Sabrina: Psoriasis Arthritis

«Ich sehe das Geschenk in meiner Krankheit» so Sabrina, 34 Jahre jung mit der Diagnose Psoriasis Arthritis.

Einführungstext: Kevin Nobs, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT Erfahrungsbericht und Bild: Sabrina Tessmer

Sabrina hat sich per Mail bei Food Movement gemeldet, so dass wir bald darauf lange miteinander telefoniert haben. So kam die Idee auf, dass Sabrina einen Erfahrungsbericht schreiben könnte, was sie dann auch getan hat.

Vielen Dank Sabrina, dass du uns an deiner Geschichte teilhaben lässt!

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In der Ruhe liegt die Kraft

Als mir bewusst wurde, dass das Rheuma für mich ein Geschenk ist, verspürte ich einen nie da gewesenen Frieden. Ich begann die Krankheit zu akzeptieren und als Teil meiner Selbst anzusehen. Das Verleugnen und nach einem Schuldigen suchen war endlich vorbei. Der Stress und die Anspannung liessen nach. Ich begann zu begreifen, dass mich das alles mehr rettet als es mir schadet. Doch diesen Weg zu gehen und zu begreifen, hat sehr lange gedauert und der Prozess geht jeden Tag weiter. Wieder und wieder lerne ich etwas dazu. 

Wie kann man eine unheilbare Krankheit als Geschenk ansehen? Das habe ich mich auch all die Jahre gefragt. Eine Krankheit zu haben, bedeutet in unserer Gesellschaft schwach und gebrechlich zu sein. Ich hatte das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören zu den anderen. Doch genau da liegt der Punkt: Dieses Gefühl kam von mir und meinen Wahrnehmungen. Niemand hat mich je im Stich gelassen, sondern ich habe nicht nach Hilfe gefragt. Das ist ein Widerspruch in sich. Schlussendlich war ich diejenige gewesen, die diese Gefühle hatte und sie waren vollkommen unbegründet, denn wer nicht nach Hilfe fragt, wird auch keine bekommen. 

Als ich mit 29 Jahren die Diagnose Psoriasis Arthritis bekam, war ich erstmal geschockt. Ich hatte als Kind schon einmal Symptome dieser Art gehabt, doch 23 Jahre war alles still, warum jetzt? Der junge Arzt damals im Triemli Spital nahm mich wirklich wahr. Er nahm sich Zeit für mich und klärte mich auf. Natürlich sprach er von Tabletten und Spritzen, doch die Entscheidung lag immer bei mir. Es war richtig mich über den Worst Case aufzuklären, ja wenn ich so weitermachte, dann könnte das meine Kniegelenke so zerstören, so dass ich neue bräuchte. Damals wusste ich nicht, was das bedeutete. Denn es steckte viel mehr Wahrheit dahinter, als ich dachte. 

Vertrauen

Wenn ein Arzt sagt, tu dies und jenes, dann vertraue ich, denn sie haben das studiert. Ich war allein mit meiner Krankheit. Ich holte mir bei der Rheumaliga eine zweite Meinung ein und sie bestätigten mir das Vorgehen der Ärzte. Dies war der Weg, den ich anfangs ging, für den ich mich allein entschieden habe. Leider muss ich sagen, dass ich mir keines anderen bewusst gewesen war. Die Medikamente haben geholfen; natürlich taten sie das, denn sie linderten die Symptome. 

Ich entschied mich einfach so weiterzumachen wie bisher, einfach mit den Medis. Alle Verantwortung für meine Gesundheit legte ich in die Hände der Ärzte. Leider verleugnete ich das Rheuma, erzählte fast niemandem davon, hatte Angst, dass ich als kranker Mensch nicht mehr die Wertschätzung erhalten würde, wie ein gesunder. Der Stich der Spritze jede Woche ins Bein tat weniger weh als die Tatsache, mich und mein Leben anzuschauen, ob es noch das ist, was ich will.

Die erste Warnung kam mit Leberproblemen und nun musste ich das, was mich vor grösseren Gelenkproblemen beschützen sollte, absetzen. Da war sie wieder – anderthalb Jahre später – die Angst, dass alles wieder hochkommen würde, die Schmerzen, die Schwäche, alles. 

Tabletten ersetzten die Spritzen und es half wirklich. Es fühlte sich so an, als würde ich nichts mehr nehmen. Irgendwann tauchte dann die Frage auf, ob es überhaupt noch notwendig sei. Vier Jahre hiess es im Triemli Spital, wenn die Zeit vorbei ist ohne Symptome, dann könnten wir ans Absetzen denken.

Ich hatte bei der Rheumaliga angefragt, ob ich anderen Menschen beistehen könnte, die dasselbe durchmachten wie ich und dadurch drei wunderbare Kontakte geknüpft. Es tat mir gut, anderen zu helfen, denn ich wusste, wie allein ich mich fühlte, als ich die Diagnose bekam. Dabei fiel zum ersten Mal in einem Gespräch der Begriff Naturmedizin und Ernährungsumstellung. 

Darüber hatte ich mir vorher keine Gedanken gemacht und ich begann allein meine Ernährung anzuschauen. Zucker, Weizen, Alkohol und tierische Produkte sollte ich weglassen. Ich ging zu einer Naturärztin und zu einer Ernährungsberaterin. 

Ein anderer Weg sollte eingeschlagen werden

Ich erkannte, dass jetzt die Zeit war, einen anderen Weg einzuschlagen. Mein Leben bekam sowieso nebenbei eine Kehrtwendung und warum dann nicht alles anschauen. Ich hatte gelesen, dass man beim Absetzen langsam vorgehen sollte. Die Ärztin im Triemli Spital wies mich darauf hin, was es bedeutete, wenn ich diesen Weg gehen würde. Ich müsste alle Lebensbereiche anschauen und der Prozess würde lange dauern. Ich muss euch sagen, er dauert immer noch an und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Die Entscheidung die Ernährung umzustellen und die Tabletten daraufhin abzusetzen war das Beste was ich jemals getan habe. 

Es gab einen Rückfall und circa einen Monat nachdem ich die Tabletten abgesetzt habe, reagierte mein Kniegelenk und ich musste zurück ins Triemli Spital. Es war für mich ein Tiefpunkt und ich war kurz davor aufzugeben. Damals lernte ich Dr. Russo kennen und schätzen. Es ist so einfach, wenn man auf so verständnisvolle Art und Weise betreut wird. Niemand in diesem Krankenhaus hat mich schräg angeschaut oder verurteilt. Schliesslich habe ich auf eigenem Wunsch die Tabletten abgesetzt und bin einen Monat später wieder da gewesen für eine Punktion. Sie haben mich mit offenen Armen empfangen und ich war so wütend auf mich selbst, denn irgendetwas hatte ich noch nicht bedacht.

Auch der Job musste gewechselt werden

Ich habe dann auch gemerkt was das war. Mit Rheuma ist es für mich nicht mehr möglich im Schichtdienst zu arbeiten. Ich brauche eine gewisse Regelmässigkeit. Ausserdem setzte ich mich als Zugbegleiterin jeden Tag den widrigsten Bedingungen aus mit Wind und Wetter sowie den Bewegungen des Zuges. 

Das war für mich der Zeitpunkt meinen Beruf zu hinterfragen und mein Unternehmen steht bis heute hinter mir, ich konnte intern einen neuen Weg einschlagen. Niemals hätte ich gedacht, dass alles so ablaufen würde. Den geliebten Job freiwillig zu wechseln und loszulassen, fiel mir nicht leicht. 

Gesundheit als das wichtigste im Leben

Doch es gibt etwas Wichtigeres in meinem Leben und das ist meine Gesundheit. Ich habe gelernt, was es bedeutet Rheuma zu haben. Es bedeutet langsamer zu gehen, sich mehr Ruhe zu gönnen und mehr Zeit für sich selbst zu nehmen. Das ist für mich sehr herausfordernd, denn ich habe immer alles im Turbogang gemacht. Es ist schon erstaunlich, dass das Leben jemandem wir mir, die alles im doppelten Turbogang absolviert, eine Krankheit schenkt, die mich so sehr abbremst. Das ist auch etwas, was ich lernen durfte: Das eigene Abbremsen. Es ist leicht zu lernen schneller zu sein als andere, doch wiederum langsamer zu werden, ist unglaublich ungewohnt. Anfangs fühlte ich mich wie ein kleines Kind was gerade laufen lernt. 

Rheuma zu haben und sich der Krankheit zu stellen, bedeutet mehr auf die eigenen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen, sie schnell zu erkennen und dem Körper zu zuhören, denn er teilt sich mit. Die Krankheit bedeutet, sich gesund zu ernähren und mehr Schlaf für sich zu beanspruchen, doch das gilt in der Regel ja auch für jeden gesunden Menschen. Hilfe anzunehmen ist einer der wichtigsten Punkte und zu sehen, dass das keine Schwäche ist, sondern ein Zeichen eines starken Charakters. Wir müssen nicht alles allein machen, sondern einfach das, was wir können. Rheuma bedeutet, sich mehr Wärme und Liebe zu geben, doch wo lernt man das? Das wird einem nicht beigebracht, sondern das findet man mit der Zeit heraus, wenn man es wirklich will. 

Ein Prozess bei dem Ganzen war es auch mir zu verzeihen, was ich mir jahrelang angetan habe, denn die Medikamente haben am ganzen Körper Spuren hinterlassen. Die Nebenwirkungen kamen erst Jahre später zum Vorschein. Es kostet Kraft sich selbst zu vergeben und es ist nicht leicht. 

Mut und Selbstverantwortung

Dass ich jetzt den Mut habe, meine Krankheit anzunehmen, hier meine Erfahrungen mit euch zu teilen und mich zu zeigen, bedeutet für mich Selbstverantwortung zu übernehmen. Das Rheuma bedeutet für mich, mich selbst anzunehmen und so zu sehen wie ich bin. Ein wertvoller und liebenswerter Mensch, der sich gesund ernährt, viel Ruhe braucht und ein Wenig feinfühliger durch die Welt geht. Seitdem 1. Januar 2020 nehme ich keine Medikamente mehr, die Winter ohne Sonne sind herausfordernder als der Sommer. Das Vitamin D fehlt und das Tageslicht. Manchmal fühle ich mich, als wenn ich mich im Winterschlafmodus befinde. Doch das alles macht mir nichts mehr aus, wenn ich daran denke, was ich alles erreicht habe. 

In der Ruhe liegt die Kraft, das ist jetzt mein Motto. Ich lerne und wachse jeden Tag daran. Es geht Schritt für Schritt weiter und wie schön ist es, das Leben ein Wenig achtsamer wahrzunehmen, denn ich sehe Dinge, die ich vorher nie bemerkt habe. 

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich so gut unterstützt werde, beruflich als auch privat. Es war nicht einfach, das alles so zu sehen, ich durfte viel dazulernen. Was gibt mir diese Krankheit? Was schenkt sie mir? Das Rheuma gibt mir das grösste Geschenk der ganzen Welt und das bin ich. Ich darf es erzählen, mich mitteilen, sagen was ich gerade jetzt brauche. Wer kann das schon?  

Das zu begreifen, bedeutet für mich alles und so habe ich gelernt, was es heisst, wenn ich es richtig angehe. Stolpern und Stürze sind erlaubt. Ich bin ein Mensch und ich darf Fehler machen und ich bin bereit sie für meine Gesundheit zu machen. Es sind Grenzen, die ich überschreite, die das System und die Gesellschaft betreffen. Fragen, die ich stelle und Antworten, die ich von Anderen aber vor allem von mir selbst fordere. Ich habe viele Antworten bei mir gefunden, denn ich war bereit zu suchen und ihnen ins Auge zu blicken. 

Ihr könnte das auch!

Ich hoffe, ihr könnt das auch und hoffentlich macht es euch ein wenig Mut. Es lohnt sich, diesen Weg für sich selbst einzuschlagen, er bringt nur Gutes und ein unglaubliches Gefühl von Freiheit. Es ist gut zu wissen, dass ich die richtigen Menschen um mich herumhabe. Das habt ihr auch, die Frage ist nur, könnt ihr es sehen und schätzen. An dieser Stelle möchte ich Kevin Nobs danken, dass ich hier meinen Erfahrungsbericht veröffentlichen darf. Dr. Russo, der mich auf Kevin und FOOD MOVEMENT gebracht hat. Ebenso Petra Müller, durch sie bin ich auf das ganze Thema Ernährung und die ätherischen Öle aufmerksam geworden. Vielen Dank der Rheumaliga, die immer ein offenes Ohr haben und dem Team des Rheumaambulatorium des Triemli Spitals, die mich all die Jahre unterstützt, mir zugehört und mich wahrgenommen haben. Es tut gut zu wissen, dass ich immer geschützt bin, egal welchen Weg ich gehe. Ich bedanke mich auch bei meiner Hausärztin, die mich beim Berufswechsel unterstützt hat und meiner Ernährungsberaterin. Ausserdem möchte ich meiner Physiotherapeutin, ihrem Team und den Schmerztherapeuten in Zürich danken, die mir Liebscher&Bracht nähergebracht haben. Das hat alles zum meinem Heilungsprozess beigetragen sowie viele Fachliteratur und Selbstcoachingmethoden. Vor allem aber danke ich meiner Familie und meinen Freunden, die ich immer um Hilfe bitten kann, ich darf einfach den Mut dazu haben. Dieser Bericht hier ist in erster Linie für mich aber auch für euch als Dankeschön, ich hoffe, ich habe niemanden vergessen zu erwähnen.

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Black Cookies

Hmmmm Cookies!

Am Kochen finde ich ja das spannendste, wenn man gesunde Zutaten in Rezepte reinschmuggeln kann. So auch hier: Wir bereiten wunderbare Cookies zu, die schwarze Linsen enthalten.

Ein nicht repräsentativer Test im Umfeld hat gezeigt: Von 10 Personen, die die Cookies testen durften, hat niemand herausgefunden, dass Linsen enthalten sind und 9 davon mochten sie sehr gerne. Mit dieser Quote bin ich durchaus zufrieden 🙂

Du benötigst für ca. 20 Cookies

  • 100g dunkle Schokolade (je nach Geschmack 60 – 80%)
  • 480g gekochte schwarze Linsen
  • 4 EL Kokosöl
  • 4 EL Nussmus (bsp. Mandel)
  • 4 EL Wasser oder Pflanzendrink
  • 180g Dattelsirup (oder Datteln)
  • 8 EL Kakaopulver
  • 4 EL Buchweizenmehl
  • 2 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

  • Schmelze die dunkle Schokolade auf dem Wasseerbad.
  • Mixe die Linsen, Kokosöl, Nussmus, Wasser und die Datteln zu einer cremigen Masse.
  • Mehl, Salz, Backpulver und die Schokolade dazugeben und nochmals kurz mixen.
  • Ca. 20 Portionen auf ein Bleche verteilen und bei 180°C 15 – 20 Minuten im Ofen backen (Umluft)

Wer es leichter mag, kann die geschmolzene Schokolade auch einfach weglassen.

Diese Cookies habe ich auch in den Kochkursen «Hülsenfrüchte gemacht und die kamen immer gut an.

Da im Moment unter COVID-19 leider keine Kurse vor Ort stattfinden, veranstalte ich am 20.02.21 den Kurs online. Hier gibt es alle Infos dazu. Vielleicht sieht man sich ja dort!

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Rotes Gemüsethaicurry mit Blumenkohlreis

Rezept & Fotos: Manuela Zimmerlé, otitera
Einleitung: Kevin Nobs, skepping

Vor etwa einem Jahr habe ich Manuela während der Ausbildung zum Naturheilpraktiker kennengelernt. Auch sie absolviert die ganze Ausbildung, hat jedoch schon vorher die Ausbildung als ganzheitliche Ernährungstherapeutin gemacht.

Es kommt regelmässig vor, dass sie ein Basen-Fasten empfiehlt: 10 Tage ohne Kohlenhydrate in Form von Stärke sowie keine pflanzlichen oder tierische Proteine. So sind während dieser Woche nur Basen bildende Lebensmittel zugelassen, die den Körper beim Entgiften unterstützen.

Manuela teil mit uns ihr Lieblingsrezept während diesem Basen-Fasten: ein fantastisches rotes Gemüsethaicurry mit Blumenkohlreis statt dem üblichen, stärkehaltigem Reis.

Zutaten für 2 Personen

1/2 Butternusskürbis
1 Zucchetti
8 Cherrytomaten
2 kleine Kartoffeln
1 Zwiebel
2 dl Kokosmilch / 1 dl Wasser
1 kleiner Blumenkohl (Reisalternative)
30 g Mandelsplitter
Kokos- oder Olivenöl
Rote Currypaste (alternativ gelbe oder grüne)
3 Stk. Zitronengras & 3 Kafirlimettenblätter
Salz & Pfeffer

Zubereitung

  • Gemüse für das Curry klein schneiden
  • Blumenkohl mit einer Röstireibe raffeln, mit Salz und Pfeffer würzen und in einer Bratpfanne bereitstellen
  • Fein geschnittene Zwiebel mit 2 EL Currypaste in einer Bratpfanne anbraten.
  • Nach ca. 3 Minuten das restliche Gemüse hinzugeben und für 5 Minuten mitbraten
  • Zitronengras und Kafirlimettenblätter klein schneiden (so intensiviert sich das Aroma) und zugeben.
  • Mit Kokosmilch und Wasser aufgiessen und bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
  • Zuletzt den Blumenkohl in einer Bratpfanne bei mittlerer Hitze für ca. 5- 8 Minuten anbraten und mit etwas Kokosöl abschmecken.
  • Auf einem Teller anrichten und mit den Mandelsplittern dekorieren.
  • Um Blähungen vorzubeugen den Blumenkohl mit etwas Olivenöl & Zitronensaft beträufeln!!

E Guete!

Nährstoffwissen

Der Kürbis liefert uns viel Ballaststoffe, welche unsere Darmflora unterstützen und uns lange satt halten. Das Kalium im Kürbis hilft unseren Wasserstoffhaushalt zu regulieren und Vitamin C unterstützt unserer Immunsystem.

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Randen-Orangen Suppe

Rezept & Fotos: Kevin Nobs, skepping

Ich liebe Suppen.

Besonders an dunklen, kalten Herbst- und Wintertagen. Ausserdem muss ich mir bei Suppen nahezu nie etwas überlegen oder planen. Neue Rezepte entstehen durch Zufälle, Resten im Kühlschrank und natürlich je nach Saison.

Mein grundsätzlicher Aufbau von nahrhaften Suppen ist wie folgt:

  1. Gemüse
  2. Herzhaftes
  3. Hülsenfrucht
  4. Gewürze

Gemüse

Je nach Saison landet etwas anderes im Topf. Gerade all die schönen einheimischen Wurzel- und Knollengemüse des Winters eigenen sich wohl alle hervorragend für Suppen. Dies können sein: Randen, Kürbis, Bodenkohlrabi, Pastinaken, Topinambur, Petersilienwurzel, Rüebli und mehr. Oft gibt es die Gemüse auch kombiniert oder für viel Würze zusätzlich mit Zwiebeln, Lauch oder Knoblauch. Da es manchmal schnell gehen soll, kann man einfach alles zusammen gleich mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher übergiessen – ohne anbraten.

Herzhaftes

Besonders wenn eine Suppe als Hauptmahlzeit sättigen soll, braucht es für mich jeweils etwas Cremiges. Dies können 1-2 dl Kokosmilch sein oder man nimmt 2 EL eines Nussmuses (auch hier kann man variieren). Natürlich geht auch etwas Hafer- oder Reisrahmalternative.

Hülsenfrucht

Ja, damit wir auch die lieben Eiweisse nicht vergessen, reichern wir die Suppe mit Hülsenfrüchte an. Hier kann man sich nach Lust und Laune austoben, bei mir sind es in der Regel einfach einige EL der Resten im Kühlschrank, da ich die Hülsenfrüchte jeweils in grösserer Menge koche. Wer mag, kann die Hülsenfrüchte mitpürieren. Ich habe sie am liebsten als Einlage in der heissen Suppe (da braucht man sie nicht einmal aufzuwärmen). Dann haben wir gleich noch eine andere Konsistenz auf dem Teller, das erfreut unseren Gaumen.

Gewürze

Mutige vor! Hier ist bei mir kaum etwas sicher, probieren geht über studieren. Nebst Salz und Pfeffer können sich gut machen: Kümmel, Currymischung, Paprika, etwas Trüffelöl, Kräuter, Muskatnuss und viele mehr! Bitte denkt auch an die wunderbare fruchtige Schale von Orange und Zitrone, das ergibt eine angenehme Frische. Nährhefe kann natürlich auch gut passen.

Zum Abschluss kommt jeweils alles direkt in den Mixer und von dort gleich in die Suppenschale. So schaffen wir eine warme, nährhafte und wohltuende Mahlzeit in 15 – 20 Minuten. Kein Problem also!

Randen-Orange Suppe

Nun also zum heutigen Rezept. Der etwas erdige Geschmack der Randen (oder Rote Bete) bekommt durch die Kombination mit einer Zitrusfrucht eine angenehme Leichtigkeit. Etwas Kokosmilch sorgt für die Cremigkeit.

Zutaten für 3-4 Personen

2 rohe Randen (je nach Grösse…) oder 4 gekochte Randen, dann gehts noch schneller
1 kleine Zwiebel
1 EL Olivenöl
Gemüsebullion
250ml Kokosmilch
1 Orange
ca. 300g gekochte Hülsenfrüchte nach Wahl (gut auch zur Verwertung von Resten), bsp. Belugalinsen

Zubereitung

  • Zwiebel schälen und würfeln
  • Randen schälen und würfeln (rote Hände werden mit Zitronensaft wieder sauber)
  • Olivenöl in der Pfanne erhitzen
  • Zwiebeln andünsten
  • Randen kurz mitdünsten
  • Mit Gemüsebullion knapp bedecken und weich kochen
  • Von der Orange ca. 1 TL Schale abreiben
  • Orange dann auspressen
  • Saft und Schale in die Pfanne geben
  • Kokosmilch hinzufügen
  • im Mixer fein pürieren
  • ev. nachwürzen und mit Wasser zur gewünschten Konsistenz verdünnen
  • In einen Suppenteller schütten
  • 3-4 EL gekochte Hülsenfrüchte, bsp. Belugalinsen in die Mitte geben
  • Mit wenig Kokosmilch oder Kokosjoghurt garnieren

E Guete!

Sommer-Smoothie & Dornröschenschlaf – Kühlende Lebensmittel

Rezept & Fotos: Kevin Nobs

Es ist zugegebenermassen leider bereits einige Zeit her, seit das letzte Rezept oder ein weiterer Beitrag gepostet wurde. Die Pandemie hat das Leben auf den Kopf gestellt, so auch bei mir. Die Arbeit hat sich bei manchen in Luft aufgelöst und bei anderen verdoppelt oder verdreifacht – ist das nicht irgendwie paradox? Jedenfalls soll nun nach vorne geblickt werden. Denn, auch mit den notwendigen Vorsichtsmassnahmen, das Leben geht weiter.

So steigen die Temperaturen in diesen Tagen wieder über 30°C. Der Griff zu den Eiswürfeln im Kühlschrank wäre schnell getan, doch das ist nicht immer die beste Idee.

Kühlende Lebensmittel

Wer kennt es nicht: Isst oder trinkt man bestimmte Lebensmittel, hat dies ein Effet auf das Temperaturempfinden de Körpers. Dessen sind wir uns oft gar nicht so genau bewusst, doch oft greifen wir intuitiv zu den richtigen Nahrungsmitteln. Beispielsweise kommt kaum einer auf die Idee, in der Badi eine heisse Tasse Suppe zu bestellen. Doch nicht bei allem ist das so offensichtlich: (Eis-) gekühlte Getränke und Speisen suggerieren einen kühlenden Effekt, obwohl dies oft gar nicht der Fall ist. Das klassische Beispiel ist hier der kühle Weisswein. Obwohl die Temperatur der Flüssigkeit selbst zwar tief ist, wärmt der Weisswein dann von Innen. So sorgt dieser Weisswein, besonders kurz vor dem Schlafen getrunken, u.a. für eine Anregung der Durchblutung, was uns ein wärmendes Gefühl vermittelt und so meist einen unruhigen Schlaf zur Folge hat.

In der europäischen Medizin heutzutage kaum beachtet, spielen diese kühlenden und wärmenden Eigenschaften von Nahrungsmitteln in der TCM (= Traditionell Chinesischen Medizin) und in der Ayurveda ( = traditionelle Medizin aus Indien / Sri Lanka) auch heute noch eine deutlich wichtigere Rolle. So wird beispielsweise im heissen und trockenen Bundesstaat Gujarat im Nordwesten Indiens beinahe über jede Speise noch kühlendes Ghee (= Butterschmalz) gegeben. Gesündere und leichtere Alternativen gibt es jedoch glücklicherweise auch zur Genüge. Allem voran sind frisches Kokoswasser und generell wasserhaltige Lebensmittel wie Gurken wunderbar kühlend. Diese sollten aber nicht noch künstlich gekühlt werden, sonst haben wir wieder einen gegenteiligen Effekt. Künstlich gekühlte Nahrungsmittel müssen vom Körper vor dem Verdauen erst aufgewärmt werden: dies induziert also eine Wärmeproduktion. Auch Melonen und Zitrusfrüchte haben einen wunderbar kühlenden Effekt. Grüne Salate, Salbei und Olivenöl kühlen den Organismus. Wer Rohkost abends aber nicht verträgt oder nur schwer verdauen kann, sollte dies natürlich eher auf den Mittag verschieben. Fleisch wärmt den Körper und ist nicht einfach zu verdauen. Kombiniert mit Alkohol führt dann so manche Grillparty zu unangenehmer Wärme und deshalb zu unruhigem Schlaf.

So lohn es sich, wenn die Temperaturen über 30°C ansteigen, besonders auf kühlende Lebensmittel zurückzugreifen und etwas bewusster das Kälte- und Wärmeempfinden des Körpers wahrzunehmen.

Rezept Sommer-Smoothie

Smoothies sind eine willkommene Abwechslung, um gleich viele Portionen Früchte auf einmal zu sich zu nehmen. Doch genau darin liegt manchmal auch das Problem: Viele Smoothies sind überladen mit Äpfeln und Bananen und deshalb wahre Fruchtzuckerbomben. Deshalb bevorzuge ich eine leichtere Version und kombiniere Früchte stets mit Gemüse und Blattgrün, in diesem Fall Salat. Der Smoothie hat durch die Wassermelone eine leichte Süsse und mit der Gurke haben wir einen wunderbar kühlenden Effekt für heisse Sommertage. Ingwer wirkt wunderbar gegen Entzündungen und Zitronensaft und Minzblättchen sorgen für einen spritzigen Geschmack.

Kühlender Sommer-Smoothie mit Wassermelone & Gurke

Zutaten

1 Handvoll grüner Salat (bsp. Kopfsalat) gewaschen

1 Schnitz Wassermelone

1/3 Salatgurke, grob geschält

2 grosse Spritzer Zitronensaft

1cm Ingwer

3 Blättchen Minze

Zubereitung

Alle Zutaten in einen Hochleistungsmixer geben und pürieren. Ganz nach Geschmack noch mit Wasser verdünnen oder mehr Zitrone zugeben. Mit Minzblatt frisch zubereitet gleich servieren.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog von Hüsler Nest.

Übergabe, Corona, Mitglieder & Sprossen

Text & Bilder: Kevin Nobs, skepping

Es sind ungewöhnliche Zeiten, in denn ich nun Food Movement übernehmen durfte. Und nun kam alles etwas anders, als es geplant war. Ich hatte Pläne, die jetzt noch etwas verschoben werden müssen, wie auch die Mitgliederversammlung verschoben werden musste. Nun ja, das geht ja im Moment nicht nur mir so. Nebst meiner Ausbildung zum Naturheilpraktiker, die im Moment auch auf Eis gelegt ist, bestreite ich ein Pensum im Labor einer Apotheke. Dort war diese Woche grosser Einsatz gefordert. Lieferungen trafen nicht ein, ich habe versucht, Rohstoffe zu kriegen und irgendwie den Menschenandrang zu bewältigen.

Symbolische Übergabe des Federkohls von Petra zu Kevin 🙂

Gerade jetzt ist es auch äusserst schwierig (bis fast unmöglich), Gelder für die Tätigkeit von Food Movement zu sammeln. Deshalb der Aufruf: Werde Mitglied! Bestimme mit, was Food Movement in Zukunft alles erreichen soll und sichere diese wertvolle (Aufklärungs-) Arbeit.

Trotz dem ganzen Chaos in der Apotheke: Die Arbeit von Food Movement ist wichtiger als je zuvor. Was ich gerade im Moment Tag für Tag an mir selbst spüre: Gesunde, abwechslungsreiche und saisonale Ernährung spendet Kraft und Energie, um diese Situation überhaupt meistern zu können. Auch das Immunsystem wird durch unser Essverhalten beeinflusst. Das spannende am Immunsystem finde ich ja, dass zahlreiche Körperteile daran beteiligt sind: Ganze Organe wie der Thymus oder die Milz, spezialisierte Zellen, Gewebe und sogar einfache Faktoren im Blutserum (bsp. Antikörper). Es ist beispielsweise nachgewiesen, dass die Aktivität von bestimmten weissen Blutkörperchen (den sogenannten Neutrophilen, die  ca. 65% aller weissen Blutkörperchen ausmachen), durch das Konsumieren von bsp. 100g Zucker bereits nach 30 Minuten um bis zu 50% gesenkt wird. Erst nach über 5 Stunden (= bei der nächsten Mahlzeit mit Zucker?) haben (oder hätten) sich die Neutrophilen dann wieder erholt und die ursprüngliche Abwehraktivität erreicht.

Alfalfa- und Randensprossen

Ok – gesund und frisch Essen, wenn im März das einheimische Gemüse noch nicht reif ist und man die Rüben langsam satt hat. Zum Glück gibt es ja die Wildkräuter und natürlich Sprossen!

Nährstoffwissen

Jegliche Sprossen sind wahre Nährstoffbomben, was total nachvollziehbar ist: Sie bilden den Grundstein einer jeden neuen Pflanze. Ein Keimling in der freien Natur muss vor allem eins: sich vor äusseren Einflüssen schützen. Auch wir können von diesen schützenden Stoffen wie den Antioxidantien profitieren, indem wir dann diese Sprossen essen. Wer nicht gleich alle Sprossen auf einmal Essen kann / möchte, kann sie gut im Kühlschrank aufbewahren. Die Kälte regt die meisten Sprossen sogar noch dazu an, mehr Nährstoffe auszubilden (das ist doch fast schon verrückt, nicht?).

Quellen: Murray, Michael T., Pizzorno, Joseph: Natural Medicine. Third Edition. S. 174-175. & https://nutritionfacts.org/video/bean-pastas-and-lentil-sprouts/

Wer jetzt keine Sprossen im Vorratsschrank hat und nicht mehr shoppen gehen möchte: Kein Problem. Man auch die meisten getrockneten Hülsenfrüchte keimen lassen. Habt ihr es beispielsweise schon einmal mit Kichererbsen ausprobiert? Sie kriegen einen anderen, etwas frischeren Geschmack und lassen sich auch gekeimt zu einem superverträglichen Humus verarbeiten. Gerne poste ich bei anderer Gelegenheit einmal ein Rezept dazu.

Hier eine kleine Liste üblicher Sprossen, die absolut nicht abschliessend ist:

  • Alfalfa
  • Senf
  • Mungobohnen
  • Zwiebeln
  • Rettich
  • Randen
  • Klee
  • Brokkoli
  • Kichererbsen
  • Linsen
  • Kresse
  • Rucola
  • Hafer
  • Kürbis
  • Sonnenblumenkerne
  • und viele mehr!

Die Samen kann man zum Keimen natürlich in ein professionelles Keimglas legen oder auch einfach auf einen Teller mit einem Rand. Sie sollten stets befeuchtet sein aber nicht im Wasser schwimmen, sie können sonst verderben. Idealerweise deckt man das ganze mit einem durchsichtigen Deckel oder Cellophan zu, damit zwar Licht durchkommt aber die Feuchtigkeit nicht verloren geht. Je nach Art sieht man dann nach bereits einem Tag erste Resultate. 

Sprossen in der Keimschale, ohne Deckel

Hier noch ein paar Ideen zur Verwendung von Sprossen

  • im / auf dem Salat
  • Topping auf Suppen, Gemüse, Waffeln und mehr
  • Belag auf Aufstrichen
  • als Füllung in Pfannkuchen
  • im Curry
  • als salzige Quiche verarbeitet

So, ich kann fast gar nicht mehr aufhören zu schreiben und an den Plänen von Food Movement weiterzuarbeiten. 

Hast auch du Ideen oder Wünsche, welchen Themen & Aktivitäten sich Food Movement in Zukunft vermehrt annehmen soll? Dann melde dich ganz einfach bei uns unter welcome@food-movement.ch

Nun bleibt mir nichts anderes mehr übrig, als euch allen zu wünschen: Bleibt gesund!

Herzliche Grüsse,

Kevin

Sprossenmischung, Brokkoli- und Zwiebelsprossen
Mungobohnensprossen

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Nuss-Feigen-Guetzli

Rezept & Fotos: Petra Müller, Freakfood

Heute zeige ich euch ein Rezept für Nuss-Feigen-Guetzli, die man wohl teuer als glutenfrei, zuckerfrei und vegan verkaufen könnte. Und nährstoffreich, nährend, glücklichmachend und GESUND! Auch perfekt für Weihnachten, zum selber essen oder verschenken.

Diese Guetzli sind ideal, um ein Nachmittagszuckertief aufzufangen, um eine Wanderung zu versüssen oder einen kleinen Dessert im Haus zu haben. Diese Guetzli würden sich sogar als Frühstück eignen für alle, die keine Zeit dafür haben und im Zug oder Büro eine Kleinigkeit frühstücken möchten. Die Feigen-Nuss Guetzli sind herrlich fruchtig, nicht allzu süss, und die gemahlenen Nüsse ergeben einen schönen Crunch, sodass sie die Aromen beim Zerkauen so richtig schön entfalten. Ich kann allerdings nicht bloss eins dieser Guetzli essen, obwohl sie sehr sättigend sind – sie haben Suchtpotential.

Nährstoffwissen

Es hat sich zum Glück inzwischen herumgesprochen: Gesunde Fette sind gut für uns. Die Tage der Light-Produkte sind definitiv gezählt. Es kommt natürlich darauf an, WELCHE Fette und in welchen Mengen wir zu uns nehmen. Zu den „guten“ Fetten gehören Oliven- und Rapsöl, aber auch Nüsse, Samen und Avocados. Einige Menschen (darunter ich) leiden deutlich weniger unter Fressattacken oder Zuckertiefs, wenn sie bei jeder Mahlzeit genügend Fett essen.


Feigen sind bekannt für ihre verdauungsfördernde Wirkung, aber natürlich auch für ihren leckeren Geschmack. Getrocknete Feigen enthalten nebst vielen Ballaststoffen auch Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Kupfer.

Quellen:
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21131-2017-02-07.html, Staying Healthy with Nutrition/Elson M. Haas, MD


Nötiges Equipment
– Standmixer
– Stabmixer

Zeitaufwand
2 Std. inklusive Teig kalt stellen und Backen

Zutaten (ergibt 1 Backblech mit 24 – 28 Guetzli)
1 1/2 cups Mandeln (200 g)
1/2 cup Walnüsse (45 g)
2 EL ungeschälter Sesam
2 EL gemahlene Leinsamen (ich mahle ganzen Leinsamen im Standmixer zu „Mehl“)
2 EL Flohsamenschalen
1 TL Vanillepulver
1 Prise Salz
7 getrocknete Feigen (ca. 130 g)
1,5 dl Wasser

Zubereitung
— Die Mandeln und Walnüsse einzeln im Standmixer zu Mehl mahlen (die unterschiedliche Textur und der Fettgehalt der Nüsse verhält sich verschieden, darum ist es einfacher, sie einzeln zu mahlen).
— Nussmehl, Sesam, Leinsamen, Flohsamenschalen, Vanillepulver und Salz in eine Schüssel geben und gut mischen.
— Die Stiele der Feigen abschneiden und die Feigen in kleine Stücke schneiden. In ein hohes Gefäss geben und mit 1,5 dl kochendem Wasser übergiessen. Feigen mit dem Stabmixer pürieren.
— Feigenpüree unter die Nussmasse mischen und zu einem feuchten Teig verarbeiten.
— Ein Stück Klarsichtfolie vorbereiten, ca. 30 cm lang.
— Ringe abziehen, wer welche trägt. Jetzt wird’s klebrig:
Guetzlimasse zu einer Wurst formen und auf die Klarsichtfolie legen.
Folie um die Teigwurst wickeln und eine regelmässig dicke Rolle von 4 – 5 cm Durchmesser formen.
— Teigrolle mind. 1 Stunde in das Gefrierfach legen.
— Fest gewordene Teigrolle aus dem Gefrierfach nehmen und Klarsichtfolie entfernen. Rolle mit einem feingezackten Messer in 5 mm dicke Scheiben schneiden und auf ein Backblech mit Backpapier legen.
— Guetzli backen: 175 Grad, Umluft, 18 – 20 Minuten.
— Guetzli auf einem Gitter auskühlen lassen und in einem offenen Gefäss lagern (da sie innen noch etwas feucht sind, befürchte ich, dass sie sonst schimmeln könnten nach ein paar Tagen).

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Varianten
Wer es würziger mag, kann noch etwas kleingeschnitten Rosmarin unter die trockene Masse mischen. Wer mag, kann auch Zimt oder Kardamom hinzugeben.

RohköstlerInnen können die Feigen 1 Std. in kaltem Wasser einweichen und dann pürieren. Die Teigmasse in Kugeln formen und zum Beispiel in Sesam wälzen und danach im Kühlschrank aufbewahren.

Wer keinen Standmixer hat, kann auch gemahlene Nüsse kaufen. Ob die Guetzli auch mit geschroteten statt gemahlenen Leinsamen zusammenhalten, kann ich leider nicht sagen. Ich würde sagen: Probieren!

Neue Geschäftsleitung: gefunden!

Kevin & Petra

Text & Foto: Petra Müller

Es freut mich sehr, euch den neuen Geschäftsleiter von FOOD MOVEMENT vorstellen zu dürfen: Kevin Nobs. Falls euch der Name bekannt vorkommt, dann ist das kein Wunder. Kevin hat schon HEALTHY FRIDAY-Rezepte für uns verfasst (zum Beispiel den feinen Brennnessel-Hanf-Aufstrich).

Wir sitzen gerade zusammen am Tisch und besprechen ganz lose und unverkrampft die Übergabe, die wahrscheinlich anfangs Februar 2020 über die Bühne gehen wird.

Wir werden Kevin noch genauer vorstellen, aber hier ganz kurz die tollen, passenden Eckdaten seiner Biografie:

2010: Maturarbeit „Heilpflanzen an der Emme“ (als Buch!)
2010 – 2013: Studium der pharmazeutischen Wissenschaften, Uni Basel
2013 – 2018: Studium der Germanistik & Biologie, Uni Bern
2017: Gründung skepping GmbH (Wildkräuter- und Umweltbildung)
2010 – heute: Apotheke Ryser AG, Burgdorf (Labor, Herstellung natürlicher Heilmittel)
2018 – 2021: Ausbildung zum Naturheilpraktiker TEN, SAKE, Bern

Sapperlott, oder?

Ich bin überglücklich!

Ganz herzliche Grüsse von uns beiden, Tulsi-Tee trinkend:
Kevin & Petra


Wie ich neulich hörte… Naturheilkundiges von Fiorina: Ansprüche

Text & Foto: Fiorina Springhetti, mamalltag

Wenn Ansprüche festgefahren sind…

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Diesen Satz hat jede und jeder von uns bereits etliche Male im Leben gehört. Und wir können dem wohl beistimmen. Die Gewohnheit gibt uns Sicherheit. Uns Bekanntes fördert Wohlbefinden und vermittelt das Gefühl von Stabilität. Oft agieren wir in unserem Leben automatisch, tun Dinge aus dem Effeff und kennen die Auswirkungen und Folgen. Die Gewohnheit eben.

Dinge, die wir tun und leben, generieren auch Ansprüche. Wir haben Ansprüche an unsere Arbeitsleistung, an Familienabläufe, an soziale Kontakte und unsere Freizeitaktivitäten. Diese Ansprüche resultieren oft aus dem Erfahrungswert der Gewohnheit. Was wir bis anhin gelebt haben, erwarten wir auch in Zukunft. Was gestern funktionierte, sollte morgen auch funktionieren. Der Mensch, ein Gewohnheitstier.

Was passiert nun aber, wenn aus uns unkontrollierbaren Gründen die Gewohnheit nicht aufrechterhalten werden kann? Wenn uns die Kontrolle entgleist, so zu agieren, wie wir es uns gewohnt sind? Wir erleben früher oder später ein Dilemma. Eine Zwickmühle. Denn die Ansprüche an uns selber bleiben oft bestehen, auch wenn die Erfüllung dieser nicht mehr gewährleistet ist.

Nehmen wir das Beispiel unserer Gesundheit. Sie ist uns oft ein treuer Begleiter. Das Herz schlägt, der Magen-Darm-Trakt verdaut, die Augen sehen, das Hirn denkt, die Nerven reagieren und die Lunge atmet. Wir sind es uns in den meisten Fällen gewohnt, dass unser Körper funktioniert. Wir können auf ihn vertrauen und sind uns bewusst, was er uns an Fähigkeiten verleiht.

Kann der Körper in irgendeiner Form die Gesundheit nicht mehr aufrechterhalten, dann kommen wir ins Straucheln. Wir stolpern. Über unsere Ansprüche. Denn unsere Ansprüche sind festgefahren. Sind quasi ebenso Gewohnheit. Wir erwarten heute, also erwarten wir auch morgen. Es ist nicht nur die Gesundheit, die uns zu schaffen macht, wenn sie uns verlässt. Es sind auch die Ansprüche, die wir nicht anzupassen vermögen, an eine Situation, die jetzt anders ist als gestern.

Die Erwartungen an uns und unsere Leistung – unsere Performance – ist hoch. Meistens befriedigen wir unsere Erwartungen und können mit hohem Tempo, viel Multitasking und Aufwand die täglichen to-do-Listen abhaken. Gerät jetzt aber unsere Gesundheit ins Wanken oder setzt für kurze oder lange Zeit aus, sind diese to-do-Listen nicht mehr zu bewältigen. Weder das Tempo, noch das Multitasking, noch den Aufwand können wir aufrechterhalten. Die Erwartungen bleiben unerfüllt. Die Ansprüche auch.

Die erste Handlung, die wir tätigen, wenn wir realisieren, dass wir leistungsschwacher werden, ist zu kompensieren. Wir hoffen, dass ein Entzündungshemmer hilft, die Schmerztablette wirkt, der Energy-Drink aufputscht, der Multivitamin-Saft übernimmt. Wir schlucken, was uns vermeintlich aufrechterhalten soll. Wir suchen nach etwas, das den Zustand blockiert oder verhindert. Denn wir haben Ansprüchen gerecht zu werden. Wir haben keine Zeit, leistungsvermindert zu agieren. Wir haben keine Zeit und es entspricht nicht unserer Gewohnheit.

Was aber nun, wenn wir uns anstelle der Blockierung oder Verhinderung des Krankheitsprozesses, die Krankheitsüberwindung zu Herzen nehmen würden? Was müssten wir tun, um uns oder andere durch eine Krankheit bedarfsorientiert begleiten zu können? Unsere festgefahrenen Ansprüche wieder anpassungsfähig werden lassen. Erwartungen an uns selber und andere nach Situationen und Lebenslagen generieren und nicht nach Gewohnheiten. Uns das Recht geben, das Leben als unstetigen Wildbach zu sehen. Nicht als künstlichen Kanal mit einheitlichem Uferabstand. Nur weil wir gestern überdurchschnittlich leistungsstark waren, bedeutet das nicht, dass wir es heute erneut sind. Eigentlich wissen wir das. Wir ignorieren dieses Wissen aber erfolgreich.

Schneller, höher, stärker. Das wollen wir. Und das tun wir – so lange wie wir können. Können wir es auf einmal nicht mehr, bleibt der rationale Teil von uns da, wo er immer war: Schneller, höher, stärker. Wir erwarten es. Wir fordern es. Wir haben den Anspruch. Der Frust, diesem Anspruch nicht mehr zu genügen ist unausweichlich. Und er zermürbt. Und er macht krank. Und ohnmächtig. Denn wir sehen eine Gesellschaft an uns vorbeirennen – schneller, höher, stärker. Und wir, wir bleiben zurück.

Und so wäre es an der Zeit, nicht nur Fortschritt in Medizin, Heilkunde und Gesundheitsprävention anzustreben. Sondern ganz speziell an unserer Einstellung gegenüber Erwartungshaltung, Ansprüchen und Gewohnheiten zu arbeiten. Sie wieder adaptierbar zu machen. Flexibel. Die teuersten und besten Heilmethoden helfen mir nicht, wenn ich den Zustand der Krankheit als Scheitern meiner selbst betrachte. Als Scheitern meiner selbst in einer Gesellschaft im Streben nach «schneller, höher, stärker».

3 Tipps für besseren Schlaf

Text & Foto: Petra Müller, Initiantin von FOOD MOVEMENT

Wir kennen sie wohl inzwischen alle, die gängigen Tipps für besseres Schlafen: Leichtes Abendessen, kühles und dunkles Schlafzimmer und möglichst kein auf-Bildschirme-Schauen mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen. Darüber hinaus gibt es aber noch ein paar Dinge, die ich zusätzlich ausprobiert und für wirksam befunden habe.

Ätherische Öle
Es gibt bereits zahlreiche Spitäler, die ätherische Öle für die Patienten, aber auch für das Personal einsetzen. Es gibt anregende, beruhigende und entspannend wirkende Öle – sie können aber auch schmerzlindernd, antibakteriell oder kreislaufanregend eingesetzt werden. Für einen ruhigeren Schlaf kommen unter anderem zwei Öle zum Zug: Bergamotte und Lavendel.

Bergamotte ist eine Zitrusfrucht, deren Aussehen einer Quitte ähnlich ist. Man kennt den typischen Bergamotte-Geschmack von Earl Grey Tee. Bergamotte wirkt stimulierend-entspannend, angstlösend und stimmungsaufhellend und kann bei Schlafstörungen eingesetzt werden (auch bei Kindern).

Lavendel hat seinen Namen vom lateinischen «lavare», was waschen bedeutet, denn Lavendel wurde schon von den Römern als duftender Badezusatz verwendet. Lavendel wirkt ausgleichend, beruhigend, angstlösend und antidepressiv, darüber hinaus auch fiebersenkend, entzündungshemmend, krampflösend und immunstimulierend.

Am besten lässt man sich von der Nase leiten und greift zu dem ätherischen Öl, das man lieber riecht. Mit einem sogenannten Trägeröl verdünnt (z. B. Mandel- oder Kokosöl) trägt man 1 Tropfen des jeweiligen Öles zum Beispiel auf dem Puls, auf der Brust oder an den Fusssohlen auf (man weiss inzwischen, dass jede Körperzelle auf Duftmoleküle reagiert, nicht bloss die Nase).

Wer ätherische Öle nicht gerne auf die Haut aufträgt, kann auch 2 – 3 Tropfen des Öls auf einen sogenannten Duftstein geben und neben das Bett stellen.

Wenn man ein Öl gefunden hat, das einem gefällt, führt schon das blosse Riechen zu einem wohligen, entspannenden und tröstlichen Gefühl – eine ideale Voraussetzung, um gut zu schlafen.

Reishi
Reishi ist ein «Vitalpilz», der in Europa, Asien, Nordamerika und im Amazonasgebiet wächst. Reishi wird auch in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet, man findet ihn jedoch auch unter den sogenannten «Adaptogenen» im Reformhaus oder online. Reishi kann man als loses Pulver oder in Kapseln kaufen. Da der Geschmack angenehm lieblich ist, benutze ich ihn in Pulverform, wovon ich einen halben Teelöffel in mein Müesli oder abends in wenig Mandel- oder Hafermilch einrühre. Reishi wirkt bei Schlafstörungen und Alpträumen, aber auch bei Rastlosigkeit, Stress, Stimmungsschwankungen und Vergesslichkeit.

CBD-Öl
Es hat eine Weile gedauert, bis ich Cannabisöl (ohne THC und daher ohne Rauschwirkung!) ausprobiert habe. Der Geschmack dieses Öls erinnert klar ans Kiffen – nicht gerade mein Lieblingsduft. Aber ich habe CBD-Öl sehr schätzen gelernt. Es ist ein Multitalent und kann bei diversen Beschwerden und Wehwehchen eingesetzt werden:

CBD-Öl wirkt stimmungsausgleichend und schmerzlindernd, aber auch beruhigend, und das auf angenehme Art. Es lässt mich «weich» werden und tiefer schlafen, was in der Folge einen positiven Einfluss auf den nächsten Tag hat. Ich benutze CBD-Öl seit zwei Jahren täglich und möchte es zurzeit nicht missen. Da CBC-Shops seit einiger Zeit wie Pilze aus dem Boden schiessen und die Qualität zum Teil zweifelhaft ist, empfehle ich, CBD-Öl in der Apotheke oder in einer Drogerie zu kaufen.

Grundsätzlich habe ich gelernt, dass sich bei CBD-Öl eine tiefe Potenz und minimale Dosierung sowie eine regelmässige Einnahme bewährt.

Am besten probiert man diese Tipps nacheinander und nicht gleichzeitig, um feststellen zu können, ob etwas die erwünschte Wirkung hat.

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Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog von Hüsler Nest.