Kategorie: Essen

Selbstgespräche: Kochimprovisation

Text & Foto: Petra Müller, Gründerin FOOD MOVEMENT

In einer neuen, losen Serie zeige ich euch exklusiven Eintritt in meine Gedanken. Natürlich geht es meistens ums Essen, ums Kochen oder um Ernährungsfragen. Aber auch um meinen Umgang mit meiner unheilbaren Krankheit und meine Gedanken zu neuen Trends.

Heute erzähle ich euch, was in meinem Kopf vorging, als ich heute mein Mittagessen kochte. Aber die Geschichte beginnt schon am Vorabend.

Ich bin auf dem Heimweg von Bern nach Thun und befinde mich bereits am Bahnhof.

Mir fällt ein, dass ja gar kein Gemüse mehr zuhause hat für mein Mittagessen morgen. Dann besorge ich besser heute noch etwas, sonst muss ich schon am Morgen raus in die Kälte. Es reicht wohl gerade noch, der Zug fährt erst in 10 Minuten. Ich also rein in den Laden. Ich scanne das Regal mit den Bio-Gemüsen. Ausser Rüebli und Pastinaken finde ich kein Schweizer Produkt. Also rüber zum konventionell angebauten Gemüse. Rosenkohl! Aus der Region. Perfekt. Mir geht noch durch den Kopf, dass ich die Kombination Rosenkohl und Marroni sehr mag. Ich weiss: Es hat noch Marroni im Kühlfach.

Zuhause angekommen, habe ich die Mittagessen-Pläne schon wieder vergessen und weiche kurz vor dem Ins-Bett-gehen schwarze Bohnen in einer Schale mit Wasser ein.

Nächster Tag. Nach dem Frühstück denke ich tatsächlich daran, dass ich ein paar Marroni auftauen möchte. Ich bin ganz stolz, dass ich es nicht vergessen habe. Gegen 11.45 Uhr braut sich ein Hüngerchen zusammen. Während dem Arbeiten am Compi schweife ich immer wieder kurz ab und denke darüber nach, was ich kochen könnte. Rosenkohl und Marroni sind gesetzt. Aber: Schwarze Bohnen dazu? Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Quinoa? Den mag ich lieber, wenn er eingeweicht ist. Also Hirse.

Ich setze eine Handvoll Hirse auf und lasse sie köcheln. Schnell eine kleine Zwiebel gehackt, den Rosenkohl geputzt und halbiert, dann Zwiebeln in etwas Kokosöl anbraten, Rosenkohl dazu. Nach ein paar Minuten gebe ich die aufgetauten Marroni zum Rosenkohl, etwas heisses Wasser dazu, salzen und pfeffern. Im Kühlschrank liegen noch 3 Blätter Palmkohl und schauen mich traurig an. Die kommen auch mit rein, aber erst am Schluss. Dann lasse die Chose zugedeckt köcheln.

In meinem inneren Auge stelle ich mir den fertigen Teller vor: Helle Hirse mit grünem Rosenkohl und braunen Marroni. Das könnte ich farblich wie geschmacklich aufpeppen. Der Vitamix steht noch da von der Macadamiamilch, die ich mir heute morgen gemacht habe. Eine Crème! Also die Hirse pürieren? Das dünkt mich etwas langweilig. Ich finde noch Resten von gelben Linsen und gekochte Randen im Kühlschrank. Zusammen mit der Hirse gibt das eine wunderschöne, rote Crème. Aber die braucht noch Pfiff. Was würde Moreno, der Koch vom Restaurant las alps machen? (ich arbeite 2 Tage die Woche im Alpinen Museum in Bern, dem das las alps angehört). Morenos Essen kann ich aus gesundheitlichen Gründen meistens nicht essen, ich bewundere aber seine ungewöhnlichen Kombinationen. Gestern hat er ein Zimtrisotto gekocht. Vielleicht Zimt in die Crème? Das passt noch nicht ganz, aber ein anderes, wärmendes Gewürz wäre fein: Kardamom.

So kommt es also, dass ich am Ende eine mit Kardamom gewürzte Hirse-Linsen-Randen-Crème mit Rosenkohl & Marroni esse, dekoriert mit ein paar Granatapfelkernen. Das könnte aussehen wie ein von langer Hand geplantes Rezept. Ist es aber nicht. Das ist typische Improvisationsküche à la Petra. Nicht immer kommt es gut. Aber heute war es wiederholungswürdig lecker.

PS: Die schwarzen Bohnen gibt es zum Znacht mit Flower Sprouts und Süsskartoffeln.

Blattgespräche

Text & Foto: Petra Müller, Gründerin FOOD MOVEMENT

Heute möchte ich euch einen Vorschlag machen, der sich für mich schon drei Jahre bewährt:
Geht und fragt jemanden, die/der einen Gemüsegarten besitzt, ob ihr ab und zu Blätter von Broccoli, Kohlrabi oder Zucchetti haben könnt.

Die Blätter unserer Gemüse sind meist nährstoffreicher als die „Gemüse“ selbst! Als ich vor ein paar Jahren für ein Rezept grüner Smoothies recherchierte, habe ich das erst entdeckt. Es ist mir nachhaltig im Kopf stecken geblieben, dass es himmeltraurig ist, wenn all die wertvollen Blätter auf dem Kompost landen – wenn schon, dann immerhin bei den Meerschweinchen…

Hier exemplarisch die Nährstoffe von Randen (Rote Beete) der Knolle (1. Zahl) und der Blätter (2. Zahl):

Kalzium:             16 mg         117 mg
Eisen:                 0,8 mg       2,57 mg
Magnesium:       23 mg            70 mg
Kalium.             325 mg         762 mg
Natrium.              78 mg        226 mg
Vitamin C:          4,9 mg          30 mg
Vitamin A:           33 IE        6’326 IE
Vitamin E:        0,04 μg           1,5 μg
Vitamin K:          0,2 μg          400 μg
Thiamin:          0,03 mg          0,1 mg
Riboflavin:       0,04 mg        0,22 mg

(Quelle: Grüne Smoothies, Dr. med. Christian Guth/Burkhard Hikisch, GU Ratgeber Gesundheit)

Beeindruckend, oder?

Wenn ihr selbst einen Garten habt, umso besser. Ansonsten geht und fragt jemanden, meistens sind die Leute sehr interessiert, und es ergeben sich schöne Gespräche.

Interview mit Laura Koch von GORILLA

Interview: Petra Müller, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT

Seit Herbst 2016 gehört GORILLA zu den ideellen Unterstützern von FOOD MOVEMENT. Die Idee dahinter ist, dass die Jugendlichen, die aus dem GORILLA-Alter herauswachsen, mit FOOD MOVEMENT einen Ort finden, wo sie weiterhin Inspiration zu Ernährung, Bewegung und Entspannung finden können.

Der Zufall will es, dass die Ernährungsberaterin Laura Koch nicht nur beim Institut für integrative Naturheilkunde NHK (ebenfalls idelle Unterstützerin), sondern auch für GORILLA tätig ist. Laura mag deshalb der einen oder dem anderen dank ihrem Patientenbericht über Osteoporose bekannt vorkommen. Weiterlesen

Fiorina Springhetti: Snackt dein Kind gesund?

Text: Fiorina Springhetti
Foto: Lukas Schnurrenberger, AVP Media Design

Snackt dein Kind gesund?

Reiswaffeln im Visier

Knabber knabber hier, knusper knusper dort – Reiswaffeln sind aus Mamas und Papas Taschen und Küchenschränken kaum mehr wegzudenken. Früher gab es sie nur untertellergross. Die geliebte Lebensmittelindustrie schuf Abhilfe und stellt seit längerem auch „kindermünder gerechte“ Reiswäffelchen her (ich erwähne nicht im Speziellen, dass der CHF/100g-Preis deutlich höher ist als jener der stinknormalen 08/15 Reiswaffeln). Die Reiswaffeln sind, ohne dass ich das jetzt in einer Fallstudie genauer unter die Lupe genommen habe, wohl die nach Darvida und Blévita zweithäufigste Snack-Variante für 0 bis 5-Jährige. Was daran jetzt so spannend sein soll? Warum ich darüber schreibe? Weil ich die Reiswaffeln ins Visier genommen habe. Ich prangere sie an und erzähl euch gleich mal warum. Weiterlesen

Fiorina Springhetti: Projekt Familientisch

Text: Fiorina Springhetti
Fotos: Lukas Schnurrenberger, AVP Media Design
Einführungstext: Petra Müller

Fiorina Springhetti ist Food Movement-Mitglied der ersten Stunde. Das ist auch nicht sehr verwunderlich, denn sie steckt mitten in der Ausbildung als Ernährungsberaterin und schreibt auf ihrem Blog mamalltag über das Mutter sein, über möglichst ausgewogene (aber gerne immer einfache!) Ernährung mit Kindern und allerlei Themen, die sie grad so beschäftigen.
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Gesunde Ernährung: Wie starten?

Text & Fotos: Petra Müller

Seit drei Jahren befasse ich mich intensiv mit gesunder Ernährung, und eines kann man sagen: Es zirkulieren Myriaden von Philosophien. Wie soll man da entscheiden können, was das Beste für einem ist? Da gibt es die basische Küche, Paleo, Vegetarisch, Vegan, Mediterran, die LOGI-Methode, Rohkost, Clean Eating, anti-entzündliche und ketogene Ernährung. Und einige mehr.
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Lukas Fingerle: Morbus Crohn

Lukas Fingerle ist 27 Jahre alt, und vor elf Jahren wurde bei ihm Morbus Crohn diagnostiziert. Nach acht erfolglosen Jahren mit einer Vielzahl an Medikamenten stellte er vor drei Jahren seine Ernährung radikal um. Seitdem kommt er die meiste Zeit ohne Medikamente aus und fühlt sich fitter und gesünder als jemals zuvor. Mit Crohn Revolution will er Menschen dazu ermutigen, die Auswirkungen von Ernährung, Entspannung und Sport auf ihre Krankheit zu ergründen und ihr Wohlergehen selbst in die Hand zu nehmen.
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HEALTHY FRIDAY // FOOD: Knusprige Tamari-Kerne

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Text, Rezept & Fotos: Petra Müller

Heute zeigen wir euch ein Rezept für den ultimativen Knabberspass, und zwar von mir, Petra Müller, der Initiantin von FOOD MOVEMENT. Auf meinem Blog Freakfood findet ihr regelmässig einfache und leckere Rezepte, die anti-entzündlich sind, denn ich habe rheumatoide Arthritis kann meine Schmerzen und Beschwerden mit dieser Art von Ernährung wesentlich lindern. Ein Interview mit mir selbst könnt ihr hier lesen.

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Das ist wohl eines der einfachsten Rezepte ever. Von Rezept kann man eigentlich gar nicht mehr sprechen. Das Schöne daran: Das Verhältnis von Aufwand und Knusper-Vergnügen fällt hochgradig zugunsten des Vergnügens aus.
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HEALTHY FRIDAY // FOOD: Blueberry Cheesecake

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Rezept, Text & Fotos: The Hungry Warrior

Shabnahm vom Foodblog The Hungry Warrior kennt ihr vielleicht schon von ihrem Erfahrungsbericht hier auf FOOD MOVEMENT. Shabnam hat Colitis Ulcerosa und konnte ihre Beschwerden dank einer speziellen Ernährung mildern.

Und so stellt sich Shabnam auf ihrem Blog vor:

Hi! Ich bin Shabnam. Wilkommen auf meinem Blog THE HUNGRY WARRIOR. Ich habe Colitis Ulcerosa, eine Autoimmunerkrankung, die mich und mein Leben verändert hat. Wer mich kennt, weiss, dass ich eine besondere Leidenschaft habe und das ist alles rund ums Thema Essen.
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