Schlagwort: Wissen

Epilepsie – gesünder durch viel Fett

Text: Julia Franke, Geschäftsführerin der Schweizerischen Epilepsie-Liga
Foto: iStockphoto

Fett ist zwar ein wichtiger Teil unserer Ernährung, aber vier Fünftel davon? Bei schweren Epilepsien kann das sinnvoll sein – doch nicht einfach auf eigene Faust.
Eine Mini-Quiche mit ein paar Röschen Broccoli und einem ordentlichen Klacks Sauce hollandaise, der Teig besteht aus zwei Esslöffeln eines speziellen fettreichen Pulvers, einem halben Ei, je einem Esslöffel Öl und Wasser sowie ein paar Körnchen Mehl. Richtig gesund tönt das nicht. „Bei der ketogenen Diät ist das Verhältnis von Fett zu allem anderen, das heisst Eiweiss und Kohlehydrate, 3 zu 1 oder sogar 4 zu 1“, sagt Dr. Judith Kröll, die an der Klinik Lengg in Zürich viel Erfahrung mit dieser Therapie gemacht hat. „Aufs Gramm genau“, fügt sie hinzu, „denn mindestens bei Kindern sollte der Eiweissanteil weder zu tief noch zu hoch sein“.

Wer tut sich oder seinem Kind das an? Bei Epilepsie gehört Fasten zu den ältesten Behandlungsmethoden. Heute gibt es Medikamente – doch bei einem Drittel aller Betroffenen helfen sie kaum.

Die ketogene Ernährung ahmt den Zustand des Fastens nach: In der Leber entstehen beim Abbau des vielen Fetts sogenannte Ketonkörper, denen die Diät ihren Namen verdankt. Diese liefern dem Gehirn Energie, wenn es nicht mit Zucker versorgt wird. Nebenprodukt ist ein süsslich-fauliger Mundgeruch. „Wir können riechen, wer seine Diät konsequent einhält“, erzählt Kröll.

Wirkung rätselhaft, doch erwiesen
Warum die Ketonkörper epileptische Anfälle verhindern, ist immer noch nicht restlos erforscht. Doch wissenschaftliche Studien beweisen, dass die Diät hilft: Rund zwei Drittel aller Betroffenen profitieren spürbar. „Gut zehn Prozent haben gar keine Anfälle mehr“, sagt Kröll, „etwa ein Drittel hat 90 Prozent weniger Anfälle“.

Judith Kröll ist Kinderärztin und hat sich auf Epilepsie spezialisiert. Die ketogene Diät ist auch für Erwachsene möglich – „sie müssen aber sehr motiviert und diszipliniert sein“, sagt Kröll. Meist weicht man in diesen Fällen auf die modifizierte Atkins-Diät aus, die „nur“ das Essen von Kohlehydraten begrenzt.

Auch bei Kindern ist das konsequente Durchhalten für beide Seiten nicht leicht. „Ausnahmen sind nicht erlaubt“, sagt Kröll. „Das fällt manchmal schwer, zum Beispiel wenn Kinder auf einen Geburtstag eingeladen sind.“ Trotzdem sind die meisten Eltern von schwer epilepsiebetroffenen Kindern dankbar für die Diät. „Endlich können sie selbst etwas machen, um ihrem Kind zu helfen.“

Aufwändige Vorbereitungen
Es ist keine Diät, bei der man einfach loslegt: Vor dem Beginn stehen etliche medizinische Untersuchungen. „Nicht jeder verträgt so viel Fett – man muss z. B. seltene Stoffwechselerkrankungen ausschliessen, bei denen die Leber das viele Fett nicht verarbeiten kann“, sagt Kröll. In der Einleitungsphase der Diät sollte regelmässig der Blutzucker kontrolliert werden, denn es kann zu einer Unterzuckerung kommen. Vitamine gibt es separat als Tabletten. Trotzdem muss etwa jeder zehnte die Diät aus medizinischen Gründen wieder abbrechen.

„Wir empfehlen für den Anfang einen stationären Aufenthalt“, sagt Kröll, „weil wir dann viel enger zusammenarbeiten und alles zeigen können.“ Zu den Nebenwirkungen gehören Erbrechen, aber auch ein verlangsamtes Wachstum bei Kindern. Spricht das Kind auf die Diät an, sollte man sie rund zwei Jahre durchhalten. „Im besten Fall hält der Effekt danach weiter an.“

Webcast mit Dr. Judith Kröll zum Thema:
https://portal.klewel.com/watch/webcast/neuigkeiten-zur-epilepsiebehandlung/talk/3

Informationsflyer „Ketogene Diäten“ der Epilepsie-Liga:
www.epi.ch/ketogen

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70‘000 – 80’000 Menschen leben in der Schweiz mit Epilepsie, 15‘000 – 20’000 davon sind Kinder.
Die Schweizerische Epilepsie-Liga ist eine gesamtschweizerisch tätige Fachorganisation und zugleich Schweizer Sektion der Internationalen Liga gegen Epilepsie (International League Against Epilepsy ILAE).

Die Epilepsie-Liga forscht, hilft und informiert. Ihr Ziel ist es, den Alltag von Epilepsie-Betroffenen und deren Situation in der Gesellschaft nachhaltig zu verbessern.
www.epi.ch

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Ganz herzlichen Dank für diesen spannenden und wertvollen Beitrag, liebe Frau Franke!

Auf unserem Radar #5

Text: Petra Müller, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT

In einer losen Serie zeigen wir unter RADAR, was uns in der letzten Zeit aufgefallen ist und uns interessant dünkt.

Anfang dieses Jahres ist das Buch Healing Arthritis von Dr. Susan Blum erschienen. Es ist das erste Buch, das ich spezifisch über Arthritis entdeckt habe. Schon nach der ersten Hälfte hat es mich jedoch in eine Krise gestürzt. Dank meiner resilienten Natur habe ich mich – spannenderweise ebenfalls dank diesem Buch – wieder aufgerappelt. Healing Arthritis ist insofern speziell und wertvoll, als dass die amerikanische Ärztin selbst rheumatoide Arthritis hatte. Susan Blum zeigt sehr detailliert auf, welche Schritte sich bei ihr selbst und zahlreichen Patienten bewährt haben, um Arthritis-Beschwerden zu lindern oder gar zum Verschwinden zu bringen. Sie empfiehlt 3 Schritte:

1. Eine spezielle Diät und der Einsatz von Kräutern und natürlichen Medikamenten, um einen leaky zu behandeln.

2. Eine zweimonatige Phase mit spezifischer Ernährung und ebenfalls natürlichen Medikamenten

3. Ein Ernährungsplan für den Rest des Lebens, bei dem laufend bisher ausgeschlossene Lebensmittel wieder eingeführt werden und deren Verträglichkeit beobachtet wird. Zudem legt Susan Blum grossen Wert auf den Einsatz von Entspannungs-Methoden, um Stress entgegenzuwirken und Traumata aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Das Buch bietet dafür eine ganze Palette an Möglichkeiten, sodass jede und jeder etwas finden sollte, was ihr/ihm behagt.

Mein Fazit:
Ich habe einiges an Neuem erfahren, und bei mir ist endlich (endlich!) der Groschen gefallen, dass jeder Weg einzigartig ist und dass es keine 08/15-Behandlung gibt. Und dass man bei vielen Ärzten und Therapeutinnen einzelne Puzzleteile aufdecken kann, um unter Umständen erst nach Jahren die ganz persönliche Aufarbeitung für diese Krankheit zu finden. Das Buch hat mich in meiner Erfahrung bestärkt, dass die Ernährung den Haupteinfluss auf entzündliche Erkrankungen hat. Genauso wichtig schätzt Susan Blum jedoch auch die sogenannte Mind-Body-Connection (Geist-Körper-Verbindung) ein, und deshalb liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Behandlung von Stress und Traumata.

Für alle, die lieber eine deutsche Version dieses Buches lesen möchten: Ich habe mich soeben beim Verlag erkundigt: Die Herausgabe auf deutsch ist per Mai 2018 geplant.

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Bleiben wir doch grad noch bei rheumatoider Arthrtitis. In diesem Fernsehbeitrag des NDR erklärt Die Ernährungsärztin Dr. Anne Fleck, was eine Patientin mit rheumatoider Arthritis konkret mit ihrer Ernährung unternehmen und ihre Schmerzen deutlich lindern kann.

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Wer einen Menschen mit Alzheimer in seiner Verwandtschaft hat, erlebt, wie schwierig sich solche Erkrankungen auswirken können. Die Angst ist dabei oft recht gross, selbst mal betroffen zu sein. Diesem Risikon kann entgegengewirkt werden. Neue Studien zeigen auf, dass insbesondere eine hohe Zufuhr an Kohlehydraten (Zucker, Backwaren, Pasta etc.) ungünstig sein kann. Hier ein englischer Artikel zu diesem Thema.

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Vielleicht habt ihr auch schon von dem Buch über Lektine von Dr. Gundry gehört? Ich habe das Buch gelesen und diese Art von lektinarmer Ernährung als Experiment für 8 Wochen ausprobiert.  Ich kann berichten, dass es bei mir nicht viel verändert hat. Ich habe allerdings herausgefunden, dass ich Cashews derzeit nicht gut vertrage (und die habe ich davor praktisch täglich gegessen) und dass es sich wirklich lohnt, Linsen und Bohnen über Nacht einzuweichen und im Dampfkochtopf zu kochen. Dabei wird nämlich ein grosser Teil der potentiell Entzündungen fördernden Lektine zerstört. Hier ergänzend die Replik des von mir geschätzten Dr. Frank Lipman und seine Empfehlungen in Sachen Lektine.

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Tatar mit Meeresalgen

Foto & Rezept: Madlen Witzig, Ernährungsberaterin Integrative TCM-Ernährung und 5-Elemente-Ernährung von Cook & More und simply seagreens

Tatar mit Meeresalgen

Zutaten für 4 Personen
je 15 g Algen: Dillisk, Wakame, Nori
1 mittlere Zwiebel oder Schalotte
2 EL Kapern
2 mittlere Essiggurken
1 EL glatte Petersilie
1 Stück Knoblauchzehe
1 EL Apfelessig
nach Belieben Zitronenzeste
1 EL Zitronensaft
1 EL Tamari (Sojasauce)
2 – 3 EL Olivenöl
nach Belieben Pfeffer
1 TL weisser Sesam geröstet

Zubereitung
1. Algen in kleine Stücke schneiden und ca. 10 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Gut abtropfen lassen, fein hacken und in eine Schüssel geben.
2. Zitronenzeste, Zwiebel, Kapern, Essiggurken, Petersilie und Knoblauch fein hacken und zu den Algen geben.
3. Mit Apfelessig, Zitronensaft, Pfeffer, Tamari und Olivenöl abschmecken und mischen.
4. Vor dem Servieren mit etwas weissem Sesam und frischer Petersilie garnieren.

Tipp
Das Tatar kann beliebig variert werden mit verschiedenen Kräutern, getrockneten Tomaten, gerösteten Kürbiskernen, Ingwer, Sesamöl, Limette oder Reisessig.

Das Tatar schmeckt auch als Brotaufstrich, zu Apéro-Crackern, zu Pasta oder mit Gemüsesticks.

Männer, Kommunikation & Krankheit

Text & Foto: Petra Müller, Initiantin von FOOD MOVEMENT

Wie man sich täuschen kann.

Früher dachte ich, dass ich ziemlich gut kommuniziere. Bis ich das Buch von Peter Modler gelesen habe: Das Arroganzprinzip (man möge sich vor dem Titel nicht abschrecken lassen).

Vor 10 Jahren war ich in einer beruflichen Situation, in der ich mit einem Arbeitskollegen regelmässig zermürbende verbale Zusammenstösse hatte. Zufällig entdeckte ich zu dieser Zeit in einer Frauenzeitschrift einen Artikel über das Buch von Peter Modler. In diesem Buch erklärt uns der Autor die unterschiedlichen Kommunikationsarten von Frau und Mann, und wie wir Frauen uns gegen das Revier- und Gorilla-Gehabe bestimmter Männer wehren können. Modler zeigt erprobte Vorschläge, wie Frauen ihre Kommunikation gegenüber Männern ändern können, damit sie besser zum (beruflichen) Ziel kommen.

Ich habe das Buch sofort gekauft und verschlungen. Und ich habe Modlers Tipps bei meinem Arbeitskollegen angewendet. Es klappte vorzüglich! Die anstrengenden Auseinandersetzungen waren Geschichte, und er frass mir praktisch aus der Hand (auch wenn sich diese Art von Kommunikation noch ganz neu und etwas unnatürlich für mich anfühlte).

Was ich nach der Lektüre dieses Buches nachhaltig gelernt habe: Wenn ich klarer kommuniziere, kommt meine Botschaft besser an, und ich kann ich mich – sofern nötig – besser durchsetzen. Ich habe erfahren, dass ich mich dabei besser nicht auf meine Intuition verlassen sollte.

Dass dieses neue Wissen innerhalb der Jahre weite Kreise in meinem Leben ziehen und ungeahnte Dimensionen annehmen würde, hätte ich allerdings nicht gedacht. Denn grundsätzlich geht es in Arroganzprinzip um die Kommunikation zwischen Frauen und Männern im Berufsleben. Diese Art von Kommunikation hat aber auch mein Privatleben verändert.

Wie man eine Fremdsprache erlernen kann, kann man auch lernen, anders mit Männern zu kommunizieren. Ich finde, dass sich das lohnt, denn: Erstens habe ich beruflich wie privat mit Männern zu tun, und zweitens lebe ich mit einem Mann zusammen.

Für Konfliktsituationen gibt Modler der Leserin ein hilfreiches Modell mit auf den Weg. Dieses Modell ist dreistufig und der Reihe nach anzuwenden.

Bei einem Konflikt mit einem Mann hilft als erstes non-verbale Kommunikation, also Veränderung der Haltung, des Blicks, einfache Gesten, Schweigen (!), Mimik, Veränderung der räumlichen Distanz.

Die zweite Stufe nennt Modler Small Talk: Persönliche, aber unsachliche Äusserungen, Auswalzen von Nebensächlichkeiten («schönes Wetter heute»).

Und erst die dritte Stufe ist der sogenannte High Talk: Argumente, Begründungen, sachliches Nachfragen und Diskussion, akademisches oder fachliches Niveau.

Nochmals: Das ist die Reihenfolge für Konfliktsituationen, nicht für den Alltag. Aber Hand aufs Herz: Wer von euch macht das genau umgekehrt? Quasi mit der Tür ins Haus, also zuerst begründen, argumentieren und diskutieren? Ich zumindest machte das. Modler erzählt zudem von spannenden Beispielen aus Workshops, die er mit Frauen und Männern durchgeführt hat. Einige davon sind mir auch nach 10 Jahren immer noch im Gedächtnis geblieben.

Was ich inzwischen weiss und erlebe: Männer schätzen kurze, wenige Sätze und vor allem Klartext. Viele Frauen können aber wunderbar stundenlang rumeiern und um den heissen Brei reden. Oder sie hoffen und wünschen sich, dass Männer, sei es beruflich oder privat, ihre Wünsche wahrnehmen, spüren oder, noch besser, von ihren Augen ablesen können. Forget it.

Interessant ist, dass ich klare, kurze und direkte Kommunikation inzwischen selber schätze. Zuallererst natürlich, weil ich schneller zum Ziel komme. Gleichzeitig habe ich mit den Jahren gelernt, dass ich möglichst genau wissen muss, was ich will (und was ich nicht will). Und dass ich das nicht nur kommunizieren sollte, sondern muss, wenn ich ein angenehmes Zusammenleben/-arbeiten mit meinen männlichen Mitmenschen schätze.

Das heisst natürlich nicht, dass man alles ungefiltert gerade heraus sagen soll. Für mich heisst das, dass ich mir Zeit nehmen sollte, mir zu überlegen, was ich mitteilen möchte. Erst denken, dann sprechen (klappt natürlich nicht immer).

Eingangs habe ich erwähnt, dass diese Art von Kommunikation Einzug gehalten hat in Dimensionen, die ich nicht erwartet hätte. Einen positiven Nebeneffekt hat dieses Buch nämlich sogar im Zusammenhang mit meiner Krankheit.

Mit einer chronischen Krankheit ist es manchmal wichtig, andere um Hilfe zu bitten. Ich sollte nicht warten, bis mein Mann merkt, wie sich meine Möglichkeiten und Bedürfnisse verändern. Oder dass mein Arbeitskollege wundersamerweise sofort erkennt, dass ich mich nicht vom Ausräumen der Büro-Geschirrspülmaschine drücke, sondern es schlicht nicht kann zurzeit.

Wenn ich Schmerzen habe, muss ich lernen klar mitzuteilen, welche Hilfe ich brauche. Sei es beim Tragen von schweren Gegenständen oder dass mir jemand die Pneus von meinem Velo pumpt. Ich muss mitteilen, dass ich nicht mehr so gut im Haushalt mithelfen kann wie früher und bis auf weiteres nicht staubsagen kann. Klartext ist für beide Seiten viel angenehmer als Wischiwaschi-Kommunikation oder unangenehme Erwartungshaltungen. Und wisst ihr, was ich erlebe, wenn ich um Hilfe bitte? Alle helfen sehr gerne!

Was ich mir seit der Lektüre von Arroganzprinzip zudem anzutrainieren versuche ist, manchmal auch einfach den Mund zu halten. Vor allem, wenn ich nicht richtig Bescheid weiss, mein Gegenüber Unangebrachtes sagt oder ich schlicht und einfach überlegen muss, ob und was ich zu sagen habe. Oft sagt mein Vis-à-vis nach einer Pause meinerseits Dinge, die weiterführen. Das mit dem Schweigen gelingt mir natürlich überhaupt nicht immer, aber immer öfter.

Hilfreich sind auch die sogenannten Kommunikationsmaximen. Die gehen so:

Kommuniziere genauso informativ, wie es für den Zweck nötig ist.
Gib nicht zu viel und nicht zu wenig Information.

Versuche zu sagen, was wahr ist.
Sage nichts, wofür du keine hinreichenden Anhaltspunkte hast.

Bleib beim Thema.
Sage nichts, was nicht zum Thema gehört.

Sei klar
Sei eindeutig
Sei prägnant (vermeide unnötige Weitschweifigkeit)
Sei geordnet

Auch bei meinen Gesprächen mit Ärzten hilft es mir, klar zu sagen, wenn ich etwas nicht verstehe. Zum Beispiel wenn es um ein neues Medikament, eine Therapieart, Blutfaktoren oder den weiteren Weg geht, den ein Arzt mir vorschlägt. Wenn wir zum Arzt gehen, beanspruchen wir eine Dienstleistung, die wir bezahlen. Wir haben das Recht, gut beraten zu werden. Ansonsten dürfen wir das freundlich und sachlich ansprechen.

Beim Gespräch mit Frauen mache ich oft die Erfahrung, dass viele nicht sagen können oder mögen, was sie wirklich wollen. Oft wissen sie es nicht einmal selbst. Das kann man aber lernen. Und das Buch von Modler hat dafür ein paar sehr gute Vorschläge.

Womöglich denkt jetzt die eine oder andere unter euch: Was jetzt? Weshalb soll ICH meine Kommunikation ändern? Der Mann kann ja auch überlegen, wie er was sagt. Das stimmt. Aber wenn ich so plausible Tipps bekomme, die mir die Kommunikation erleichtern, dann nehme ich in Kauf, dass ich diejenige bin, die meine Kommunikation überdenkt. Wir sollen ja bekanntlich das ändern, was in unserer Macht liegt.

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Hier geht es zum Buch:
http://www.drmodler.de/buecher/das-arroganz-prinzip/

HEALTHY FRIDAY // FOOD: 3 Ayurveda-Regeln & Risotto mit Kürbis und Salbei

Text, Rezept & Foto: Daniela Dörflinger Bruggemann von Ayurfood
Einführungstext: Petra Müller

Ohne die Unterstützung von etlichen Ernährungsberaterinnen, Coaches, Gesundheitsberaterinnen und versierten KöchInnen wäre es uns nicht möglich, euch jeden Freitag ein neues Rezept bzw. spannenden Beitrag zu Bewegung und Entspannung zu zeigen.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen aus der HEALTHY FRIDAY-Community bedanken!

Heute dürfen wir euch jemand neues aus der Welt des Ayurveda vorstellen: Daniela hat einen sehr spannenden Lebenslauf. Sie stammt aus einer österreichischen Gastronomiefamilie und hat ihre Koch-Grundkenntnisse vor vielen Jahren in einer Hotelfachschule gelernt. Sie war in den Bereichen Event-Marketing und PR u.a. bei Cirque du Soleil in Amsterdam beschäftigt. Daniela hat schon an vielen Orten gelebt: in Vorarlberg, Innsbruck, Wien, Amsterdam, Frankfurt, London und Zürich. Seit mehr als 10 Jahren lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern im Grossraum Zürich.

Durch ihre langjährige Yoga-Praxis ist Daniela mit Ayurveda in Kontakt gekommen. 2012 folgte die Ausbildung als Ganzheitliche Ayurveda Ernährungs- und Gesundheitsberaterin bei der Europäischen Akademie für Ayurveda, anschliessend Weiterbildungen im In- und Ausland sowie eine Studienreise zum Tilak Ayurved College in Pune/Indien. 2016 hat Daniela zudem die Kundalini-Yoga-Lehrer Ausbildung nach KRI abgeschlossen.

Es freut uns sehr, dass Daniela uns heute drei wichtige Prinzipien aus dem Ayurveda sowie ein leckeres Rezept für einen Risotto mit Kürbis und Salbei vorstellt.

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Das sogenannte „comfort-food“ passt sehr gut in die kalte Jahreszeit, kraftvolle Suppen, herzhafte Eintöpfe, ein liebevoll-süsser Milchreis, oder eben solch ein sämiger Risotto.

In der kalten Jahreszeit brennt unser inneres Verdauungsfeuer/Agni etwas stärker und die meisten von uns vertragen dann auch eine etwas deftigere und schwerere Kost sehr gut. Diese bodenständige Nahrung ist eine Art Schutz vor der äussere Kälte und Trockenheit die uns im Winter umgibt, sie verleiht Stabilität und auch Standhaftigkeit.

Im Gegensatz zur klassischen Risotto-Variante wird in diesem Ayurveda-Rezept der Parmesan durch geröstete Pinienkerne ersetzt. Geht gar nicht, denken sich nun die Italiener, aber Käse wird in der Ayurvedaküche einfach nicht gerne gesehen. Er ist sehr schwer verdaubar und verunreinigt bzw. verschleimt die Transportkanäle im Körper. Vor allem lange gereifter, fetter Hart- aber auch Schimmelkäse ist davon betroffen.

Der klassische Schuss Wein im Risotto behalten wir jedoch bei, denn es steht schon in den alten Ayurveda-Schriften, dass der Winter die beste Jahreszeit ist, um gelegentlich ein Glas Rotwein zu geniessen. Salbei verleiht dem Risotto eine herbe Note, zudem fördert er die Verdauung und ist gut für die Atemwege.

Wie bringe ich Ayurveda in meinen Alltag?
Bereits kleine Veränderungen können Grosses bewirken.

Die folgenden drei Tipps sind allgemeingültige Prinzipien aus dem Ayurveda, die sich auch ohne vorherige Konstitutions-Analyse in den Alltag einbauen lassen. Du kannst dadurch dein Wohlbefinden steigern und alle drei Tipps wirken ausgleichend auf die Verdauung und den Energiehaushalt. Probier’s doch einfach selbst mal aus!

Prinzip 1 – Iss möglichst oft warm!
Denn der Körper kann eine warme und gekochte Mahlzeit leichter aufnehmen und verstoffwechseln. Wärme heizt das Verdauungsfeuer an und der Körper braucht weniger Energie, um die Nahrung zu verdauen – es ist eine Art von Energiesparmodell. Rohkost oder kalte Speisen sollten wir besser nur in kleinen Mengen und zur Mittagszeit essen, dann brennt unser Verdauungsfeuer/Agni am stärksten. Auch der weise Einsatz von Kräutern und Gewürzen kann deine Verdauung stärken und dein Wohlbefinden steigern.

Prinzip 2 – Verwende frische, saisonale & regionale Zutaten
Die wunderbaren Kräfte der Natur versorgen uns zu jeder Jahreszeit mit genau den Wirkstoffen, die wir genau zu diesem Zeitpunkt am meisten benötigen. So können wir z. B. im windigen und trockenen Herbst befeuchtende Trauben oder erdende Zutaten wie z. B. Kürbis oder Kastanien ernten. Ebenso passen kühlende Melonen perfekt in die warme Sommerzeit und bittere und grüne Gemüsesorten (Spargel, Rhabarber, Brennnessel, Löwenzahn…) zur entgiftenden und reinigenden Frühlingsenergie.

Prinzip 3 – Sorge für Pausen zwischen den Mahlzeiten
Du sollst nur dann essen, wenn du auch wirklich ein Hungergefühl verspürst, diese Weisheit kennt jeder. Doch warum sind diese Pausen so wichtig? Nachdem du den letzten Bissen einer Mahlzeit eingenommen hast, ist vielleicht dein Teller leer und dein Magen gefüllt, aber wir vergessen, dass nun unser Verdauungssystem auf Hochtouren läuft. Wenn wir im Ayurveda vom Verdauungssystem sprechen, dann geht es weniger um die einzelnen Organe und deren Funktionen, vielmehr ist die Verdauung ein komplexes System von Transformationsprozessen, die auf unterschiedlichen Ebenen laufen. Durch die Feuerenergie von Agni werden Nährstoffe verarbeitet, in Körperzellen transportiert und Abfallprodukte werden ausgeschieden. Dieses ausgetüftelte und perfekte System von Gewebsumwandlung und -aufbau will nicht gestört werden. Wenn aber die Verdauung bereits geschwächt ist oder wenn wir ständig snacken und immer wieder neue Nahrung hinzufügen, dann können Nährstoffe nicht optimal verarbeitet und Abfallstoffe nicht vollständig entsorgt werden. Zurück im Körper bleibt sozusagen Halbverdautes oder Unreifes. Im Ayurveda nennen wir diese klebrigen Rückstoffe Ama. Auf längere Dauer kann Ama das körperliche Gleichgewicht beeinträchtigen und zu diversen Krankheiten oder Schwachstellen führen. Rheumatische Erkrankungen sind z. B. ein typisches Zeichen einer Ama-Belastung. Und jede Ayurveda-Therapie wird sich zuerst auf die Ausleitung von Ama konzentrieren.

Weitere ayurvedisch-inspirierte Rezepte und Gesundheitstipps findest du in meinem Blog: www.ayurfood.ch.

Risotto mit Kürbis und Salbei
Zutaten für ca. 2 Portionen:

Für den Kürbis
250 – 300 g Kürbis
3 – 4 EL Olivenöl
3 Gewürznelken
½ Anisstern
½ Zimtstange
1 EL Soja-Sauce
½ Zitrone, Saft
2 EL Ahornsirup
½ TL Ingwerpulver
Cayennepfeffer
2 – 3 Salbeiblätter (Alternative: Rosmarin)

Für den Risotto
200 g Risotto-Reis
1 EL Ghee
1 Zwiebel, fein hacken
1 Zehe Knoblauch, fein gehackt
100 – 200 ml trockener Weisswein
ca. 500 ml warme Gemüsebouillon
1 Prise Safran
1 EL Crème fraîche
1 Handvoll Pinienkerne, geröstet
2 – 3 Salbeiblätter

Zubereitung:

Den Ofen auf 170 Grad vorheizen.

Kürbis (wenn nötig schälen) in ca. 2 cm grosse Würfel schneiden, in eine Ofenschale geben. Aus den restlichen Zutaten eine Marinade anrühren und mit den Kürbisstücken vermengen. Für ca. 20 Minuten im Ofen garen, bis der Kürbis weich ist, gelegentlich umrühren.

Für den Risotto verwendet man am besten einen schweren Topf. Darin die Zwiebel und den Knoblauch auf mittlerer Hitze in Ghee andünsten, bis sie glasig sind. Den Reis hinzufügen und unter Rühren ebenfalls kurz andünsten.

Nun mit dem Weisswein aufgiessen und die Flüssigkeit unter regelmässigem Rühren einköcheln lassen. Die Hitze so drosseln, dass der Reis ständig leicht kocht. Portionsweise mit der Gemüsebouillon aufgiessen und regelmässig umrühren, damit der Reis nicht austrocknet und schön sämig wird. Während der Kochzeit mit Safran würzen.

Nach ca. 18 – 20 Minuten den Topf von der Herdplatte nehmen und einen Esslöffel Creme fraîche unterrühren. Die gegarten Kürbisstücke mitsamt der Marinade unter den Risotto heben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit gerösteten Pinienkernen und gehackten Salbeiblättern anrichten.

 

Selbstgespräch: Eine Krise

Text & Foto: Petra Müller, Initiantin von FOOD MOVEMENT

(auf dem Foto: Mein geliebtes Totenköpfli, das mich täglich an die Endlichkeit meines Daseins auf diesem Planeten erinnert, und das Herz, das für die Liebe steht und immer hilft)

Letzte Woche habe ich endlich das neue Buch der amerikanischen Ärztin Dr. Susan Blum in der Post gehabt. Der Titel: Healing Arthritis. HEALING! Nicht: lindern. Man muss wissen, dass rheumatoide Arthritis in der Schulmedizin als unheilbar gilt. Solche Titel lösen natürlich hoffnungsvolle Gefühle in mir aus, insbesondere, wenn es sich bei der Autorin um eine erfahrene Ärztin handelt, die selbst an Arthritis erkrankt und inzwischen geheilt ist.

Allerdings ist solche Hoffnung immer auch gepaart mit unangenehmeren Gefühlen: Jetzt mache ich seit 5 Jahren so vieles für meine Gesundung, und ich habe immer noch Beschwerden, nachweisliche Entzündungen an einzelnen Gelenken. Immer noch habe ich ab und zu Schmerzen, wenn ich etwas «Falsches» gegessen habe, mich ärgere oder freue (ja, ganz fies, dem Körper ist es egal, wenn der «Stress» positiver Natur ist).

Als ich letzte Woche also mit der Lektüre dieses Buches angefangen habe, stürzte mich das erstmal fadengerade in eine Krise. Ich kenne diese Krisen inzwischen gut. Sie kommen, wenn mir glasklar bewusst wird, dass ich nicht darum herum komme, meine eigenen Entscheidungen treffen zu müssen. Denn: Der Rheumatologe ist einer Meinung, der ganzheitlich praktizierende Arzt und die Ernährungsberaterin einer anderen Meinung – und alle diese Meinungen haben ihre Berechtigung. Aber wer steht dazwischen? Ich. Wer muss entscheiden? Ich.

Auch wenn der Rheumatologe glücklicherweise sagt, dass er zurzeit keinen dringenden Handlungsbedarf sieht, Rheuma-Medikamente einzusetzen. Aber eine freundliche Empfehlung habe ich dennoch, sofern die Entzüngswerte sich bis Mitte 2018 nicht wesentlich bessern.

Heute habe ich einen Termin bei meinem ganzheitlich praktizierenden Arzt. Ich werde ihn fragen, was er vom Einsatz der vom Rheumatologen spezifisch vorgesehenen Medikamenten hält. Und was er sonst noch für Möglichkeiten für mich sieht. Und was er von den Methoden von Dr. Susan Blum hält (ich werde ihm kurz und knapp ihre Empfehlungen erklären).

Was ich jedoch Inzwischen gelernt habe: Jeder Verlauf einer rheumatoiden Arthritis ist anders. Jede Patientin hat ihre eigene Geschichte, sie verhält sich anders, wird anders beraten, trifft andere Entscheidungen, lebt ihr Leben anders. Und was erwarte ich? Eine massgeschneiderte Behandlung.

Was parallel zu meiner Krise geführt hat ist die erneute Erkenntnis, dass ich täglich versuche, stark zu sein. Nicht jedes Mal zu jammern, wenn ein Gelenk schmerzt, wenn ich eine Bewegung nicht machen kann. Nicht zu klagen, dass es mir seit 8 Jahren nicht mehr gut geht. Dass ich seit über vier Jahren zwei Tage die Woche an meinem Arbeitsplatz im Museum erscheine, ohne die anderen merken zu lassen, wenn ich mal keinen guten Tag habe, ich schon mit schmerzenden Gelenken aufgestanden bin, oder – noch schlimmer – nachts Schmerzen hatte und kaum schlafen konnte. Stark zu bleiben, wenn ein Team-Essen ansteht, und ich einmal mehr mit der Köchin abklären muss, ob sie bereit ist, etwas Spezielles für mich zu kochen, dass ich überhaupt an diesem sozialen Anlass teilnehmen kann.

Dass ich vor drei Jahren beschlossen habe, mich mit meinem Blog Freakfood so stark zu exponieren, macht es auch nicht einfacher. Ich möchte mit meinen Erfahrungen und Erkenntnissen vor allem andere kranke Menschen inspirieren, ihnen Mut machen, ein Vorbild sein. Und dies gelingt nun mal besser, wenn ich optimistisch formuliere, buntes, leckeres und gesundes Essen vorstelle, Vorschläge für positive Veränderungen machen kann.

Am Ende jedoch bin auch ich nur ein Mensch. Und erst noch ein chronisch kranker. Ich bin mehr als dankbar, dass ich durch diesen Krankheits- bzw. Gesundungsprozess neue Seiten an mir kennenlerne, mein Leben neu betrachten kann, mehr «zu mir finde», lerne, grosszügig mit mir zu sein und anzunehmen, was ist. Bedingungslos. Unschönes und Wunderbares.

Und solange ich auch nur eine positive Rückmeldung von jemandem von euch bekomme und nur eine Person inspirieren kann, sich selbst zu helfen, dann werde ich diesen Weg gestärkt und motiviert weitergehen. Eure Worte helfen mir, mit solchen Krisen umzugehen. Und sie helfen mir, Freakfood weitherhin zu betreiben und zwei Tage die Woche für FOOD MOVEMENT zu arbeiten, zum grössten Teil immer noch ehrenamtlich.

Es gibt noch so lange zu tun, bis wir Patientinnen unseren Ärzten vertrauen wir sicher sein können, dass neue Erkenntnisse wie eine kluge Ernährung und Lebensführung in den Gesundungsweg miteinbezogen werden. Das ist für mich sinnvolle Arbeit. Und die hilft in der Krise.

ALLES GUTE & GESUNDHEIT FÜR 2018!

Text, Foto & Video: Petra Müller, Initiantin FOOD MOVEMENT

Wir möchten uns ganz herzlich für eure Unterstützung, euer Vertrauen, euer Mittun und eure Besuche hier auf FOOD MOVEMENT bei euch bedanken.

Mögen möglichst viele eurer Wünsche in Erfüllung gehen!

May you all be well,
may you be happy,
may you live with ease.

Herzlich,
Petra

HEALTHY HOLIDAYS // Interview mit Andrina von Wholelicious

Interview: Petra Müller, Initiantin von FOOD MOVEMENT

Liebe Andrina, seit wann und weshalb achtest du auf deine Ernährung?
Yoga half mir, mich mehr mit meinem Körper zu verbinden und die Effekte meines Lebensstils und meiner Essgewohnheiten mehr zu spüren. 2004 haben Hautausschläge, Nahrungsmittelallergien und ein empfindliches Verdauungssystem mich gezwungen, die Verbindung von Nahrung zu meinem körperlichen, geistigen und emotionalen Wohlbefinden intensiv zu erforschen.
Verschiedene Ärzte, westliche und auch aus der alternativen Medizin, gaben mir verschiedene Tipps und konnten mir bis zu einem gewissen Punkt weiterhelfen, aber wirklich helfen konnte mir keiner. Ich musst sehr viel selber erforschen, ausprobieren und kam so in die Heilung.

Wie hast du dich davor ernährt?
Sehr viel Brot, Pasta, Milch und Sojaprodukte. Auch Fertig- und Diätprodukte waren oft auf meinem Teller. Plus habe ich geraucht.

Welche körperlichen und/oder geistigen Veränderungen stellst du fest, seit du dich anders ernährst?
Ich fühle mich allgemein gesünder, jünger und mehr bei mir. Meine Verdauung ist gut und meine Hautausschläge sind ein Thema der Vergangenheit.

Kannst du die Philosophie deiner heutigen Ernährung beschreiben?
Balance und eine 80/20 Regel. Das heisst, ich mache mir keine Verbotslisten. Ich schaue immer wieder, wie mein Körper reagiert und bin offen, dass sich Bedürfnisse und Umstände ändern können. Was vor ein paar Wochen, Monaten oder Jahren gut für mich war, ist heute vielleicht anders und umgekehrt. Nicht dogmatisch einen gewissen Essens- und Lebensstil oder Gesundheitstrend befolgen, sondern ehrlich sein und fragen: ist das wirklich gut für mich und meinen Körper?

Wir sind alle anders und jede Person, jeder Körper braucht etwas anderes. Nach dem Motto: One person’s food may be another person’s poison.

Simpel und frisch. Und das Essen geniessen.

Gibt es Lebensmittel, die du ganz meidest?
Zucker, Weissmehlprodukte, raffinierte und verarbeitete Produkte. Lebensmittel, die Geschmacksverstärker, Zusatz- und Konservierungsstoffe drin haben.

Frisch ist für mich der Schlüssel.

Kannst du uns deine Ernährung für einen normalen Tag in etwa beschreiben?
Es ist ziemlich unterschiedlich, je nachdem, wie mein Tag aussieht und wie es mir physisch und emotional geht. Auch das Wetter beeinflusst mich. Ich bin auch ich immer wieder am neue Sachen ausprobieren. Ich sehe mich selber als ein Versuchskaninchen. Zum Beispiel bin ich im Moment mit Intermitted Fasting am spielen. Das heisst am Morgen esse ich nichts.

Ich esse viel Gemüse, roh oder gekocht, und kombiniere diese dann mit guten Fetten und Proteinen.

Zurzeit esse ich viel Suppe. Ich mache meine eigene Brühe und aus der mach ich dann zum Beispiel eine Spinat-Avocado Suppe (im Mixer). Manchmal noch mit einem Ei darunter gemixt.

Was ich auch gerne habe für Zwischendurch ist ein Shake mit Mandelmilch, Avocado, Kakaopulver und MCT Öl.

Was kochst du dir, wenn du fast keine Zeit hast?
Ich habe immer Chicorée im Kühlschrank, ich liebe ihn! Zusammen mit etwas Tahini und einem gekochten Ei ist das eine schnelle und einfache Variante für mich.

Was sind deine bevorzugten Getränke?
Wasser, selbstgemachter Kombucha, Tee, Kaffee. Und ein gutes Glas Wein habe ich auch gern.

Gibt es Lebensmittel, die du so gerne hast, dass du sie ausnahmsweise doch isst?
Da kommt meine Balance und die 80/20 Regel. Wenn ich mir sage, ich darf etwas nie essen, dann habe ich umso mehr Lust darauf. Lebensmittel, von denen ich aber weiss, dass sie mir nicht gut tun, auf die habe ich gar nicht keine Lust mehr.

Wie gehst du mit privaten Einladungen zum Essen um?
Einladungen sind etwas sehr Schönes und Soziales. Viele Leute fragen mich im Voraus, was ich nicht esse, die kennen mich langsam ;-), aber auch da mache ich dann meine Ausnahmen und esse mal etwas, das ich im Alltag nicht essen würde. Wenn es in Restaurants ist, dann finde ich meistens etwas und habe da dann auch meine Spezialwünsche ;-).

Wie organisierst du dich in Sachen Ernährung in den Ferien?
Auf Reisen nehme ich gerne etwas von zuhause mit. Wenn ich fliege, bestelle mir auch oft ein Spezial Menü. Ich finde es etwas vom Schönsten, in einer anderen Stadt und in einem anderen Land das Essen auszuprobieren. So viel von einer Kultur wird im Essen widergespiegelt. In London, Berlin oder ich war auch gerade in Kopenhagen, gibt es auch extrem feine, gesunde Restaurants, die ich dann sehr gerne ausprobiere. Ich schaue oft schon im Voraus, welche Restaurants ich gerne besuchen möchte.

Welche KöchInnen, Kochbücher, Blogs oder Magazine inspirieren dich?
Mark Hyman
Flow Magazin
The Healthy Chef
Healthful Pursuit
I Quit Sugar

Es gibt sicher noch mehr….

Was tust du in Sachen Bewegung und Entspannung?
Yoga, Meditation und mit meinem Hund laufen gehen. Im Sommer schwimmen und Rad fahren, im Winter auch mal auf die Piste mit dem Snowboard. Und dann gönne ich mir regelmässig Akupunktur und Massagen.

Ganz lieben Dank für dieses Interview, Andrina ♥.

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Zu Andrinas Website Wholelicious geht es hier.

Und hier findet ihr einen Beitrag von Andrina über Tapping sowie ihr Rezept für ein Kokos-Karotten Dal

HEALTHY FRIDAY // RELAX: Lieblings-Links

Text: Petra Müller, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT
Foto von Allie Stark: Sasha Israel Photography

Heute möchte ich euch eine Auswahl meiner Lieblings-Links im grossen weiten Internetz vorstellen. Vielen dieser Seiten folge ich via Facebook und/oder Instagram, bei ein paar wenigen habe ich den Newsletter abonniert.

Wir zeigen euch diese Links in der Kategorie RELAX, weil ich persönlich Inspiration von aussen oft sehr entspannend finde. Entspannend insofern, als dass mir bewusst wird, dass es ganz viele Komplizinnen und Komplizen da draussen gibt, die tolle Projekte, Blogs, Unternehmen und Podcasts gegründet haben, um uns neue Ideen und Wege aufzuzeigen, wie wir unsere Lebensqualität steigern können.

Viel Spannendes findet derzeit in den USA statt und bedingt ein Minimum an Englischkenntnissen. Es gibt aber immer mehr Projekte, Blogs und Menschen aus dem deutschsprachigen Bereich. Mit diesen Menschen nehme ich oft Kontakt auf, um sie für unsere tolle HEALTHY FRIDAY-Community zu gewinnen.

Hier also ein paar meiner liebsten Seiten (alle englisch):

S Life Mag
Online-Magazin von Sakara, einem Food Lieferdienst in New York. Die beiden Gründerinnen haben eigene Beschwerden und Krankheiten durch eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise geheilt und geben ihr Wissen nun weiter, indem sie gesunde Mahlzeiten produzieren für alle, die (grad) keine Zeit haben, sich selbst darum zu kümmern. Die Sakara-Philosophie kann ich voll und ganz unterschreiben. Einen interessanten Podcast mit Whitney und Danielle gibt es übrigens bei mind body green.

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mind body green
Online Plattform gefüllt mit Geschichten, Tipps, Informationen und neu auch Podcasts (siehe oben).

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Gutted Stories
Ein Podcast von Allie Stark, Life Coach
Stories of people losing touch with their instinct and how they found their way back home.
Wenn man wie ich eine chronische Krankheit hat, spielt Resilienz eine wichtige Rolle, nicht an der Krankheit und den damit einhergehenden Einschränkungen im Leben zurechtzukommen. Gutted Stories ist eine Art Resilienz-Podcast. Ausseredem ist Allie eine äusserst sympathische Gastgeberin!

Meine Tipps: Die Interviews mit Sarah Cocciardi – sie stottert und arbeitet dennoch als Logopädin. Sehr inspirierend! Oder der Podcast mit Sarah Herron, die nur einen Arm hat und wie sie anderen jungen Frauen mit fehlenden Gliedern oder körperlichen Behinderungen hilft. Der perfekte Perspektivenwechsel.

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WELL + GOOD
Online-Magazin mit Kategorien zu Sport, Schönheit, Empfehlungen, Ernährung und Reisen (das tönt auf englisch alles so viel sexier: Sweat, Looks, Advice, Food, Travel). Meine Lieblingsabteilung ist die der Superfoods (einfach, weil ich gerne über diese Trends informiert sein möchte – nicht mal unbedingt, um alles selbst auszuprobieren).

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Free & Native
Die Tipps für Manifestationen von Lacy Phillips lese ich immer. Schon lange interessiert mich die Philosophie in der Art von „was-du-denkst-wird-sich-erfüllen“, auch „Law of Attraction“ genannt. Seit ich mir aufschreibe, was ich mir wünsche (in jeglicher Hinsicht), erfüllte sich bisher einiges, oft auf sehr überraschende Art. Die Beiträge von Lacy inspirieren mich sehr.

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So. Nun wünsche ich euch ein schönes, gemütliches Wochenende mit viel Genuss, Inspirationen, tollen Begegnungen und neuen Gedanken.

Herzlich,
Petra

 

Blick hinter die Kulissen: Makleranrufe von Krankenkassen

Wie ihr vielleicht wisst, ist die EGK-Gesundheitskasse Partnerin von FOOD MOVEMENT. Ich bin seit 30 Jahren selbst Kundin der EGK und sehr zufrieden. Ich kann voll und ganz hinter diese Krankenkasse stehen und bin dankbar, dass die EGK die Anliegen unserer Organisation unterstützt. Weshalb?

Deshalb:
Die EGK legt Wert auf direkten, menschlichen Kontakt. Wenn ich dort anrufe, nimmt eine Person ab, der mir meine Fragen sofort beantwortet. Kein minutenlanges Zuhören meist nicht der schönsten Musik, kein Abhören automatischer Ansagen, um dann die richtige Taste für mein Anliegen drücken zu müssen.

Die EGK ist eine Krankenversicherung, findet aber auch Prävention wichtig: Sie hat den Gesundheitsclub Vituro lanciert und mit der Stiftung SNE Angebote ins Leben gerufen, die bei einem gesunden und aktiven Leben unterstützen.

Was mir ebenfalls sehr gefällt ist, dass die EGK sich „Gesundheitskasse“ und nicht „Krankenkasse“ nennt. Als lösungsorientierter Mensch entspricht mir diese Bezeichnung viel mehr.

Und dann noch dies: Die EGK legt Wert auf Ethik und arbeitet weder mit Maklern oder Brokern zusammen, noch betreibt sie Kaltakquise. Sympathisch, oder? Tina Widmer erzählt uns im untenstehenden Beitrag, wie das so läuft mit Maklern im Gesundheitsbereich.

Bis Ende November kann man die Krankenkasse wechseln. Wer sich unverbindlich von der EGK beraten lassen möchte, darf sich direkt bei mir melden: welcome@food-movement.ch. Ich vermittle euch dann.

Herzlich,
Petra Müller
Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT

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Text: Tina Widmer, PR-Redaktorin EGK-Gesundheitskasse

Die EGK kämpft gegen Makleranrufe

Wenn das Telefon an grauen Herbstabenden klingelt, haben wir meist bereits einen Verdacht, wer am anderen Ende der Leitung ist: Sicher wieder jemand, der eine Krankenversicherung verkaufen will. Diese Anrufe sind ein Ärgernis und trotzdem bezahlen manche Krankenversicherer sehr hohe Provisionen an solche Makler. Die EGK-Gesundheitskasse wehrt sich dagegen.

Solche Verkaufsanrufe kommen meistens gar nicht von den Krankenversicherern selber, sondern von Callcentern im Ausland. Kommt ein Termin zustande, wird dieser an den meistbietenden Makler verkauft – und dieser wiederum empfiehlt beim Beratungsgespräch Produkte jener Krankenkassen, von denen er die höchste Provision erhält.

Um diese lästige Entwicklung zu bremsen, wurde unter den Krankenversicherern eine Vereinbarung getroffen, die die so genannte Kaltakquise in Zukunft verbieten sollte. Diese wurde jedoch von der Wettbewerbskommission (Weko) 2011 wegen Wettbewerbseinschränkung aufgehoben. Weil der EGK-Gesundheitskasse die Privatsphäre ihrer Versicherten wichtig ist, verzichtet trotzdem weiterhin darauf, potenzielle Kunden ohne deren Einverständnis anzurufen und ihnen auf diesem Weg eine Versicherung zu verkaufen. Deshalb erhält die EGK auch seit mehreren Jahren das Comparis-Label für eine saubere Kundenwerbung.

Keine verschwendeten Prämien
Davon profitieren nicht nur potenzielle Kunden, die ihre Abende in aller Ruhe geniessen können. Weil die EGK-Gesundheitskasse prinzipiell nicht mit Maklern zusammenarbeitet, bezahlt sie diesen auch keine Provisionen. Die Versicherten können sich also darauf verlassen, dass ihre Prämien nicht in die Taschen dubioser Versicherungsverkäufer fliessen.

Stattdessen setzt die EGK-Gesundheitskasse auf eigene, fest angestellte Berater, die die einzelnen Versicherungsprodukte und ihre Spezialitäten – allen voran die Chancengleichheit von Schul- und Komplementärmedizin – in- und auswendig kennen. So lernen die Berater über die Jahre die Bedürfnisse und Anliegen ihrer Kunden immer besser kennen und haben die Möglichkeit, die individuelle Versicherungslösung auch im Laufe der Zeit an die sich verändernden Bedürfnisse der Versicherten anzupassen.

Für die EGK-Gesundheitskasse ist Versicherung Vertrauenssache. Wer den Telefonhörer bei einem spätabendlichen Makleranfruf also einfach kommentarlos auflegt, muss deswegen kein schlechtes Gewissen haben. Noch sinnvoller ist es, die Störung und den Anrufer zu melden, damit gegebenenfalls Massnahmen ergriffen werden können. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Sind Sie sich unsicher, ob ein Makler die Berechtigung hatte, Sie anzurufen, klärt der Krankenkassenverband santésuisse in Zusammenarbeit mit den einzelnen Krankenversicherern ab, ob ein Anruf missbräuchlich war. Unlautere Geschäftspraktiken in Zusammenhang mit Telefonmarketing können Sie aber auch beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) melden. Die Links zu den Online-Formularen finden Sie hier:
Santésuisse-Meldeformular für Telefonwerbung: http://bit.ly/2fLvs6V
Beschwerdeformular des SECO bei Anruf trotz Sterneintrag: http://bit.ly/2v1wbCI