Schlagwort: Wissen

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Weisse Bohnencreme

Einführungstext: Petra Müller, Initiantin von FOOD MOVEMENT
Rezept, Text & Fotos: Stephanie Pinteritsch von Mundzeug

Es freut mich immer sehr, wenn sich interessierte Menschen direkt bei mir melden, denn die ersten zwei Jahre ging die Initiative immer von uns aus. So trudelte vor kurzem ein äusserst sympathisches Mail von einer Stephie bei mir in den Posteingang. Sie hatte unsere Website beim Stöbern entdeckt und bot ihre Zusammenarbeit an. Wie schön! Ich schaute mir ihre Website an und stellte fest, dass Stephie unseren Vorstellungen entspricht, denn, das gebe ich gerne zu: Wer immer noch Zucker, kiloweise ordinäres Weissmehl oder Sonnenblumenöl in seinen/ihren Rezepten hat, passt leider nicht zu uns. Unser wichtigstes Anliegen ist, die traditionelle Küche zu hinterfragen und Offenheit zu zeigen für Neues, Gesünderes.

Stephie und ich haben kurz nach dem Mailkontakt miteinander telefoniert, wobei sich der Eindruck, dass es sich hier um eine sehr sympathische Österreicherin handelt, mehr als bewahrheitet hat. Es freut mich daher sehr, dass wir inskünftig mit Beiträgen aus TCM-Sicht von Stephie rechnen dürfen. Eine schöne Bereicherung. Herzlich willkommen, liebe Stephie ♥.

Ich komm aus einem Land der Jausen-Gesellschaft. Morgens wird Käsebrötchen oder Marmeladesemmerl gefrühstückt und abends folgt eine zünftige Brotzeit mit Wurstwaren, Geräuchertem und rohem Gemüse. Lediglich das Mittagessen wird gekocht, obwohl dann auch oft nur ein Salatkopf am Kochtopf vorbeirauscht.

Als Ernährungsberaterin nach traditionell chinesischer Medizin ist es oft schwierig, in diese festgefahrenen Muster etwas frischen Wind zu pusten. Aus diesem Grund lass ich mir gerne Dinge einfallen, die die Menschen dort abholt, wo sie sich wohl fühlen. Eine Brotbeilage, die eine gekochte Komponente beinhaltet und vielseitig einsetzbar ist. Unsere Mitte liebt es gekocht und warm. Sie kann solche Dinge besser verwerten als rohe Lebensmittel.

Heute möchte ich euch meine absolut traumhafte weisse Bohnencreme vorstellen. Sie lässt sich zu gekochtem Gemüse dippen, zu Shakshuka-Gerichten löffeln, aber auch aufs Brötchen streichen. Und wer sagt überhaupt, dass es immer Teigwaren sein müssen – auch eine gebackene Süsskartoffel oder Kürbisscheiben aus dem Ofen lassen sich super damit beschmieren.

Bohnen aus TCM-Sicht:
Aus der Sicht der TCM sind weisse Bohnen thermisch neutral und dem süssen Geschmack zugeordnet. Sie haben einen Leber- und Lungenbezug, und ihnen wird ein hautverschönernder Effekt nachgesagt. Sie särken unser Yin, also unsere Substanz im Körper, entgiften und bringen den Säure-Basenhaushalt ins Gleichgewicht. Da sie eine ausleitende Eigenschaft haben, sollte man sie bei stark trockener Haut eher mit Vorsicht genießen.

Vegetarisch betrachtet sind Bohnen sehr wertvoll, da sie uns eine Menge an Proteinen und wichtigen Kohlenhydraten liefern. Sie sind reich an Kalium, Kalzium, Eisen und B Vitaminen.

Zutaten
400 – 500 g gekochte Bohnen

Grundzutaten:
2 Esslöffel weisses Mandelmus
½ TL Salz
ein bisschen Ume Su Sauce oder ein Spritzer Zitronensaft

Variante 1:
½ TL Cumin/ Kreuzkümmel gemahlen
geräuchertes rotes Paprikapulver

Variante 2:
1 kleine Knoblauchzehe
geröstetes Sesamöl oder weisses Tahini

Wenn man getrocknete Bohnen verwendet, die Bohnen über Nacht einweichen und in frischem Wasser für mindestens 20 Minuten köcheln – je länger, desto feiner lässt sich die Creme später mixen.

Die Bohnen mit den Grundzutaten vermischen und zu einer feine Paste mixen.
Die Creme in 2 Teile teilen und mit den jeweiligen Zutaten würzen.

Die Creme hält sich einige Tage im Kühlschrank. Bevor man sie isst, sollte sie mindestens Zimmertemperatur haben, da hilft auch der kurze Aufenthalt im warmen Ofen.

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Die nächsten Rezepte aus der TCM-Küche kommen bald und ich freue mich schon riesig, mein Wissen mit euch zu teilen.

Sachbuch: Der Ernährungkompass von Bas Kast. Plus Buchverlosung!

Text & Foto: Petra Müller, Initiantin von FOOD MOVEMENT

«Der Ernährungskompass. Das Fazit aller wissenschaftlichen Studien zum Thema Ernährung» von Bas Kast

Dass es Bas Kast mit seinem «Ernährungskompass» mal in die Bestsellerlisten schaffen würde, hätte er wohl auch nicht gedacht. Denn schon auf der Suche eines Verlages sagte man ihm unter anderem, dass so ein Buch niemanden interessieren wird. Kilometerweit gefehlt! Und Bertelsmann Verlag sei Dank, dass er das Buch in sein Programm aufgenommen hat.

Bas Kast hat geschafft, was eigentlich wirklich beinahe unmöglich ist: Dass sich Menschen, darunter auch viele Herren, plötzlich für gesunde Ernährung interessieren. Das hat womöglich damit zu tun, dass Bas Kast selbst ein Mann ist und sich an Studien orientiert (nicht, dass wir Frauen nicht auch wissenschaftlich belegte Fakten bevorzugen, wir sind aber wahrscheinlich auch offener gegenüber gefühlsbetonten oder spirituellen Philosophien). Die Glaubwürdigkeit kommt aber auch daher, dass Bas Kast sich lange und gerne von Fast Food ernährt hat, sich also wie viele Menschen nicht wirklich Gedanken über die Ernährung gemacht hatte.

Das änderte sich, als Bas Kast eines schönen Morgens beim Joggen plötzlich einen jähen Schmerz in der Brustgegend verspürte. Und das mit Anfang vierzig. Als sich sein Zustand nicht verbesserte, fing er an zu recherchieren. Bas Kast ging der Frage nach, was er essen sollte, um sein Herz zu schonen. Als Wissenschaftsjournalist war dieses Vorgehen wohl nicht nur vernünftig, sondern ganz natürlich.

Die vielen neuen Erkenntnisse, auf die Bas Kast gestossen ist, behält er zum Glück nicht für sich alleine, sondern teilt sie uns mit seinem Ernährungskompass.

So lesen wir zum Beispiel auf Seite 24:
«Bis zu einem gewissen Grad ist es dabei schlicht so, dass jene Nahrungsmittel, die das Herz schonen, im Grossen und Ganzen auch heilsam für das Gehirn und den Rest des Körpers sind».

Obwohl ich mich selbst sein einigen Jahren mit Ernährung und Gesundheit auseinandersetze, habe ich dank dem Ernährungskompass etliche Dinge neu betrachtet oder dazugelernt.

In meinen Beratungen höre ich oft, dass meine Klientinnen Schwierigkeiten haben, satt zu werden. Bas Kast hat vielleicht eine Erklärung dafür: Wir hören erst auf zu essen, wenn unser «Eiweisshunger» gestillt ist. In einem Experiment liess man eine Gruppe von Menschen zuerst an einem Buffet essen, wie sie wollten. Am zweiten Tag gab es zwei verschiedene Buffets: Eines mit proteinreichen Lebensmitteln (Fleisch, Fisch, Joghurt, Käse, Milch etc.) und eines mit proteinarmen Lebensmitteln (Croissants, Waffeln, Nudeln, Kartoffeln, Couscous, Obst, Gemüse etc.). Am dritten Tag gab es wieder ein Buffet mit allem für beide Gruppen.

Das Spannende an diesem Experiment war, dass die Gruppe mit dem proteinreichen Buffet am zweiten Tag insgesamt 38 Prozent weniger Kalorien zu sich nahm – ihr Hungergefühl war drastisch schneller gestillt. Protein ist also sättigend.

«Stellt man uns proteinreiche Nahrung zur Verfügung, ist unser Bedarf bald gedeckt, wir fühlen uns satt, hören spontan auf zu essen. Ist unsere Nahrung allzu proteinverdünnt, essen wir instinktiv mehr, ja wir essen so lange, bis unser Körper bekommen hat, was er braucht, will heissen: Wir überfressen uns und nehmen zu.»

«Proteinverdünnt»! Der Ausdruck gefällt mir. Vielleicht mögt ihr ja mal euer Essverhalten beobachten und findet heraus, ob auch ihr oft «proteinverdünnte» Lebensmittel esst oder gar bevorzugt? Die Lebensmittelindustrie hat das längst begriffen und überschwemmt uns mit Produkten, die zu einem grossen Teil aus billigen Rohstoffen wie Zucker und Fett bestehen. Die Menschen lieben diese Kombination, tun sich und ihrer Gesundheit längerfristig jedoch keinen Gefallen.

Nun ist es aber nicht so einfach. Bestimmte Proteine kurbeln den Alterungsprozess an und erhöhen damit das Risiko zahlreicher Altersleiden. Zitiert wird der Altersforscher Valter Longo von der University of Southern California in Los Angeles: «Wir haben simple Organismen studiert, aber auch Mäuse, bis hin zu Menschen, und konnten überzeugend nachweisen, dass proteinreiche Diäten – insbesondere, wenn die Proteinen von Tieren stammen – fast so schädlich für ihre Gesundheit sind wie Rauchen».

Etwas vereinfacht gesagt hilft Protein dem Zellwachstum. Werden unsere Körperzellen aber ständig zu Wachstum angeregt, kriegen unter anderem auch Krebszellen ihren Hauptrohstoff. Einfach viel Protein zu essen ist deshalb eine schlechte Idee. Die gute Nachricht ist, dass der schädliche Effekt verschwindet, sobald es sich um pflanzliche Proteine handelt.

Auch der ehemalige Fleischesser Bas Kast musste sich das eingestehen. Bei ihm gibt es nur noch selten Fleisch, und wenn, dann aus artgerechter Tierhaltung. Es erstaunt ihn selbst, dass er Fleisch inzwischen kaum mehr vermisst.

Wohin zeigt die Kompassnadel in Sachen Proteine?
Von Norden (gesund) nach Süden (ungesund):

– Leinsamen
– Nüsse, Linsen
– Weizenkeime, Bohnen
– Pilze, Kichererbsen
– Joghurt, fettiger Fisch
– Landhuhn, Käse, Eier
– Milch, Wild, Gras-Rind
– rotes Industriefleisch
– Pangasius
– frittierter Fisch
– Schinken
– Wurst
– Hotdogs

Es folgen Kapitel zu Kohlenhydraten, wobei Bas Kast auf den verführerischen Zucker (und die Fettleber) eingeht, aber auch auf Low-Carb Ernährung (und weshalb manche Menschen so gut damit abnehmen), aber auch gesunde Kohlenhydrate, angeführt von Hülsenfrüchten und Gemüsen sowie Haferflocken und Sauerteigbrot. Am Schluss der Kohlenhydratereihe humpeln fette Pommes, Chips, Süssigkeiten und Soft Drinks.

Zwischendurch erfährt man, wie sich die langlebigsten Völker ernähren oder wie man effizient abnimmt. Der «Ernährungskompass» geht auch auf Getränke ein wie Milch, Kaffee, Tee und Alkohol. Sehr differenziert beschreibt Bas Kast zudem unterschiedliche Fette und welche zu meiden sind.

In einem Epilog zählt Bas Kast seine 12 wichtigsten Ernährungstipps auf.
Ich zeige sie euch ohne den Detailbeschrieb, obwohl ich jedem die Lektüre dieses Buches wirklich empfehlen kann!

1. Essen Sie echtes Essen (möglichst unverarbeitet Nahrungsmittel)
2. Machen Sie Pflanzen zu Ihrer Hauptspeise
3. Lieber Fisch als Fleisch
4. Joghurt: ja. Käse: auch okay. Milch: so lala
5. Zucker minimieren, industrielle Transfette meiden
6. Keine Angst vor Fett!
7. Schlankmachertipp Nr. 1: Low-Carb ist keine «Modediät», sondern gerade bei Übergewicht einen Versuch wert
8. Schlankmachertipp Nr. 2: Eiweisseffekt nutzen
9. Schlankmachertipp Nr. 3: Praktizieren Sie «Zeitfenster-Essen»
10. Schlankmachertipp Nr. 4: Hirnentzündung mit Omega-3 lindern
11. Keine Vitaminpillen!
12. Geniessen Sie!

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Bas Kast, Jahrgang 1973, studierte Psychologie und Biologie in Konstanz, Bochum und Boston/USA. Er arbeitet als Wissenschaftsjournalist und Autor.

Es ist ein Interview mit Bas Kast vorgesehen, aber Bas wird zurzeit mit Anfragen überhäuft. Wir warten geduldig, lieber Bas!

V E R L O S U N G
Wir verlosen 3 Exemplare des «Ernährungskompass»!

Schickt uns bis am 5. August 2018 eine Mail mit eurer Postadresse:
welcome@food-movement.ch.

Wer sich nicht auf sein Verlosungsglück verlassen mag: Der Kauf dieses Buches ist eine super Investition in eure Gesundheit und in eure Lebensqualität.

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* Die Verlosung wurde durchgeführt *

Die glücklichen Gewinnerinnen je eines Ernährungskompasses sind Maya Tews, Doris Büchi und Caroline Schwarze. Herzlichen Glückwunsch!

Barbara: Dolichokolon

Erfahrungsbericht & Foto: Barbara Jäggi

In unserer Gesellschaft sind Verdauungsbeschwerden Tabu: «Man» spricht noch immer nicht über solche Themen. Welch gravierende Auswirkungen ein vor dem Zusammenbruch stehendes Verdauungssystem jedoch auf das gesamte Wohlbefinden haben kann, musste ich am eigenen Leib erfahren.

Solange ich denken kann, hatte ich Probleme mit meiner Verdauung. Zum ersten Mal richtig bewusst wurde mir dies als Teenie während Familienferien auf Sardinien. Meine Mutter gab mir damals Abführmittel, welche sie auch selber regelmässig konsumierte. Damit begann ein erster Teufelskreis für mich. Denn die Nebenwirkungen der Laxative liessen nicht lange auf sich warten: Mein Darm wurde träger und träger, Erleichterung verschaffte nur eine immer höhere Dosis Abführmittel. Daher suchte ich bereits mit Anfang 20 Hilfe – vergeblich. Ich liess u. a. Untersuchungen am Universitätsspital Zürich und am Salem-Spital Bern vornehmen und vertraute mich diversen Ernährungsberatern an. Eine dieser Ernährungsberaterinnen liess auch eine Stuhlprobe untersuchen. Damals wurde bei mir Leaky Gut Syndrome festgestellt – ich konnte mit diesem Begriff jedoch nicht viel anfangen. Die Beraterin empfahl mir aber nur beschränkt Massnahmen. Was Leaky Gut Syndrome im Detail bedeutet, musste ich Jahre später während meiner Weiterbildung zur Fachberaterin für holistische Gesundheit mit Schrecken feststellen.

2009: Erste Erleichterung
Auf meinem Weg wurde mir der Zusammenhang zwischen Ernährung und Ausscheidung glücklicherweise immer mehr bewusst. 2009 fand ich dann auch nach langer Suche einen sehr verständnisvollen und kompetenten Gastroenterologen. Er diagnostizierte mein Dolichokolon, welches seit Geburt vorliegt: Mein Dickdarm ist 30 % länger als üblich, was meine Beschwerden erklärte. Zu dieser Zeit lebte ich strikt vegetarisch; mein Gastroenterologe riet mir jedoch, ab sofort auch Milchprodukte und Gluten von meinem Speiseplan zu streichen. Er begleitete mich zudem bei der Umstellung der Laxative auf verschreibungspflichtige Medikamente, ein Prucaloprid und ein iso-osmotisches Darmregulans.

2011 beschloss ich, aus damals noch vorwiegend gesundheitlichen Gründen auf eine strikt vegane und glutenfreie Ernährung umzustellen. Ich informierte mich v. a. via US-amerikanische Quellen über reizdarmfreundliche Ernährung. Mehrere Jahre lang war meine Verdauung dadurch mehr oder minder gut eingestellt. Hin und wieder hatte ich jedoch mit starken Blähungen und saurem Aufstossen zu kämpfen; und in besonders stressigen Zeiten lief auch meine Verdauung nicht mehr wie gewünscht. Obwohl ich immer sehr auf meine Ernährung achtete und sehr viel Sport trieb (u. a. verdiene ich mir einen Teil meines Einkommens seit 2013 als Groupfitness-Instruktorin), war auch mein Gewicht starken Schwankungen ausgesetzt. Ich setzte aber zu stark auf die Wirkung der Medikamente und war mir zu wenig bewusst, wie stark gewisse Lebensmittel meine Darmtätigkeit beeinträchtigen können.

2016: Der erste Schritt in die zunächst falsche Richtung
2016 entschloss ich mich aus Eigeninteresse, eine Weiterbildung zur Fachberaterin für holistische Gesundheit zu absolvieren. Im Rahmen dieser Weiterbildung wurde mir auch bewusst, dass ein Leaky Gut, also eine geschädigte und daher undichte Darmschleimhaut, gravierende Folgen für die Gesundheit hat. Gewappnet mit zusätzlichem Wissen über Ernährung, über die westliche Medizin und alternative Heilmethoden beschloss ich, meine Medikamente abzusetzen.

Ich versuchte, mein Verdauungssystem mit meiner Ernährung in Schwung zu halten. Ein paar Monate lang funktionierte das auch mehr oder weniger. Gleichzeitig begann ich jedoch auch, wieder mehr Getreide zu konsumieren, da ich immer wieder Hinweisen begegnete, dass diese der Verdauung zuträglich seien. Im Nachhinein betrachtet, stellte sich diese Kombination jedoch als fataler Fehler heraus. Anfang 2017 litt ich nämlich unter scheinbar zusammenhangslosen Symptomen: meine Haut war so unrein wie nie zuvor, ich war ständig erschöpft, litt unter depressiven Verstimmungen, mein Zyklus war extrem unregelmässig, und ich nahm stetig zu. Meine Verdauung lief mässig, konnte jedoch aus medizinischer Sicht nicht als Verstopfung klassifiziert werden. Aus all diesen Gründen suchte ich im Frühling 2017 meinen Hausarzt auf und liess erst einmal ein grosses Blutbild machen. Alle Werte waren gut bis sehr gut, und mein Hausarzt wusste auch nicht weiter. Daher überwies er mich an eine Hormonspezialistin. Auch dort waren alle Befunde unauffällig.

Ich litt währenddessen immer mehr unter dieser mir unerklärlichen Gewichtszunahme und versuchte auf unterschiedlichste Weise, meinen Körper in sein Gleichgewicht zurückzubringen.
Im selben Frühling 2017 entschloss ich mich, mich zur PowerYoga-Lehrerin (200-Stunden-Zertifikat nach Yoga Alliance) weiterzubilden – ein doppelter Segen, wie sich mittlerweile herausgestellt hat.

An einem Wochenende im September fand eines der Module in Basel statt; und ich fühlte mich elend. Am Samstag konnte ich weder essen noch trinken, ich hatte keine Energie, und am Abend mass ich fast 39 °C Temperatur. Zudem litt ich unter starkem Aufstossen, was unsere gesamte Wohnung mit einem grässlichen Schwefelgeruch ausfüllte. Zudem quälten mich heftige Bauchschmerzen. Am Sonntagmorgen wurde es immer schlimmer, und auf Anraten meiner Telmed-Beraterin suchte ich den Notfall mit Verdacht auf Darmverschluss auf. Ganz so schlimm war es dann zum Glück doch nicht, jedoch stand ich laut Notfallarzt kurz davor, Stuhl zu erbrechen. Der Dienstarzt verschaffte mir mit einem Einlauf und starken Abführmitteln erste Abhilfe. Er verschrieb mir auch meine Medikamente wieder und legte mir ans Herz, meinen Gastroenterologen so bald als möglich aufzusuchen.

2017: Die allheilende Erkenntnis
Mein Gastroenterologe begrüsste zwar grundsätzlich meine Einstellung; jedoch redete er mir auch stark ins Gewissen. Er legte mir ans Herz, mein Dolichokolon ernst zu nehmen und der Gesundheit meines Darms erste Priorität einzuräumen. Medikamente werden wohl ein Leben lang notwendig sein, denn von einer Verkürzung des Grimmdarms rät mir mein Arzt aufgrund der damit verbundenen Risiken ab. Medikamente alleine sind jedoch nicht alles, auch meine Ernährung muss auf meinen Darm abgestimmt sein. So habe ich nach meinem letzten Termin mit dem Ausschlussverfahren alle Lebensmittel eliminiert, die meinem Darm nicht zuträglich sind.

Ich ernähre mich hauptsächlich von Gemüse, Salaten, Hülsenfrüchten inklusuve Soja, Nüssen und Samen. Ich achte darauf, meine letzte feste Mahlzeit möglichst vor 16.30 Uhr zu mir zu nehmen. Morgens geniesse ich einen grünen Smoothie mit einem pflanzlichen Proteinpulver. Ich trinke ausreichend Wasser und Kräutertee.

Auch mein Sportprogramm habe ich komplett überdacht: Anstelle von schweisstreibenden HIIT-Sessions setze ich heute auf Ausdauertraining auf nüchternen Magen, funktionelle Trainingseinheiten mit dem eigenen Körpergewicht, lange Spaziergänge und tägliche Yoga-Einheiten. Auch zwei tägliche Mediationseinheiten von 10 Minuten gehören mittlerweile zu meinem Alltag. So schaffte ich es, meine Depressionen zum verschwinden zu bringen, meine Haut zu klären, mein Gewicht zu regulieren und mein grundsätzlich hohes Energielevel wieder zu erlangen. Klar, meine Ernährung schränkt mich in sozialen Situationen ein; die Lebensfreude und Lebensenergie, die ich wieder zurückerhalten habe, gebe ich aber niemals mehr her.

Mein Nebenerwerb als Ernährungsberaterin habe ich mittlerweile darauf ausgelegt, anderen Menschen mit Verdauungsproblemen auf ihrem Weg zu begleiten: www.theyogabody.ch

Neue ideelle Unterstützung durch Dr. med. Tamborrini-Schuetz

Text: Petra Müller, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT

Wir freuen uns sehr über die neue, wertvolle ideelle Unterstützung durch den Rheumatologen Dr. med. Giorgio Tamborrini-Schuetz. Wir haben bereits vor einiger Zeit ein Interview mit Dr. Tamborrini gezeigt. Er ist wie wir davon überzeugt, dass Erkrankungen durch eine kluge Ernährung gelindert werden können.

Dr. Tamborrini ist Rheumatologe und Experte für Ultraschall sowie Dozent an der Medizinischen Fakultät des Universitätsspitals Zürich und Mitglied verschiedener Kommissionen und Verbände.

Wir haben das Glück, Dr. Tamborrini persönlich zu kennen. Wir schätzen ihn nicht nur als Fachperson, sondern auch als Menschen.

Herzlich willkommen, lieber Herr Tamborrini!

NEWS bei FOOD MOVEMENT: Weniger = mehr

Text: Petra Müller, Gründerin von FOOD MOVEMENT

Vor zwei Jahren haben wir den HEALTHY FRIDAY lanciert, und wir haben euch seither jeden Freitag ein Rezept oder einen Beitrag zu Bewegung oder Entspannung gezeigt. Das sind genau 100 Beiträge mit Inspirationen, Impulsen und neuen Ideen.

Ohne die vielen Menschen aus der HEALTHY FRIDAY-Community wäre dies nicht möglich gewesen, darum gilt unser grosser Dank euch allen!

Wir schaffen den HEALTHY FRIDAY jedoch nicht ab. Wir werden euch immer noch sporadisch an einem Freitag ein Rezept oder einen Beitrag zu den Kategorien MOVE oder RELAX zeigen. In Zukunft möchten wir unsere Zeit und Energie jedoch noch mehr in Interviews, Buchrezensionen und das Aufspüren von Erfahrungsberichten stecken. Das Königsziel wäre auch mehr Projekte in der analogen Welt – gerade diese benötigen jedoch sehr viel mehr Ressourcen.

Ich freue mich sehr auf diese fokussiertere Ausrichtung und hoffe, euch damit noch spannendere Inhalte zeigen zu können. Sodass ihr weiterhin Inspirationen findet, um neue Ideen auszuprobieren und euren eigenen, selbstbestimmten Weg zu gehen.

Über Wünsche und Inputs freue ich mich übrigens sehr!

Ganz herzlichen Dank für euer Interesse an FOOD MOVEMENT ♥.

HEALTHY FRIDAY // Interview mit Jeannette Ruh

Interview: Petra Müller, Gründerin von FOOD MOVEMENT

Heute erfahren wir etwas mehr über den Hintergrund und die Ernährungsgewohnheiten von Jeannette Ruh. Sie auch schon köstliche Rezepte für beispielsweise Kürbis-Schokolade Power Bites oder – jetzt wieder ganz aktuell – einen Smoothie mit Brennnesseln mit uns geteilt. Wer sich täglich von Jeannette inspirieren lassen möchte, kann ihr (wie 21’200 andere Menschen) auf Instagram folgen.

Seit wann und weshalb achtest du auf deine Ernährung?
Seit ich im 2011 am Pfeifferschen Drüsenfieder erkrankt bin und lange mit verschiedenen Entzündungen im Körper gekämpft hatte, wurde mir bewusst, dass ich meine Ernährung komplett umstellen musste. Da mir niemand ausser ich mir selber helfen konnte, startete das Projekt mit viel Gemüse, grünen Smoothies, keinem Zucker mehr, kein Gluten und einer veganen Ernährung. Mittlerweile esse ich wieder ein wenig Milchprodukte, wenn mein Körper danach verlangt. Ansonsten fehlt mir mit dieser Ernährung nichts, und ich fühle mich fitter als zuvor.

Wie hast du dich davor ernährt?
Zuvor stand viel Zucker in jeglicher Form auf dem Programm. Viel weisses Brot, Schokolade, Joghurt – Gemüse suchte man auf meinem Teller vergebens.

Welche körperlichen und/oder geistigen Veränderungen stellst du fest, seit du dich anders ernährst?
Mit der Ernährungsumstellung habe ich auch intensiv begonnen, Yoga zu machen. Deshalb ist die Veränderung auch in diesem Zusammenhang passiert. Bei mir ist es eine Kombination von beidem, was den grösseren Einfluss hat, weiss ich nicht. Körperlich fühle ich mich vitaler, Erkältungen sind nur noch sehr selten und auch die Grippe sucht mich nicht mehr heim. Durch das Yoga und die Ernährung fühle ich mich wacher, klarer und fokussierter.

Kannst du die Philosophie deiner heutigen Ernährung beschreiben?
Grundsätzlich pflanzenbasiert, mit kleinen Ausnahmen. Sagen wir mal zu 85 % vegan und glutenfrei, der Rest kann dann alles sein.

Gibt es Lebensmittel, die du ganz meidest?
Ich achte darauf, dass ich alles in Bioqualiät esse. Ansonsten kein Weizen oder weissen Zucker.

Kannst du uns deine Ernährung für einen normalen Tag in etwa beschreiben?
Ein Smoothie zum Frühstück, später einen Espresso oder zwei…
Zum Mittagessen ein Salat mit pflanzlichen Proteinzusätzen.
Mein Nachtessen ist meist warm mit viel Gemüse, Reis, Linsen-Teigwaren etc. Meist ganz einfach.
Zwischendurch esse ich dunkle Schokolade, Früchte, rohes Gemüse, Kokoswasser.

Was kochst du dir, wenn du fast keine Zeit hast?
Ich esse oft auswärts und koche auch nicht sehr regelmässig. Wenn es also mal schnell gehen muss, mache ich mir einen Salat mit Sprossen, Saisongemüse und Pilzen.

Was sind deine bevorzugten Getränke?
Wasser, Tee und Kaffee (ja, Kaffee trinke ich noch zu oft)

Gibt es Lebensmittel, die du so gerne hast, dass du sie ausnahmsweise doch isst?
Manchmal etwas Milchschokolade. Das erklärt dann auch meine Antwort zur Philosophie Frage.

Wie gehst du mit privaten Einladungen zum Essen um?
Ich kommuniziere, was ich esse und was nicht. Ansonsten bin ich auch nicht kleinlich.

Wie organisierst du dich in Sachen Ernährung in den Ferien?
In den meisten Restaurants kann man mittlerweile vegan essen. Da hatte ich noch nie Probleme. Weizenfrei geht jedoch nicht überall, da muss man dann Abstriche machen.

Welche KöchInnen, Kochbücher, Blogs oder Magazine inspirieren dich?
Ich folge verschiedenen Bloggern auf Instagram. Da das immer wieder mal ändert, kann ich hier keine Namen nennen.

Was tust du in Sachen Bewegung und Entspannung?
Yoga und viel nach draussen gehen und spazieren, joggen oder Velo fahren.

Ganz lieben Dank für dieses Interview, liebe Jeannette!

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Königinnen-Schmarrn


Text, Rezept & Fotos: Pascale Neuens, TCM-Ernährungsberaterin, neuensausderküche

Kennst du das hier?
Falls deine Verdauung nicht die Beste ist und du dann dennoch öfters mal so isst, wie es dir nicht gut tut, dann kennst du vermutlich Situationen wie diese hier:

• du fühlst dich irgendwie wie verkatert, leicht unwohl, hast etwas Kopfschmerzen und das, obwohl du am Tag vorher gar nichts getrunken hast

• deine Nase ist öfters verstopft, es fühlt sich eventuell so an, als ob eine Verkühlung im Anmarsch wäre, bzw. hast du vielleicht das Gefühl, schon länger nicht mehr richtig gesund gewesen zu sein

• du bist schlapp und müde, obwohl du gar nicht so schlecht schläfst und kommst du einfach nicht in die Gänge

• und das Schlimmste: es ist, als ob dein Verstand in Watte gepackt wäre oder im Nebel schwimmen würde…so sehr du dich auch bemühst, du kriegst keinen klaren Gedanken zu fassen! Du bist planlos und fühlst dich hilflos, Frust über dein eigenes Unvermögen macht sich breit…

Na, kommt dir das bekannt vor?
Ich weiß, wovon ich schreibe. Ich habe meine Ernährung allgemein wirklich gut im Griff, aber der Urlaub steht bevor und da wird es immer kritisch. Die österreichischen Klassiker der Mehlspeisküche mit den Zutaten Milch, Weizen und Zucker lösen genau dieses Chaos in meinem Kopf und meinen Emotionen aus.

Und das hat einen Grund:
Diese Kombinationen bilden chinesisch gesehen Feuchtigkeit. Feuchtigkeit erstickt dein Verdauungsfeuer. Es steigen keine klaren Dämpfe mehr auf, die zu klaren Gedanken führen.

Denk einmal darüber nach: Wie oft hattest du in der Vergangenheit bereits Situationen, wo du auf die Schnelle etwas verdrückt hast, wohl wissend, dass dir das nicht wirklich Energie bringen wird?

Du musst dieses Problem mit den vernebelten Gedanken durch verschleimende Ernährung lösen, wenn du wirklich langfristig zu deiner Höchstform auflaufen willst und in deinem Leben in allen Bereichen für Klarheit sorgen möchtest.

Warum ist das so wichtig? 
Hier ist das Problem: Je schwächer dein Verdauungsfeuer, desto schlapper wirst du. Je müder du bist, desto mehr schreit dein Kopf nach Zucker. Dein Körper kennt nur das, was vorherrscht und du wirst geradezu süchtig nach Kuchen, Brot, Käse usw. Daraus bildet sich immer mehr Feuchtigkeit und diese blockiert die Energie in deinen Leitbahnen.

Im heurigen Erde-Hund-Jahr wirkt sich das speziell auf das Herz aus: Druckgefühl, Herzrasen, Herzstolpern können auftreten. Schleim kann die Herzkanäle verlegen und depressive Verstimmungen, psychosomatische Auswirkungen, geistige Verwirrungen und manische Tendenzen nach sich ziehen. Der Geist Shen wohnt chinesisch gesehen im Herzen. Wenn die Herzkanäle verlegt sind, ist dein Geist nicht mehr klar!

Die Kombination von Weizen, Zucker und Milchprodukten in täglich großen Mengen führt langfristig zu Qi (Energie) Stagnationen, Anstauungen von Schleim, blockieren das Herz und dämpfen den Geist, das verursacht Verwirrung.

Deshalb ist es für dich von entscheidender Bedeutung, ausgewogene Mahlzeiten zu dir zu nehmen, um stagnierende Energie in Bewegung zu bringen und die Feuchtigkeit und Schleim auszuscheiden. So lässt du Missmut, trübe, depressiv Stimmung, Schlappheit, Atembeschwerden, Muskelschlaffheit, Nervosität, Ärger, Zorn, Frust hinter dir und schaffst Raum für Klarheit (weit über die Ebene der Ernährung hinaus).

Hier ist die Lösung:

5 Tipps für weniger Blockaden und mehr Klarheit auf allen Ebenen:

1. Bewege dich ausreichend
Körperliche Bewegung im Sinne von Yoga, Pilates, Joggen, Wandern, Radfahren, Schwimmen, Inline-Skaten, Qi Gong stärken deine Muskeln und fördern die Qi Bewegung in den Organen und den Leitbahnen. Auch die Beweglichkeit wird verbessert und so mancher feststeckende Gedanke löst sich bei einem ausgiebigen Waldspaziergang in Luft auf…

Achte darauf, täglich mindestens 30 Minuten in Bewegung zu sein, am besten an der frischen Luft und idealerweise im Grünem.

2. Iss regelmäßig einfache und frisch gekochte Gemüsegerichte
Das mit der Regelmäßigkeit ist ja so eine Sache. Aber unser Magen funktioniert wie eine innere Uhr. Er ist am glücklichsten, wenn es fixe Essenszeiten gibt. Er mag – so langweilig es klingen mag – Gewohnheiten. Frisches, saisonales Gemüse sorgt dabei für ausreichend Ballaststoffe. Diese nähren dein Mikrobiom (Bakterienwelt im Darm) und sorgen für eine gute Verdauung.

Dir schmeckt kein Gemüse? Dann hast du es vielleicht einfach noch nicht richtig gut zubereitet, stöbere in meinen Rezepten.

3. Lass alles weg, von dem du weißt, dass es dir nicht bekommt
Wenn du weißt, dass dir gewisse Dinge einfach nicht gut tun, dann lass sie weg. Es ist egal, was du gelesen hast, wie gesund Quinoa, Chiasamen, Aroniabeeren oder was auch immer für ein Superfood es sein soll. Wenn es dir nicht gut tut, dann lass es weg. Es bringt nichts, etwas „Gesundes“ zu essen, von dem Durchfall oder Bauchschmerzen bekommst. Gesund ist, was verdaut werden kann!

Achte darauf, womit du dich am wohlsten fühlst und mach mehr davon. Was deinen Geschmack anbelangt, sei gewarnt: er ändert sich ganz von alleine in die richtige Richtung und ehe du dich versiehst, ist Zucker dir zu süß…

4. Verwende ausreichend (frische mediterrane) Kräuter
Gewürze und Kräuter haben eine wichtige Funktion in der Küche, bzw. später im Verdauungstrakt: sie unterstützen unsere Verdauung, regen diese an und fördern die Verdaulichkeit des Speisebreis. Je besser die Umwandlung/Aufspaltung, desto besser die Nährstoff-Aufnahme. Die Aromen der Kräuter trocknen Nässe (aus den Speisen), unterbinden die Entstehung von Feuchtigkeit, wirken beruhigend und entblähend und unterstützen die Ausscheidung.

Majoran, Oregano, Muskat, Kardamom, Zitrusschalen, Koriander, Thymian usw. sind z. B. elementar bei überbackenen Speisen, Pizza, Käsegerichten, Getreidebreis, Pürées, …

5. Verzichte auf (zu häufige) verschleimende Kombinationen
Süß-scharf wie z. B. Kokos-Currys, Käsefondue mit Schnaps, Mon Chéri, Rumkugeln, Tiramisu, Pina Colada, …Gebackenes, fettes Fleisch und Schweinefleisch allgemein, Milchprodukte allgemein und speziell in Kombination mit Weizen und Dinkel, Brotmahlzeiten allgemein und speziell mit Käse, Marmelade, Nutella, …

Das ist schon fast alles – mehr musst du nicht tun, um dein Leben weg von der nebulösen Feuchtigkeit hin zur Klarheit zu führen.

Darum löst es dein Problem:
Es liegt eigentlich auf der Hand: Sobald du ordentlich isst und die Ursache beseitigst, passiert es dir nicht mehr, dass dein Körper sich weiterhin vermüllt. Das wird automatisch dazu führen, dass du dich klarer und fitter fühlst. Unterstützen kannst du optimalerweise mit den richtigen Kräutern.

Und um dir zu zeigen, wie bunt und köstlich dein Leben in Klarheit sein kann, habe ich heute ein besonderes Rezept für dich:

Königinnen-Schmarrn (3 – 4 Portionen)

1 Tasse Hirse E
3 Tassen Wasser W
30 g Mandeln E
20 g Sonnenblumenkerne E
1-2 saure Äpfel H
1-2 EL Gojibeeren, ungeschwefelt
2 große Eier E
1 EL Butter oder Ghee oder Kokosöl E
1 Prise Salz W
Zimt, Vanille E
1 Prise Kardamom oder etwas Ingwer M
1 Prise Kakao F

Am Vortag die Hirse in 3 Tassen Wasser mit einer Prise Salz kochen bis das Wasser vollständig aufgesogen ist. Kaltstellen.

Über Nacht die Mandeln und Sonnenblumenkerne in Wasser einweichen.

Am darauffolgenden Tag den „Hirsekuchen“ aus dem Kühlschrank nehmen und diesen mit der Gabel in mundgroße Stücke zerpflücken. Mandeln und Kerne im Hacker zerkleinern.

In einem Teller die beiden Eier aufschlagen, Gewürze zu geben. Die Hirsestückchen mit einer Gabel im Ei wenden. Gojibeeren dazu geben.

Die Äpfel schälen oder die Schale dran lassen – das ist Geschmackssache. In Spalten oder Stückchen schneiden. Das Fett in einer Pfanne erhitzen und die Apfelstückchen anbraten. Die Hirsestücke dazugeben und braten bis das Ei fest ist und der Schmarrn Farbe annimmt.

Mit den geriebenen Nüssen anrichten und mit Zimt bestreuen.

Der Apfel kann auch zum Schluss gerieben werden und roh darüber angerichtet werden. Auch das ist Geschmackssache, bzw. ich richte mich da ein bisschen nach der äußeren Temperatur: im Winter warm, im Sommer frisch.

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Aus der Sicht der TCM:
Warum Königinnenschmarrn? Der Kaiserschmarrn war bei der Hochzeit von Elisabeth mit Franz Josef ursprünglich Sissi gewidmet: Kaiserinschmarrn. Da die Süßspeise dem Kaiser besser mundete, wurde der Name dann auf Kaiserschmarrn geändert – zumindest behauptet das so jemand auf Wikipedia…

Ich bin für Königinnenschmarrn, weil Hirse als das Getreide der Schönheit gilt.

Sie trägt zur Schönheit von Haut, Haare und Nägel bei, wirkt aufbauend, verjüngend, Nerven stärkend, entwässernd, entgiftend und entzündungshemmend.

Zu ihren Anwendungsbereichen zählen:

– Bindegewebsschwäche
– Haarausfall
– rissige Nägel
– Gefäßerkrankungen
– Gelenksbeschwerden
– Krampfadern
– Hämorrhoiden
– Verdauungsbeschwerden
– Vergesslichkeit
– Müdigkeit
– Erkältung

Im Gegensatz zu Weizen und Dinkel wirkt Hirse nicht schleimbildend, was sich vor allem auch bei Atemwegserkrankungen positiv auswirkt. Weiters soll Hirse bei jahreszeitlich bedingten Depressionen helfen, bereits im Mittelalter bezeichnete man sie als das „fröhliche Getreide“.

Für mich ist sie jedenfalls mein absoluter Favorit am Frühstückstisch!

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Und wer mag, kann sich hier zu einem gratis Online Workshop mit Pascale anmelden:
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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

Einladung zur Mitgliederversammlung 2018

Mitgliederversammlung Verein FOOD MOVEMENT

Dienstag, 8. Mai 2018
18.00 – 20.00 Uhr

im NHK Institut für integrative Naturheilkunde
2. Stock, Raum Arnika

Militärstrasse 90, 8004 Zürich

schönerweise in Anwesenheit des gesamten FOOD MOVEMENT-Vorstands:
Beatrice Savoldi, Dr. med. Django Russo und Petra Müller

Traktanden
‒ Begrüssung
‒ Jahresrückblick durch Petra Müller
‒ Verabschiedung Jahresrechnung 2017 + Budget 2018
‒ Kurze Vorstellung des NHK durch Sybille Binder, Ernährungsberaterin + Geschäftsführerin NHK
‒ Einführung in die Welt der essbaren Algen durch Madlen Witzig, Ernährungsberaterin 5-Elemente sowie TCM, Inhaberin von simply seagreens
‒ Apéro mit Algen + Gedankenaustausch

Wir halten den formellen Teil wie immer kurz und freuen uns auf die Inputs von Madlen und Sybille sowie natürlich auf den anschliessenden Gedanken-, Ideen- und Erfahrungsaustausch!

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Wer spontan Mitglied bzw. Komplizin/Komplize von FOOD MOVEMENT werden möchte, kann sich hier anmelden.

HEALTHY FRIDAY // RELAX: 1-Minuten-Meditation

Text: Petra Müller, Gründerin FOOD MOVEMENT
Foto: Katharina Lütscher

Ich hätte nie gedacht, dass dieses dünne Büchlein meine Wahrnehmung so stark verändern würde: one moment meditation von Martin Boroson. Meistens notiere ich zuvorderst in einem Buch, wann ich es gekauft habe. Bei diesem Buch hätte ich mich verschätzt – ich hatte es schon länger, als ich geschätzt hätte. Es steht: Oktober 2013.

Seit über vier Jahren praktiziere ich also bereits die 1-Minuten-Meditation. Sie ist mir ein liebgewonnenes Ritual geworden. Und sie hat mich grundlegend verändert. Sie hat mich von einem sehr ungeduldigen Menschen in einen fast schon geduldigen und oft gelassenen Menschen verwandelt. Tag für Tag, ohne dass es mir richtig bewusst war.

Habt ihr euch auch schon mal vorgestellt, zu den Menschen zu gehören, die täglich 20 oder gar 30 Minuten meditieren? Ich war so jemand. Aus Studien weiss man, dass Meditation unsere Stimmung verbessern und Anspannungen lindern kann, dass sie den Blutdruck senkt und das Immunsystem stärkt. Wer will das nicht?

Ich habe das aber nicht geschafft bisher. Ich lebe seit sieben Jahren mit wandernden Schmerzen und seit fünf Jahren mit der Diagnose rheumatoide Arthritis. Mein Linderungsprogramm ist dicht: Antientzündliche Ernährung zubereiten (= zum Teil ein Zeitfresser, da ich praktisch nicht auswärts essen kann und immer alles zuhause vorbereiten muss), verschiedene Medikamente einnehmen (seit 2016 nur noch natürliche), möglichst täglich 30 Minuten Bewegung und Entspannungsübungen. Und dann noch 20 Minuten meditieren? Auch wenn ich dafür «einfach» etwas früher aufstehen könnte – ich schaffe es nicht.

Aber eine 1-Minuten-Meditation schaffe ich, oft sogar mehrmals täglich. Und diese einminütigen Pausen machen einen himmelweiten Unterschied. Ich habe die Übungen aus dem Buch genau so erlebt, wie Boroson sie beschreibt: Oft fokussieren wir darauf, friedlich (peaceful) zu WERDEN, anstatt friedlich zu SEIN. Er sagt, das sei, als ob man einen Ball vor sich herwerfen würde, um ihn anschliessend fangen zu wollen (und uns darüber zu beklagen, dass wir den Ball nie haben).

Ich habe durch dieses Buch gelernt, Momente im Leben aufmerksam wahrzunehmen, Momente zu geniessen und zu schätzen – denn im Moment steckt ein enormes Potential. In einem Moment können wichtige Dinge geschehen, gute wie schlechte: Ein Brief trifft ein, eine Freundin ruft an, eine Lawine stürzt ins Tal, ein Problem wird gelöst, man wird geküsst.

Meine Wahrnehmung hat sich grundlegend verändert. Es gelingt mir inzwischen oft, auch schwierige Momente anzunehmen, ohne sie zu bewerten. Ich bin sogar überzeugt, dass meine Resilienz dank dieser Wahrnehmung gestärkt wurde in den letzten Jahren. Die 1-Minuten-Meditation hat mich gelehrt, in kürzester Zeit zu mir zurückzufinden. Das Schöne ist, dass ich mich immer dabei habe. Die 1-Minuten-Meditation ist für mich ein Rettungsanker, ein Reset-Knopf, ein Auftanken und Refreshen zugeich.

Das zeigt sich so bei mir: Langes Warten in der Post? Kein Ärger mehr. Falsche Schlange in der Migros erwischt? Egal. Zug verpasst? Jänu. Etwas vergessen? Kein Weltuntergang. Einen Fehler gemacht? Erst recht kein Weltuntergang. Es ist wirklich so. Früher wurde ich fast ohnmächtig, wenn mir (oder jemand anderem!) ein Patzer passiert ist, inzwischen bin ich oft unglaublich gelassen mit mir und meinen Mitmenschen. Natürlich gelingt mir das nicht ganz immer, aber das unangenehme Gefühl bei einem Fehler/etwas Vergessen/Unerwartetem hat sich drastisch verringert. Und das fühlt sich sehr angenehm an.

Wie geht das denn nun mit dieser 1-Minuten-Meditation?

Man beginnt mit einer Basis-Minute. Man suche sich einen ruhigen Ort, wo man ungestört ist. Dort setze man sich hin (auf einen Stuhl, auf ein Kissen, auf den Boden – was einem am liebsten ist). Man sitzt aufrecht, mit entspannten Beinen und setze einen Alarm auf 1 Minute. Man lege die Hände entspannt z. B. auf die Oberschenkel und schliesse die Augen. Nun konzentriere man sich auf den Atem – und macht das, bis die Minute um ist.

Wenn man dies einige Tage geübt hat, kann man die Minute um ein «Warm Up» davor ergänzen: sich strecken, gähnen, hüpfen, die Hände waschen, eine Kerze anzünden – egal (ich strecke mich oder bewundere mein Geschirr, denn ich meditiere in der Küche). Und wenn man das einige Tage geübt hat, kann ein «Cool Down» hinzugefügt werden, wenn die Minute fertig ist: mit den Zehen wackeln, aus dem Fenster schauen, sich fragen: «War das angenehm?» (ich schaue aus dem Fenster und betrachte den Garten vis-à-vis).

Und dann kann man die Atemzüge zählen, die man während 1 Minute atmet. Nachdem man ungefähr weiss, wieviele tiefe Atemzüge eine Minute dauert, kann man sich vom Alarm befreien. Und dann kann man damit beginnen, die 1-Minuten-Meditation irgendwo zu machen, nicht bloss zuhause. Im Zug, beim Anstehen auf der Post, unter der Dusche, in der Bibliothek, oder im Bett vor dem Einschlafen.

Sobald man den Alarm nicht mehr braucht und bloss Atemzüge zu zählen braucht für eine Minute, kann man sie auch in verschiedenen Notfallsituationen einsetzen. Bei Panik, Frust, Ärger, Druck, Verwirrung oder Schock. Wenn immer die Situation es zulässt, dass man nicht sofort reagieren muss, kann man eine 1-Minuten-Meditation machen. Und wenn man sie wirklich regelmässig täglich macht, einmal oder mehrmals, dann fühlt man sich sofort «zuhause» in diesem Ritual, selbst in schwierigen Situationen.

Was Boroson erklärt und ich tatsächlich erlebe: Die 1-Minuten-Meditation geht mit positiven Nebeneffekten einher. Man erlebt Glück und Mitgefühl, manchmal ziemlich unerwartet. Irgendwann fühlte ich mich mehr verbunden mit mir wildfremden Menschen, ich spüre, dass wir überhaupt alle miteinander verbunden sind (auch mit Tieren und Pflanzen und allen Lebewesen). Ich stelle fest, dass ich nicht mehr so schnell urteile und mehr Verständnis aufbringe. Die 1-Minuten-Meditation macht mich friedlicher.

Es ist auch gut möglich, dass euer Umfeld merkt, dass ihr euch verändert habt, ruhiger seid, gelassener, friedlicher, geduldiger.

Man kann diese einminütige Meditation natürlich einfach mal so ausprobieren. Ich kann die Lektüre des Büchleins jedoch sehr empfehlen. Martin Boroson schreibt schön, lustig, poetisch und eloquent, es wäre schade, sich seine Gedanken entgehen zu lassen. Das Buch ist im englischen Original, aber auch auf Deutsch erhältlich.

Hier ein paar meiner Lieblingsstellen – allerdings auf Englisch, da ich es in der englischen Ausgabe besitze:

«The Basic Minute is not just about stopping doing, it’s about stopping youing

«If you practice the Minute regularly, you might find yourself thinking more positively and liking yourself more. You might find that you are indeed getting what you want – or at least liking what you have.»

«In fact, the Basic Minute isn’t anything at all. It’s just nothing. Just one whole minute of nothing. That’s why it’s such a relief».

Somatische Intelligenz: Der beste Ernährungsberater bist du selbst

Text: Graziella Anouchka Bättig, Speiseplan
Foto: Marco Sieber [Fotografie]

Der beste Ernährungsberater bist du selbst
An diesem Wintereinbuchsonntag habe ich mich wieder mal hinter die neuesten Dokumentation von Arte, 3Sat und Co. zum Thema Ernährung & Gesundheit gesetzt. Viel Altbekanntes, einige neue Bestätigungen und einen Input, den ich schon lange mal auf Pixel bringen wollte. Ich bin der festen Überzeugung, dass es nur eine Expertin gibt, die Dir sagen kann, was du essen sollst und was nicht: Du selbst.

Braucht es also gar keine Ernährungsberater? Mehr denn je. Denn die somatische Intelligenz – also das eigene Körpergefühl – haben wir weitgehend verloren bzw. wird es durch industriell verarbeitete Lebensmittel seit unserer Geburt getäuscht. Wenn man es genau nimmt, konnte unsere Generation die somatische Intelligenz gar nicht wirklich entwickeln. Ausser wir sind bei Hippie- oder Körnlipickereltern aufgewachsen. Der Weg zurück zu unserem Urkörpergefühl ist ein sehr langer, intensiver und vielschichtiger.

Bei mir besteht er aus jahrelangem Yoga, Achtsamkeitsübungen und einer ausgeprägten Beobachtungsgabe. Und doch habe ich nach über 10 Jahren auf diesem Weg meinen Körper noch nicht vollständig erreicht. Irgendwie beängstigend, wenn man das so formuliert. Daran, dass praktizieren, beobachten und achtsam sein nicht reicht – daran ist unsere Lebensmittelindustrie schuld. Und nein, hier geht es nicht um Verschwörung, Antikapitalismus und Schuldabschiebung. Ich bin ein Mensch, der Verantwortung übernimmt. Vor allem für mich selbst. Ich will anhand eines Beispieles versuchen zu erklären, warum die Lebensmittelindustrie es fast verunmöglicht, dass wir an die Wurzel unserer somatischen Intelligenz kommen und so ihr immenses Potential voll ausschöpfen können.

Beispiel: Glutamat
Aromat hat in einer gesunden Ernährung nichts verloren. Das ist inzwischen weitgehend bekannt. Doch wie sieht es mit Hefeextrakt aus? Geh doch mal zu deinem Vorratsschrank und schau dir deine Produkte an – ja, auch die Bio. Gefunden? Die Chance ist sehr gross. Das ist allerdings kein Grund zur Panik. Hefeextrakt ist tatsächlich oft natürlich hergestellt. Der bedeutendste Bestandteil ist allerdings die Glutaminsäure. Es hat eine stark geschmacksverstärkende Wirkung. Soweit so gut. Geschmacksverstärkung kann man auch natürlich haben. Ist übrigens der fünfte Geschmack: Umami (es würde den Rahmen jetzt sprengen, darauf auch noch näher einzugehen.)

Was hat die Verstärkung eines Geschmackes für eine Auswirkung auf unsere somatische Intelligenz?

Es verwirrt sie. Glutaminsäure an sich hat nichts Falsches. Sie kommt in natürlichen Lebensmitteln vor. Sie ist für unseren Körper nicht essentiell, schadet ihm grundsätzlich auch nicht. Die Verwirrung, wenn Glutaminsäuren Lebensmitteln zugesetzt wird, hat auf Dauer allerdings weitreichende Folgen. Die somatische Intelligenz bezeichnet die körpereigene Intelligenz zu wissen, wann man was braucht und was einem nicht gut tut.

Viellicht kennt Ihr die unbändige Lust auf irgendein Lebensmittel? Ich habe das zum Beispiel im Moment mit getrockneten Tomaten. Ich könnte darin baden und werde nervös, wenn sie an einem Samstagabend ausgehen. Einen Blick in mein schlaues Buch hat geklärt warum. Mein Vitamin A-Level ist zu tief. Das zeigt sich natürlich noch an anderen Symptomen und ist nicht im gefährlichen Bereich.

Mein Darm meldet also meinem Hirn „Wir brauchen Vitamin A.“ Mein Hirn sucht mein ganz individuell angelegtes Lexikon nach Lebensmitteln ab, die es kategorisiert hat mit einem hohen Vitamin A Gehalt. Und schon renne ich zum Biohändler des Vertrauens und besorge mit getrocknete Tomaten.

Ein weiteres Bespiel, welches den meisten betroffenen Frauen – und wohl auch den zuliefernden Männern – bekannt sein dürfte, ist die unbändige Lust auf Schokolade oder nach rotem Fleisch vor oder während der Menstruation. Nimmt das ein unvernünftiges Ausmass an, empfehle ich eine Prüfung des Eisengehaltes.

Wenn wir nah bei uns selbst sind, spüren wir, was unser Körper braucht. Je natürlicher die Gelüste, desto höher unsere Körperintelligenz. Man weiss heute noch nicht, wie oder mit welchem Organ unser Körper das ganz persönliche Nachschlagewerk anlegt. Es scheint mir allerdings logisch, dass die Geschmacksrichtungen und die Tastzellen auf der Zunge hier mitspielen. Und genau diese verwirren wir, wenn zum Beispiel Tofu mit Hefeextrakt angereichert ist und wird uns zum Verhängnis, bei Mangel an irgendetwas in unserem Organismus.

Ein abstrakter und stark vereinfachter Erklärungsversuch
Parmesan enthält viel natürliche Glutaminsäure, ist aber auch von Natur aus reich an Folsäure. Es ist also möglich, dass der Körper speichert: Glutaminsäure = folsäurehaltig. Wenn nun aber dieser Mensch wöchentlich Tofu isst, der mit Hefeextrakt angereichert ist und nur selten Parmesan, dann kann es sein, dass sein Körper bei einem Folsäureabfall* gelüste nach Tofu meldet – obwohl dieser gar keine Folsäure enthält. Natürlich sind diese Täuschungen schlimmer, je mehr hochverarbeitete Lebensmittel ein Mensch zu sich nimmt. Und man weiss heute noch nicht was es braucht, wie lange es dauert oder nach welchem Impuls unser Körper bereits gespeicherte Erfahrungen neu überschreibt.

Hochverarbeitete Lebensmittel sind oft auch mit künstlichen Vitaminen angereichert oder sie enthalten weitere, schädliche Zusatzstoffe. Damit unser Körper wieder seine ganz persönliche Intelligenz entwickeln kann, braucht es mehrere langjährige Komponenten.

1. Ein ausgeprägtes Körpergefühl
Yoga, Meditation oder autogenes Training sind einige Möglichkeiten

2. Entwöhnung
Der Körper muss erst wieder lernen, wie unverarbeitete Lebensmittel – frei von Geschmacksverstärkern, Zusatzstoffen und künstlichem Zucker -schmecken. Dazu ist Basenfasten ein gutes Werkzeug. Wobei einmal in den allermeisten Fällen nicht ausreicht.

3. Mundgesundheit
Der Mund, so unappetitlich das klingt, ist der Beginn des Darms und die Heimat von Tastzellen. Handelsübliche Zahncremes beinhalten oft sehr „scharfe“ Geschmacksstoffe, welche unsere Schleimhaut im negativen Sinn abhärten.

4. Anlegen eines persönlichen Lexikons
Der Konsum von naturbelassenen Lebensmitteln sollte die Regel sein. Keine Zusatzstoffe wie zum Beispiel Schwefel in getrockneten Früchten oder Lebensmittel, die mit künstlichem Zucker angereichert sind.

Das ist ein langer, steiniger Weg mit vielen Fallen und Rückschlägen. Hat man die somatische Intelligenz jedoch erstmal geschärft, erkennt man schnell selbst das unglaubliche Potential das in ihr steckt.

Weiterführende Informationen:

Doku von 3Sat „Gift aus dem Supermarkt“
Lesenswertes Buch von Thomas Frankenbach
Videobeitrag von Thomas Frankenbach

* in der Schweiz werden Lebensmittel aus gutem Grund mit Folsäure angereichert. https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/suche.html#Fols%C3%A4ure

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Graziella hat bereits einen interessanten Erfahrungsbericht für uns geschrieben – sie lebt mir der Diagnose Multiple Sklerose.