten Tomaten. Ich könnte darin baden und werde nervös, wenn sie an einem Samstagabend ausgehen. Einen Blick in mein schlaues Buch hat geklärt warum. Mein Vitamin A-Level ist zu tief. Das zeigt sich natürlich noch an anderen Symptomen und ist nicht im gefährlichen Bereich.

Mein Darm meldet also meinem Hirn „Wir brauchen Vitamin A.“ Mein Hirn sucht mein ganz individuell angelegtes Lexikon nach Lebensmitteln ab, die es kategorisiert hat mit einem hohen Vitamin A Gehalt. Und schon renne ich zum Biohändler des Vertrauens und besorge mit getrocknete Tomaten.

Ein weiteres Bespiel, welches den meisten betroffenen Frauen – und wohl auch den zuliefernden Männern – bekannt sein dürfte, ist die unbändige Lust auf Schokolade oder nach rotem Fleisch vor oder während der Menstruation. Nimmt das ein unvernünftiges Ausmass an, empfehle ich eine Prüfung des Eisengehaltes.

Wenn wir nah bei uns selbst sind, spüren wir, was unser Körper braucht. Je natürlicher die Gelüste, desto höher unsere Körperintelligenz. Man weiss heute noch nicht, wie oder mit welchem Organ unser Körper das ganz persönliche Nachschlagewerk anlegt. Es scheint mir allerdings logisch, dass die Geschmacksrichtungen und die Tastzellen auf der Zunge hier mitspielen. Und genau diese verwirren wir, wenn zum Beispiel Tofu mit Hefeextrakt angereichert ist und wird uns zum Verhängnis, bei Mangel an irgendetwas in unserem Organismus.

Ein abstrakter und stark vereinfachter Erklärungsversuch
Parmesan enthält viel natürliche Glutaminsäure, ist aber auch von Natur aus reich an Folsäure. Es ist also möglich, dass der Körper speichert: Glutaminsäure = folsäurehaltig. Wenn nun aber dieser Mensch wöchentlich Tofu isst, der mit Hefeextrakt angereichert ist und nur selten Parmesan, dann kann es sein, dass sein Körper bei einem Folsäureabfall* gelüste nach Tofu meldet – obwohl dieser gar keine Folsäure enthält. Natürlich sind diese Täuschungen schlimmer, je mehr hochverarbeitete Lebensmittel ein Mensch zu sich nimmt. Und man weiss heute noch nicht was es braucht, wie lange es dauert oder nach welchem Impuls unser Körper bereits gespeicherte Erfahrungen neu überschreibt.

Hochverarbeitete Lebensmittel sind oft auch mit künstlichen Vitaminen angereichert oder sie enthalten weitere, schädliche Zusatzstoffe. Damit unser Körper wieder seine ganz persönliche Intelligenz entwickeln kann, braucht es mehrere langjährige Komponenten.

1. Ein ausgeprägtes Körpergefühl
Yoga, Meditation oder autogenes Training sind einige Möglichkeiten

2. Entwöhnung
Der Körper muss erst wieder lernen, wie unverarbeitete Lebensmittel – frei von Geschmacksverstärkern, Zusatzstoffen und künstlichem Zucker -schmecken. Dazu ist Basenfasten ein gutes Werkzeug. Wobei einmal in den allermeisten Fällen nicht ausreicht.

3. Mundgesundheit
Der Mund, so unappetitlich das klingt, ist der Beginn des Darms und die Heimat von Tastzellen. Handelsübliche Zahncremes beinhalten oft sehr „scharfe“ Geschmacksstoffe, welche unsere Schleimhaut im negativen Sinn abhärten.

4. Anlegen eines persönlichen Lexikons
Der Konsum von naturbelassenen Lebensmitteln sollte die Regel sein. Keine Zusatzstoffe wie zum Beispiel Schwefel in getrockneten Früchten oder Lebensmittel, die mit künstlichem Zucker angereichert sind.

Das ist ein langer, steiniger Weg mit vielen Fallen und Rückschlägen. Hat man die somatische Intelligenz jedoch erstmal geschärft, erkennt man schnell selbst das unglaubliche Potential das in ihr steckt.

Weiterführende Informationen:

Doku von 3Sat „Gift aus dem Supermarkt“
Lesenswertes Buch von Thomas Frankenbach
Videobeitrag von Thomas Frankenbach

* in der Schweiz werden Lebensmittel aus gutem Grund mit Folsäure angereichert. https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/suche.html#Fols%C3%A4ure

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Graziella hat bereits einen interessanten Erfahrungsbericht für uns geschrieben – sie lebt mir der Diagnose Multiple Sklerose.

Wir erklären: Polyphenole

Text & Foto: Petra Müller, Initiantin von FOOD MOVEMENT

Wer sich ein wenig mit gesunder Ernährung auseinanderzusetzen beginnt, stösst schon bald auf neue Begriffe. Dank diesen begreift man, dass unser Essen uns nicht nur satt macht und Energie liefert, sondern dass es auch Information ist für unseren Körper. Auf Lebensmittelverpackungen findet man inzwischen überall Nährstoffangaben. Aber wie sieht es bei Gemüse, Kräutern und Früchten aus, die du auf dem Markt kaufst?

Man liest ja allerorten, dass es sinnvoll ist, möglichst bunt gemischte Gemüse, Kräuter und Früchte zu essen. In der Instagramsprache heisst das #eattherainbow. Das hat natürlich etwas mit dem schönen Anblick von farbigem Essen zu tun. Mehr noch hingegen zu tun hat es mit den Nährstoffen, die wir unserem Organismus dank einer abwechslungsreichen, mehrheitlich pflanzlichen Kost schenken.

Polyphenole sind sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Sie grenzen sich von primären Pflanzenstoffen dadurch ab, dass sie für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind.

Sekundäre Pflanzenstoffe haben verschiedene wichtige Aufgaben für ihre Pflanze zu erfüllen. Sie wehren Schädlinge und Krankheiten ab, regulieren das Wachstum und bestimmen die Farbe(n) der Pflanze. Sie sorgen dafür, dass die Pflanze nicht nur überlebt, sondern auch, dass sie sich weitervermehren kann. Attraktive Farben locken Insekten an, die für die Bestäubung sorgen, oder aber die Pflanze will, dass ihre Früchte gefressen werden, damit sie verdaut woanders wieder ausgeschieden werden.

Viele sekundäre Pflanzenstoffe bekommen uns Menschen nicht gut und können gar giftig sein. Andere wiederum haben erwiesenermassen gesundheitsfördernde Eigenschaften für uns. Auch geschmacklich spielen viele Polyphenole eine Rolle. Sie lassen beispielsweise Rettich scharf und Senfkörner senfig schmecken.

Wir alle sind wohl schon kompliziert klingenden Namen von sekundären Pflanzenstoffen begegnet: Carotinoide (machen Karotten und Aprikosen orange und Tomaten rot), Glukosinolate (verleihen Kreuzblütlern wie Meerrettich und Kohl den typisch kohligen bzw. scharf-stechenden Geschmack), Saponine (kann man sich gut merken, weil sie schaumbildend sind, das sieht man beim Kochen von Linsen oder Quinoa), oder eben die Polyphenole, die als Farb-, Geschmack-, Bitter- und Gerbstoffe vorkommen.

Polyphenole werden unterteilt in Flavonoide, Phenolsäuren und Phytoöstrogene.

Gelbe Gemüse und Früchte sind gelb, weil Flavonole und Flavone sie gelb färben. Rote, blaue und violette Gemüse und Früchte sind so schön, weil sogenannte Anthocyane sie so färben. Phenolsäure kommt beispielsweise im Kaffee als Kaffeesäure vor.

Was für uns Menschen jedoch wichtig ist: Polyphenole können wir für unsere Gesundheit nutzen. Viele dieser Pflanzenstoffe wirken antioxidativ, antikanzerogen, antientzündlich und immunmodulierend. Zudem haben sie einen schützenden Effekt bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wenn wir heutzutage von «gesunder Ernährung» sprechen, dann steht der Verzicht auf Zucker, Reduzierung von Weizen und Fleisch sowie die Beachtung von bester Qualität bei Milchprodukten an vorderster Stelle. Darin sind sich führende Ärzte und Ernährungsberaterinnen einig.

Uns allen fällt weglassen jedoch nicht so einfach. Wollen wir uns deshalb lieber ein paar Lebensmitteln widmen, die – eben, jetzt wisst ihr, wovon ich spreche – möglichst viele Polyphenole enthalten. Wegen der oben genannten positiven Eigenschaften für unsere Gesundheit.

Wissenschaftler haben in einer umfangreichen Datenbank den Gehalt von 500 verschiedenen Polyphenolen aus 400 verschiedenen Lebensmitteln erfasst und eine Rangliste bestimmt. So erfahren wir die 10 Lebensmittel mit dem höchsten Gehalt an Polyphenolen. (Das Verfahren wird so beschrieben, dass ich es knapp verstehe: «Total polyphenol content was calculated as the sum of the contents of all individual polyphenols. These content values were compared with the content of antioxidants estimated using the Folin assay method in the same foods. These values were also extracted from the same database. Amounts per serving were calculated using common serving sizes.»

Wer sind denn nun die Polyphenol-reichsten Lebensmittel, die du ab heute in deinen Speiseplan einbauen kannst? Les voilà:

1. Gewürznelken
2. Sternanis
3. Kakaopulver
4. Mexikanischer Oregano, getrocknet (hier geht bestimmt auch anderer Oregano…)
5. Selleriesamen (kannte ich gar nicht)
6. Aronia (Apfelbeere)
7. dunkle Schokolade
8. Leinsamen, gemahlen
9. Holunder
10. Kastanie (die grosse Überraschung für mich! Hildegard, was wusstest du nicht schon alles…)

Das heisst nun aber nicht, dass man NUR noch diese Lebensmittel essen soll. Aber ein paar Mal die Woche ab und zu und abwechselnd wäre wohl ideal.

Auf deine Gesundheit!

Quellen:
Burgerstein Handbuch Nährstoffe, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=identification+of+the+100+richest+dietary+sources+of+polyphenols, http://phenol-explorer.eu/

Epilepsie – gesünder durch viel Fett

Text: Julia Franke, Geschäftsführerin der Schweizerischen Epilepsie-Liga
Foto: iStockphoto

Fett ist zwar ein wichtiger Teil unserer Ernährung, aber vier Fünftel davon? Bei schweren Epilepsien kann das sinnvoll sein – doch nicht einfach auf eigene Faust.
Eine Mini-Quiche mit ein paar Röschen Broccoli und einem ordentlichen Klacks Sauce hollandaise, der Teig besteht aus zwei Esslöffeln eines speziellen fettreichen Pulvers, einem halben Ei, je einem Esslöffel Öl und Wasser sowie ein paar Körnchen Mehl. Richtig gesund tönt das nicht. „Bei der ketogenen Diät ist das Verhältnis von Fett zu allem anderen, das heisst Eiweiss und Kohlehydrate, 3 zu 1 oder sogar 4 zu 1“, sagt Dr. Judith Kröll, die an der Klinik Lengg in Zürich viel Erfahrung mit dieser Therapie gemacht hat. „Aufs Gramm genau“, fügt sie hinzu, „denn mindestens bei Kindern sollte der Eiweissanteil weder zu tief noch zu hoch sein“.

Wer tut sich oder seinem Kind das an? Bei Epilepsie gehört Fasten zu den ältesten Behandlungsmethoden. Heute gibt es Medikamente – doch bei einem Drittel aller Betroffenen helfen sie kaum.

Die ketogene Ernährung ahmt den Zustand des Fastens nach: In der Leber entstehen beim Abbau des vielen Fetts sogenannte Ketonkörper, denen die Diät ihren Namen verdankt. Diese liefern dem Gehirn Energie, wenn es nicht mit Zucker versorgt wird. Nebenprodukt ist ein süsslich-fauliger Mundgeruch. „Wir können riechen, wer seine Diät konsequent einhält“, erzählt Kröll.

Wirkung rätselhaft, doch erwiesen
Warum die Ketonkörper epileptische Anfälle verhindern, ist immer noch nicht restlos erforscht. Doch wissenschaftliche Studien beweisen, dass die Diät hilft: Rund zwei Drittel aller Betroffenen profitieren spürbar. „Gut zehn Prozent haben gar keine Anfälle mehr“, sagt Kröll, „etwa ein Drittel hat 90 Prozent weniger Anfälle“.

Judith Kröll ist Kinderärztin und hat sich auf Epilepsie spezialisiert. Die ketogene Diät ist auch für Erwachsene möglich – „sie müssen aber sehr motiviert und diszipliniert sein“, sagt Kröll. Meist weicht man in diesen Fällen auf die modifizierte Atkins-Diät aus, die „nur“ das Essen von Kohlehydraten begrenzt.

Auch bei Kindern ist das konsequente Durchhalten für beide Seiten nicht leicht. „Ausnahmen sind nicht erlaubt“, sagt Kröll. „Das fällt manchmal schwer, zum Beispiel wenn Kinder auf einen Geburtstag eingeladen sind.“ Trotzdem sind die meisten Eltern von schwer epilepsiebetroffenen Kindern dankbar für die Diät. „Endlich können sie selbst etwas machen, um ihrem Kind zu helfen.“

Aufwändige Vorbereitungen
Es ist keine Diät, bei der man einfach loslegt: Vor dem Beginn stehen etliche medizinische Untersuchungen. „Nicht jeder verträgt so viel Fett – man muss z. B. seltene Stoffwechselerkrankungen ausschliessen, bei denen die Leber das viele Fett nicht verarbeiten kann“, sagt Kröll. In der Einleitungsphase der Diät sollte regelmässig der Blutzucker kontrolliert werden, denn es kann zu einer Unterzuckerung kommen. Vitamine gibt es separat als Tabletten. Trotzdem muss etwa jeder zehnte die Diät aus medizinischen Gründen wieder abbrechen.

„Wir empfehlen für den Anfang einen stationären Aufenthalt“, sagt Kröll, „weil wir dann viel enger zusammenarbeiten und alles zeigen können.“ Zu den Nebenwirkungen gehören Erbrechen, aber auch ein verlangsamtes Wachstum bei Kindern. Spricht das Kind auf die Diät an, sollte man sie rund zwei Jahre durchhalten. „Im besten Fall hält der Effekt danach weiter an.“

Webcast mit Dr. Judith Kröll zum Thema:
https://portal.klewel.com/watch/webcast/neuigkeiten-zur-epilepsiebehandlung/talk/3

Informationsflyer „Ketogene Diäten“ der Epilepsie-Liga:
www.epi.ch/ketogen

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70‘000 – 80’000 Menschen leben in der Schweiz mit Epilepsie, 15‘000 – 20’000 davon sind Kinder.
Die Schweizerische Epilepsie-Liga ist eine gesamtschweizerisch tätige Fachorganisation und zugleich Schweizer Sektion der Internationalen Liga gegen Epilepsie (International League Against Epilepsy ILAE).

Die Epilepsie-Liga forscht, hilft und informiert. Ihr Ziel ist es, den Alltag von Epilepsie-Betroffenen und deren Situation in der Gesellschaft nachhaltig zu verbessern.
www.epi.ch

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Ganz herzlichen Dank für diesen spannenden und wertvollen Beitrag, liebe Frau Franke!