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HEALTHY FRIDAY // Interview mit Jeannette Ruh

Interview: Petra Müller, Gründerin von FOOD MOVEMENT

Heute erfahren wir etwas mehr über den Hintergrund und die Ernährungsgewohnheiten von Jeannette Ruh. Sie auch schon köstliche Rezepte für beispielsweise Kürbis-Schokolade Power Bites oder – jetzt wieder ganz aktuell – einen Smoothie mit Brennnesseln mit uns geteilt. Wer sich täglich von Jeannette inspirieren lassen möchte, kann ihr (wie 21’200 andere Menschen) auf Instagram folgen.

Seit wann und weshalb achtest du auf deine Ernährung?
Seit ich im 2011 am Pfeifferschen Drüsenfieder erkrankt bin und lange mit verschiedenen Entzündungen im Körper gekämpft hatte, wurde mir bewusst, dass ich meine Ernährung komplett umstellen musste. Da mir niemand ausser ich mir selber helfen konnte, startete das Projekt mit viel Gemüse, grünen Smoothies, keinem Zucker mehr, kein Gluten und einer veganen Ernährung. Mittlerweile esse ich wieder ein wenig Milchprodukte, wenn mein Körper danach verlangt. Ansonsten fehlt mir mit dieser Ernährung nichts, und ich fühle mich fitter als zuvor.

Wie hast du dich davor ernährt?
Zuvor stand viel Zucker in jeglicher Form auf dem Programm. Viel weisses Brot, Schokolade, Joghurt – Gemüse suchte man auf meinem Teller vergebens.

Welche körperlichen und/oder geistigen Veränderungen stellst du fest, seit du dich anders ernährst?
Mit der Ernährungsumstellung habe ich auch intensiv begonnen, Yoga zu machen. Deshalb ist die Veränderung auch in diesem Zusammenhang passiert. Bei mir ist es eine Kombination von beidem, was den grösseren Einfluss hat, weiss ich nicht. Körperlich fühle ich mich vitaler, Erkältungen sind nur noch sehr selten und auch die Grippe sucht mich nicht mehr heim. Durch das Yoga und die Ernährung fühle ich mich wacher, klarer und fokussierter.

Kannst du die Philosophie deiner heutigen Ernährung beschreiben?
Grundsätzlich pflanzenbasiert, mit kleinen Ausnahmen. Sagen wir mal zu 85 % vegan und glutenfrei, der Rest kann dann alles sein.

Gibt es Lebensmittel, die du ganz meidest?
Ich achte darauf, dass ich alles in Bioqualiät esse. Ansonsten kein Weizen oder weissen Zucker.

Kannst du uns deine Ernährung für einen normalen Tag in etwa beschreiben?
Ein Smoothie zum Frühstück, später einen Espresso oder zwei…
Zum Mittagessen ein Salat mit pflanzlichen Proteinzusätzen.
Mein Nachtessen ist meist warm mit viel Gemüse, Reis, Linsen-Teigwaren etc. Meist ganz einfach.
Zwischendurch esse ich dunkle Schokolade, Früchte, rohes Gemüse, Kokoswasser.

Was kochst du dir, wenn du fast keine Zeit hast?
Ich esse oft auswärts und koche auch nicht sehr regelmässig. Wenn es also mal schnell gehen muss, mache ich mir einen Salat mit Sprossen, Saisongemüse und Pilzen.

Was sind deine bevorzugten Getränke?
Wasser, Tee und Kaffee (ja, Kaffee trinke ich noch zu oft)

Gibt es Lebensmittel, die du so gerne hast, dass du sie ausnahmsweise doch isst?
Manchmal etwas Milchschokolade. Das erklärt dann auch meine Antwort zur Philosophie Frage.

Wie gehst du mit privaten Einladungen zum Essen um?
Ich kommuniziere, was ich esse und was nicht. Ansonsten bin ich auch nicht kleinlich.

Wie organisierst du dich in Sachen Ernährung in den Ferien?
In den meisten Restaurants kann man mittlerweile vegan essen. Da hatte ich noch nie Probleme. Weizenfrei geht jedoch nicht überall, da muss man dann Abstriche machen.

Welche KöchInnen, Kochbücher, Blogs oder Magazine inspirieren dich?
Ich folge verschiedenen Bloggern auf Instagram. Da das immer wieder mal ändert, kann ich hier keine Namen nennen.

Was tust du in Sachen Bewegung und Entspannung?
Yoga und viel nach draussen gehen und spazieren, joggen oder Velo fahren.

Ganz lieben Dank für dieses Interview, liebe Jeannette!

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Königinnen-Schmarrn


Text, Rezept & Fotos: Pascale Neuens, TCM-Ernährungsberaterin, neuensausderküche

Kennst du das hier?
Falls deine Verdauung nicht die Beste ist und du dann dennoch öfters mal so isst, wie es dir nicht gut tut, dann kennst du vermutlich Situationen wie diese hier:

• du fühlst dich irgendwie wie verkatert, leicht unwohl, hast etwas Kopfschmerzen und das, obwohl du am Tag vorher gar nichts getrunken hast

• deine Nase ist öfters verstopft, es fühlt sich eventuell so an, als ob eine Verkühlung im Anmarsch wäre, bzw. hast du vielleicht das Gefühl, schon länger nicht mehr richtig gesund gewesen zu sein

• du bist schlapp und müde, obwohl du gar nicht so schlecht schläfst und kommst du einfach nicht in die Gänge

• und das Schlimmste: es ist, als ob dein Verstand in Watte gepackt wäre oder im Nebel schwimmen würde…so sehr du dich auch bemühst, du kriegst keinen klaren Gedanken zu fassen! Du bist planlos und fühlst dich hilflos, Frust über dein eigenes Unvermögen macht sich breit…

Na, kommt dir das bekannt vor?
Ich weiß, wovon ich schreibe. Ich habe meine Ernährung allgemein wirklich gut im Griff, aber der Urlaub steht bevor und da wird es immer kritisch. Die österreichischen Klassiker der Mehlspeisküche mit den Zutaten Milch, Weizen und Zucker lösen genau dieses Chaos in meinem Kopf und meinen Emotionen aus.

Und das hat einen Grund:
Diese Kombinationen bilden chinesisch gesehen Feuchtigkeit. Feuchtigkeit erstickt dein Verdauungsfeuer. Es steigen keine klaren Dämpfe mehr auf, die zu klaren Gedanken führen.

Denk einmal darüber nach: Wie oft hattest du in der Vergangenheit bereits Situationen, wo du auf die Schnelle etwas verdrückt hast, wohl wissend, dass dir das nicht wirklich Energie bringen wird?

Du musst dieses Problem mit den vernebelten Gedanken durch verschleimende Ernährung lösen, wenn du wirklich langfristig zu deiner Höchstform auflaufen willst und in deinem Leben in allen Bereichen für Klarheit sorgen möchtest.

Warum ist das so wichtig? 
Hier ist das Problem: Je schwächer dein Verdauungsfeuer, desto schlapper wirst du. Je müder du bist, desto mehr schreit dein Kopf nach Zucker. Dein Körper kennt nur das, was vorherrscht und du wirst geradezu süchtig nach Kuchen, Brot, Käse usw. Daraus bildet sich immer mehr Feuchtigkeit und diese blockiert die Energie in deinen Leitbahnen.

Im heurigen Erde-Hund-Jahr wirkt sich das speziell auf das Herz aus: Druckgefühl, Herzrasen, Herzstolpern können auftreten. Schleim kann die Herzkanäle verlegen und depressive Verstimmungen, psychosomatische Auswirkungen, geistige Verwirrungen und manische Tendenzen nach sich ziehen. Der Geist Shen wohnt chinesisch gesehen im Herzen. Wenn die Herzkanäle verlegt sind, ist dein Geist nicht mehr klar!

Die Kombination von Weizen, Zucker und Milchprodukten in täglich großen Mengen führt langfristig zu Qi (Energie) Stagnationen, Anstauungen von Schleim, blockieren das Herz und dämpfen den Geist, das verursacht Verwirrung.

Deshalb ist es für dich von entscheidender Bedeutung, ausgewogene Mahlzeiten zu dir zu nehmen, um stagnierende Energie in Bewegung zu bringen und die Feuchtigkeit und Schleim auszuscheiden. So lässt du Missmut, trübe, depressiv Stimmung, Schlappheit, Atembeschwerden, Muskelschlaffheit, Nervosität, Ärger, Zorn, Frust hinter dir und schaffst Raum für Klarheit (weit über die Ebene der Ernährung hinaus).

Hier ist die Lösung:

5 Tipps für weniger Blockaden und mehr Klarheit auf allen Ebenen:

1. Bewege dich ausreichend
Körperliche Bewegung im Sinne von Yoga, Pilates, Joggen, Wandern, Radfahren, Schwimmen, Inline-Skaten, Qi Gong stärken deine Muskeln und fördern die Qi Bewegung in den Organen und den Leitbahnen. Auch die Beweglichkeit wird verbessert und so mancher feststeckende Gedanke löst sich bei einem ausgiebigen Waldspaziergang in Luft auf…

Achte darauf, täglich mindestens 30 Minuten in Bewegung zu sein, am besten an der frischen Luft und idealerweise im Grünem.

2. Iss regelmäßig einfache und frisch gekochte Gemüsegerichte
Das mit der Regelmäßigkeit ist ja so eine Sache. Aber unser Magen funktioniert wie eine innere Uhr. Er ist am glücklichsten, wenn es fixe Essenszeiten gibt. Er mag – so langweilig es klingen mag – Gewohnheiten. Frisches, saisonales Gemüse sorgt dabei für ausreichend Ballaststoffe. Diese nähren dein Mikrobiom (Bakterienwelt im Darm) und sorgen für eine gute Verdauung.

Dir schmeckt kein Gemüse? Dann hast du es vielleicht einfach noch nicht richtig gut zubereitet, stöbere in meinen Rezepten.

3. Lass alles weg, von dem du weißt, dass es dir nicht bekommt
Wenn du weißt, dass dir gewisse Dinge einfach nicht gut tun, dann lass sie weg. Es ist egal, was du gelesen hast, wie gesund Quinoa, Chiasamen, Aroniabeeren oder was auch immer für ein Superfood es sein soll. Wenn es dir nicht gut tut, dann lass es weg. Es bringt nichts, etwas „Gesundes“ zu essen, von dem Durchfall oder Bauchschmerzen bekommst. Gesund ist, was verdaut werden kann!

Achte darauf, womit du dich am wohlsten fühlst und mach mehr davon. Was deinen Geschmack anbelangt, sei gewarnt: er ändert sich ganz von alleine in die richtige Richtung und ehe du dich versiehst, ist Zucker dir zu süß…

4. Verwende ausreichend (frische mediterrane) Kräuter
Gewürze und Kräuter haben eine wichtige Funktion in der Küche, bzw. später im Verdauungstrakt: sie unterstützen unsere Verdauung, regen diese an und fördern die Verdaulichkeit des Speisebreis. Je besser die Umwandlung/Aufspaltung, desto besser die Nährstoff-Aufnahme. Die Aromen der Kräuter trocknen Nässe (aus den Speisen), unterbinden die Entstehung von Feuchtigkeit, wirken beruhigend und entblähend und unterstützen die Ausscheidung.

Majoran, Oregano, Muskat, Kardamom, Zitrusschalen, Koriander, Thymian usw. sind z. B. elementar bei überbackenen Speisen, Pizza, Käsegerichten, Getreidebreis, Pürées, …

5. Verzichte auf (zu häufige) verschleimende Kombinationen
Süß-scharf wie z. B. Kokos-Currys, Käsefondue mit Schnaps, Mon Chéri, Rumkugeln, Tiramisu, Pina Colada, …Gebackenes, fettes Fleisch und Schweinefleisch allgemein, Milchprodukte allgemein und speziell in Kombination mit Weizen und Dinkel, Brotmahlzeiten allgemein und speziell mit Käse, Marmelade, Nutella, …

Das ist schon fast alles – mehr musst du nicht tun, um dein Leben weg von der nebulösen Feuchtigkeit hin zur Klarheit zu führen.

Darum löst es dein Problem:
Es liegt eigentlich auf der Hand: Sobald du ordentlich isst und die Ursache beseitigst, passiert es dir nicht mehr, dass dein Körper sich weiterhin vermüllt. Das wird automatisch dazu führen, dass du dich klarer und fitter fühlst. Unterstützen kannst du optimalerweise mit den richtigen Kräutern.

Und um dir zu zeigen, wie bunt und köstlich dein Leben in Klarheit sein kann, habe ich heute ein besonderes Rezept für dich:

Königinnen-Schmarrn (3 – 4 Portionen)

1 Tasse Hirse E
3 Tassen Wasser W
30 g Mandeln E
20 g Sonnenblumenkerne E
1-2 saure Äpfel H
1-2 EL Gojibeeren, ungeschwefelt
2 große Eier E
1 EL Butter oder Ghee oder Kokosöl E
1 Prise Salz W
Zimt, Vanille E
1 Prise Kardamom oder etwas Ingwer M
1 Prise Kakao F

Am Vortag die Hirse in 3 Tassen Wasser mit einer Prise Salz kochen bis das Wasser vollständig aufgesogen ist. Kaltstellen.

Über Nacht die Mandeln und Sonnenblumenkerne in Wasser einweichen.

Am darauffolgenden Tag den „Hirsekuchen“ aus dem Kühlschrank nehmen und diesen mit der Gabel in mundgroße Stücke zerpflücken. Mandeln und Kerne im Hacker zerkleinern.

In einem Teller die beiden Eier aufschlagen, Gewürze zu geben. Die Hirsestückchen mit einer Gabel im Ei wenden. Gojibeeren dazu geben.

Die Äpfel schälen oder die Schale dran lassen – das ist Geschmackssache. In Spalten oder Stückchen schneiden. Das Fett in einer Pfanne erhitzen und die Apfelstückchen anbraten. Die Hirsestücke dazugeben und braten bis das Ei fest ist und der Schmarrn Farbe annimmt.

Mit den geriebenen Nüssen anrichten und mit Zimt bestreuen.

Der Apfel kann auch zum Schluss gerieben werden und roh darüber angerichtet werden. Auch das ist Geschmackssache, bzw. ich richte mich da ein bisschen nach der äußeren Temperatur: im Winter warm, im Sommer frisch.

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Aus der Sicht der TCM:
Warum Königinnenschmarrn? Der Kaiserschmarrn war bei der Hochzeit von Elisabeth mit Franz Josef ursprünglich Sissi gewidmet: Kaiserinschmarrn. Da die Süßspeise dem Kaiser besser mundete, wurde der Name dann auf Kaiserschmarrn geändert – zumindest behauptet das so jemand auf Wikipedia…

Ich bin für Königinnenschmarrn, weil Hirse als das Getreide der Schönheit gilt.

Sie trägt zur Schönheit von Haut, Haare und Nägel bei, wirkt aufbauend, verjüngend, Nerven stärkend, entwässernd, entgiftend und entzündungshemmend.

Zu ihren Anwendungsbereichen zählen:

– Bindegewebsschwäche
– Haarausfall
– rissige Nägel
– Gefäßerkrankungen
– Gelenksbeschwerden
– Krampfadern
– Hämorrhoiden
– Verdauungsbeschwerden
– Vergesslichkeit
– Müdigkeit
– Erkältung

Im Gegensatz zu Weizen und Dinkel wirkt Hirse nicht schleimbildend, was sich vor allem auch bei Atemwegserkrankungen positiv auswirkt. Weiters soll Hirse bei jahreszeitlich bedingten Depressionen helfen, bereits im Mittelalter bezeichnete man sie als das „fröhliche Getreide“.

Für mich ist sie jedenfalls mein absoluter Favorit am Frühstückstisch!

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Und wer mag, kann sich hier zu einem gratis Online Workshop mit Pascale anmelden:
Meine 7 Geheimnisse zur erfolgreichen Ernährungsumstellung! Wie du mit wenig Zeit zu deiner Wohlfühl-Ernährung kommst, ohne zu scheitern!

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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.

Einladung zur Mitgliederversammlung 2018

Mitgliederversammlung Verein FOOD MOVEMENT

Dienstag, 8. Mai 2018
18.00 – 20.00 Uhr

im NHK Institut für integrative Naturheilkunde
2. Stock, Raum Arnika

Militärstrasse 90, 8004 Zürich

schönerweise in Anwesenheit des gesamten FOOD MOVEMENT-Vorstands:
Beatrice Savoldi, Dr. med. Django Russo und Petra Müller

Traktanden
‒ Begrüssung
‒ Jahresrückblick durch Petra Müller
‒ Verabschiedung Jahresrechnung 2017 + Budget 2018
‒ Kurze Vorstellung des NHK durch Sybille Binder, Ernährungsberaterin + Geschäftsführerin NHK
‒ Einführung in die Welt der essbaren Algen durch Madlen Witzig, Ernährungsberaterin 5-Elemente sowie TCM, Inhaberin von simply seagreens
‒ Apéro mit Algen + Gedankenaustausch

Wir halten den formellen Teil wie immer kurz und freuen uns auf die Inputs von Madlen und Sybille sowie natürlich auf den anschliessenden Gedanken-, Ideen- und Erfahrungsaustausch!

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Wer spontan Mitglied bzw. Komplizin/Komplize von FOOD MOVEMENT werden möchte, kann sich hier anmelden.

HEALTHY FRIDAY // RELAX: 1-Minuten-Meditation

Text: Petra Müller, Gründerin FOOD MOVEMENT
Foto: Katharina Lütscher

Ich hätte nie gedacht, dass dieses dünne Büchlein meine Wahrnehmung so stark verändern würde: one moment meditation von Martin Boroson. Meistens notiere ich zuvorderst in einem Buch, wann ich es gekauft habe. Bei diesem Buch hätte ich mich verschätzt – ich hatte es schon länger, als ich geschätzt hätte. Es steht: Oktober 2013.

Seit über vier Jahren praktiziere ich also bereits die 1-Minuten-Meditation. Sie ist mir ein liebgewonnenes Ritual geworden. Und sie hat mich grundlegend verändert. Sie hat mich von einem sehr ungeduldigen Menschen in einen fast schon geduldigen und oft gelassenen Menschen verwandelt. Tag für Tag, ohne dass es mir richtig bewusst war.

Habt ihr euch auch schon mal vorgestellt, zu den Menschen zu gehören, die täglich 20 oder gar 30 Minuten meditieren? Ich war so jemand. Aus Studien weiss man, dass Meditation unsere Stimmung verbessern und Anspannungen lindern kann, dass sie den Blutdruck senkt und das Immunsystem stärkt. Wer will das nicht?

Ich habe das aber nicht geschafft bisher. Ich lebe seit sieben Jahren mit wandernden Schmerzen und seit fünf Jahren mit der Diagnose rheumatoide Arthritis. Mein Linderungsprogramm ist dicht: Antientzündliche Ernährung zubereiten (= zum Teil ein Zeitfresser, da ich praktisch nicht auswärts essen kann und immer alles zuhause vorbereiten muss), verschiedene Medikamente einnehmen (seit 2016 nur noch natürliche), möglichst täglich 30 Minuten Bewegung und Entspannungsübungen. Und dann noch 20 Minuten meditieren? Auch wenn ich dafür «einfach» etwas früher aufstehen könnte – ich schaffe es nicht.

Aber eine 1-Minuten-Meditation schaffe ich, oft sogar mehrmals täglich. Und diese einminütigen Pausen machen einen himmelweiten Unterschied. Ich habe die Übungen aus dem Buch genau so erlebt, wie Boroson sie beschreibt: Oft fokussieren wir darauf, friedlich (peaceful) zu WERDEN, anstatt friedlich zu SEIN. Er sagt, das sei, als ob man einen Ball vor sich herwerfen würde, um ihn anschliessend fangen zu wollen (und uns darüber zu beklagen, dass wir den Ball nie haben).

Ich habe durch dieses Buch gelernt, Momente im Leben aufmerksam wahrzunehmen, Momente zu geniessen und zu schätzen – denn im Moment steckt ein enormes Potential. In einem Moment können wichtige Dinge geschehen, gute wie schlechte: Ein Brief trifft ein, eine Freundin ruft an, eine Lawine stürzt ins Tal, ein Problem wird gelöst, man wird geküsst.

Meine Wahrnehmung hat sich grundlegend verändert. Es gelingt mir inzwischen oft, auch schwierige Momente anzunehmen, ohne sie zu bewerten. Ich bin sogar überzeugt, dass meine Resilienz dank dieser Wahrnehmung gestärkt wurde in den letzten Jahren. Die 1-Minuten-Meditation hat mich gelehrt, in kürzester Zeit zu mir zurückzufinden. Das Schöne ist, dass ich mich immer dabei habe. Die 1-Minuten-Meditation ist für mich ein Rettungsanker, ein Reset-Knopf, ein Auftanken und Refreshen zugeich.

Das zeigt sich so bei mir: Langes Warten in der Post? Kein Ärger mehr. Falsche Schlange in der Migros erwischt? Egal. Zug verpasst? Jänu. Etwas vergessen? Kein Weltuntergang. Einen Fehler gemacht? Erst recht kein Weltuntergang. Es ist wirklich so. Früher wurde ich fast ohnmächtig, wenn mir (oder jemand anderem!) ein Patzer passiert ist, inzwischen bin ich oft unglaublich gelassen mit mir und meinen Mitmenschen. Natürlich gelingt mir das nicht ganz immer, aber das unangenehme Gefühl bei einem Fehler/etwas Vergessen/Unerwartetem hat sich drastisch verringert. Und das fühlt sich sehr angenehm an.

Wie geht das denn nun mit dieser 1-Minuten-Meditation?

Man beginnt mit einer Basis-Minute. Man suche sich einen ruhigen Ort, wo man ungestört ist. Dort setze man sich hin (auf einen Stuhl, auf ein Kissen, auf den Boden – was einem am liebsten ist). Man sitzt aufrecht, mit entspannten Beinen und setze einen Alarm auf 1 Minute. Man lege die Hände entspannt z. B. auf die Oberschenkel und schliesse die Augen. Nun konzentriere man sich auf den Atem – und macht das, bis die Minute um ist.

Wenn man dies einige Tage geübt hat, kann man die Minute um ein «Warm Up» davor ergänzen: sich strecken, gähnen, hüpfen, die Hände waschen, eine Kerze anzünden – egal (ich strecke mich oder bewundere mein Geschirr, denn ich meditiere in der Küche). Und wenn man das einige Tage geübt hat, kann ein «Cool Down» hinzugefügt werden, wenn die Minute fertig ist: mit den Zehen wackeln, aus dem Fenster schauen, sich fragen: «War das angenehm?» (ich schaue aus dem Fenster und betrachte den Garten vis-à-vis).

Und dann kann man die Atemzüge zählen, die man während 1 Minute atmet. Nachdem man ungefähr weiss, wieviele tiefe Atemzüge eine Minute dauert, kann man sich vom Alarm befreien. Und dann kann man damit beginnen, die 1-Minuten-Meditation irgendwo zu machen, nicht bloss zuhause. Im Zug, beim Anstehen auf der Post, unter der Dusche, in der Bibliothek, oder im Bett vor dem Einschlafen.

Sobald man den Alarm nicht mehr braucht und bloss Atemzüge zu zählen braucht für eine Minute, kann man sie auch in verschiedenen Notfallsituationen einsetzen. Bei Panik, Frust, Ärger, Druck, Verwirrung oder Schock. Wenn immer die Situation es zulässt, dass man nicht sofort reagieren muss, kann man eine 1-Minuten-Meditation machen. Und wenn man sie wirklich regelmässig täglich macht, einmal oder mehrmals, dann fühlt man sich sofort «zuhause» in diesem Ritual, selbst in schwierigen Situationen.

Was Boroson erklärt und ich tatsächlich erlebe: Die 1-Minuten-Meditation geht mit positiven Nebeneffekten einher. Man erlebt Glück und Mitgefühl, manchmal ziemlich unerwartet. Irgendwann fühlte ich mich mehr verbunden mit mir wildfremden Menschen, ich spüre, dass wir überhaupt alle miteinander verbunden sind (auch mit Tieren und Pflanzen und allen Lebewesen). Ich stelle fest, dass ich nicht mehr so schnell urteile und mehr Verständnis aufbringe. Die 1-Minuten-Meditation macht mich friedlicher.

Es ist auch gut möglich, dass euer Umfeld merkt, dass ihr euch verändert habt, ruhiger seid, gelassener, friedlicher, geduldiger.

Man kann diese einminütige Meditation natürlich einfach mal so ausprobieren. Ich kann die Lektüre des Büchleins jedoch sehr empfehlen. Martin Boroson schreibt schön, lustig, poetisch und eloquent, es wäre schade, sich seine Gedanken entgehen zu lassen. Das Buch ist im englischen Original, aber auch auf Deutsch erhältlich.

Hier ein paar meiner Lieblingsstellen – allerdings auf Englisch, da ich es in der englischen Ausgabe besitze:

«The Basic Minute is not just about stopping doing, it’s about stopping youing

«If you practice the Minute regularly, you might find yourself thinking more positively and liking yourself more. You might find that you are indeed getting what you want – or at least liking what you have.»

«In fact, the Basic Minute isn’t anything at all. It’s just nothing. Just one whole minute of nothing. That’s why it’s such a relief».

HEALTHY GOOD FRIDAY // FOOD: Chickpea Crêpes

Rezept & Fotos: Barbara Jacops, les petites pestes

…am besten folgt ihr Barbara auch auf Instagram ♥

Chickpea Crêpes
  (→ deutsche Übersetzung folgt unten)

Play around with the flavor profiles

For the sweet version, use a plant based milk, or water, or… have fun with flavors.
Add in chocolate chips or blueberries.

For a savory version have fun with
the herbs parsley and basil
spinach and dill
chives and lemon zest…

Basic batter
1 cup of chickpea flour
300 ml liquid – or plant based milk

Chocolate version
Basic batter
+
2 tbsp coconut sugar
1 heaped tbsp chocolate powder
pinch of sea salt
optional: vanilla

Green version
Basic batter
+
1 handful of greens or herbs
spinach, dill, parsley, basil….

In a blender,
Add all ingredients to a high speed blender. Wizz it up.
Pour in a container and let batter rest for min 1 hour or overnight in the fridge.
Remove from the fridge.
Give a stir.
Heat a skillet pan over medium heat with a little coconut oil.
Add a bit of batter to the skillet, depending on the desired size of the crepes
Turn the skillet to spread the batter.
Cook until the crepe looks like it’s drying. Flip and cook for a few seconds.
Continue until all the batter has been used, then serve with your desired toppings.

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Kichererbsen Crêpes

Spiele mit verschiedenen Aromen.

Für die süsse Version kannst du eine pflanzliche Milch oder Wasser benutzen, oder habe Spass mit Aromen. Gib Schokoladenstückchen oder Heidelbeeren dazu.

Für eine pikante Variante habe Spass mit
– Kräutern wie Petersilie und Basilikum
– Spinat und Dill
– Schnittlauch und Zitronenschale…

Grund-Rührteig
1 cup Kichererbsenmehl
300 ml Flüssigkeit, z.B. pflanzliche Milch

Schokoladen-Version
Grund-Rührteig
+
2 EL Kokosblütenzucker
2 gehäufte EL Kakaopulver
1 Prise Salz
optional: Vanille

Grüne Version
Grund-Rührteig
+
1 handvoll grüne Blätter oder Kräuter
Spinat, Dill, Petersilie, Basilikum…

Gebe alle Zutaten in einen leistungsstarken Standmixer und mixe den Teig cremig.
Giesse den Teig in ein Gefäss und lasse ihn 1 Stunde (oder über Nacht) im Kühlschrank ruhen.
Nehme den Teig aus dem Kühlschrank und rühre ihn kräftig durch.
Erhitze eine Bratpfanne auf mittlerer Hitze und schmelze etwas Kokosöl darin.
Giesse etwas Teig in die Pfanne, mehr oder weniger, je nachdem, wie gross du deine Pancakes haben möchtest.
Wenn die Pancakes leicht „ausgetrocknet“ aussehen, wenden und auf der 2. Seite fertig backen.

Mit den gewünschten Toppings servieren.




Und nun auf zur Crêpes-Party!

Somatische Intelligenz: Der beste Ernährungsberater bist du selbst

Text: Graziella Anouchka Bättig, Speiseplan
Foto: Marco Sieber [Fotografie]

Der beste Ernährungsberater bist du selbst
An diesem Wintereinbuchsonntag habe ich mich wieder mal hinter die neuesten Dokumentation von Arte, 3Sat und Co. zum Thema Ernährung & Gesundheit gesetzt. Viel Altbekanntes, einige neue Bestätigungen und einen Input, den ich schon lange mal auf Pixel bringen wollte. Ich bin der festen Überzeugung, dass es nur eine Expertin gibt, die Dir sagen kann, was du essen sollst und was nicht: Du selbst.

Braucht es also gar keine Ernährungsberater? Mehr denn je. Denn die somatische Intelligenz – also das eigene Körpergefühl – haben wir weitgehend verloren bzw. wird es durch industriell verarbeitete Lebensmittel seit unserer Geburt getäuscht. Wenn man es genau nimmt, konnte unsere Generation die somatische Intelligenz gar nicht wirklich entwickeln. Ausser wir sind bei Hippie- oder Körnlipickereltern aufgewachsen. Der Weg zurück zu unserem Urkörpergefühl ist ein sehr langer, intensiver und vielschichtiger.

Bei mir besteht er aus jahrelangem Yoga, Achtsamkeitsübungen und einer ausgeprägten Beobachtungsgabe. Und doch habe ich nach über 10 Jahren auf diesem Weg meinen Körper noch nicht vollständig erreicht. Irgendwie beängstigend, wenn man das so formuliert. Daran, dass praktizieren, beobachten und achtsam sein nicht reicht – daran ist unsere Lebensmittelindustrie schuld. Und nein, hier geht es nicht um Verschwörung, Antikapitalismus und Schuldabschiebung. Ich bin ein Mensch, der Verantwortung übernimmt. Vor allem für mich selbst. Ich will anhand eines Beispieles versuchen zu erklären, warum die Lebensmittelindustrie es fast verunmöglicht, dass wir an die Wurzel unserer somatischen Intelligenz kommen und so ihr immenses Potential voll ausschöpfen können.

Beispiel: Glutamat
Aromat hat in einer gesunden Ernährung nichts verloren. Das ist inzwischen weitgehend bekannt. Doch wie sieht es mit Hefeextrakt aus? Geh doch mal zu deinem Vorratsschrank und schau dir deine Produkte an – ja, auch die Bio. Gefunden? Die Chance ist sehr gross. Das ist allerdings kein Grund zur Panik. Hefeextrakt ist tatsächlich oft natürlich hergestellt. Der bedeutendste Bestandteil ist allerdings die Glutaminsäure. Es hat eine stark geschmacksverstärkende Wirkung. Soweit so gut. Geschmacksverstärkung kann man auch natürlich haben. Ist übrigens der fünfte Geschmack: Umami (es würde den Rahmen jetzt sprengen, darauf auch noch näher einzugehen.)

Was hat die Verstärkung eines Geschmackes für eine Auswirkung auf unsere somatische Intelligenz?

Es verwirrt sie. Glutaminsäure an sich hat nichts Falsches. Sie kommt in natürlichen Lebensmitteln vor. Sie ist für unseren Körper nicht essentiell, schadet ihm grundsätzlich auch nicht. Die Verwirrung, wenn Glutaminsäuren Lebensmitteln zugesetzt wird, hat auf Dauer allerdings weitreichende Folgen. Die somatische Intelligenz bezeichnet die körpereigene Intelligenz zu wissen, wann man was braucht und was einem nicht gut tut.

Viellicht kennt Ihr die unbändige Lust auf irgendein Lebensmittel? Ich habe das zum Beispiel im Moment mit getrockneten Tomaten. Ich könnte darin baden und werde nervös, wenn sie an einem Samstagabend ausgehen. Einen Blick in mein schlaues Buch hat geklärt warum. Mein Vitamin A-Level ist zu tief. Das zeigt sich natürlich noch an anderen Symptomen und ist nicht im gefährlichen Bereich.

Mein Darm meldet also meinem Hirn „Wir brauchen Vitamin A.“ Mein Hirn sucht mein ganz individuell angelegtes Lexikon nach Lebensmitteln ab, die es kategorisiert hat mit einem hohen Vitamin A Gehalt. Und schon renne ich zum Biohändler des Vertrauens und besorge mit getrocknete Tomaten.

Ein weiteres Bespiel, welches den meisten betroffenen Frauen – und wohl auch den zuliefernden Männern – bekannt sein dürfte, ist die unbändige Lust auf Schokolade oder nach rotem Fleisch vor oder während der Menstruation. Nimmt das ein unvernünftiges Ausmass an, empfehle ich eine Prüfung des Eisengehaltes.

Wenn wir nah bei uns selbst sind, spüren wir, was unser Körper braucht. Je natürlicher die Gelüste, desto höher unsere Körperintelligenz. Man weiss heute noch nicht, wie oder mit welchem Organ unser Körper das ganz persönliche Nachschlagewerk anlegt. Es scheint mir allerdings logisch, dass die Geschmacksrichtungen und die Tastzellen auf der Zunge hier mitspielen. Und genau diese verwirren wir, wenn zum Beispiel Tofu mit Hefeextrakt angereichert ist und wird uns zum Verhängnis, bei Mangel an irgendetwas in unserem Organismus.

Ein abstrakter und stark vereinfachter Erklärungsversuch
Parmesan enthält viel natürliche Glutaminsäure, ist aber auch von Natur aus reich an Folsäure. Es ist also möglich, dass der Körper speichert: Glutaminsäure = folsäurehaltig. Wenn nun aber dieser Mensch wöchentlich Tofu isst, der mit Hefeextrakt angereichert ist und nur selten Parmesan, dann kann es sein, dass sein Körper bei einem Folsäureabfall* gelüste nach Tofu meldet – obwohl dieser gar keine Folsäure enthält. Natürlich sind diese Täuschungen schlimmer, je mehr hochverarbeitete Lebensmittel ein Mensch zu sich nimmt. Und man weiss heute noch nicht was es braucht, wie lange es dauert oder nach welchem Impuls unser Körper bereits gespeicherte Erfahrungen neu überschreibt.

Hochverarbeitete Lebensmittel sind oft auch mit künstlichen Vitaminen angereichert oder sie enthalten weitere, schädliche Zusatzstoffe. Damit unser Körper wieder seine ganz persönliche Intelligenz entwickeln kann, braucht es mehrere langjährige Komponenten.

1. Ein ausgeprägtes Körpergefühl
Yoga, Meditation oder autogenes Training sind einige Möglichkeiten

2. Entwöhnung
Der Körper muss erst wieder lernen, wie unverarbeitete Lebensmittel – frei von Geschmacksverstärkern, Zusatzstoffen und künstlichem Zucker -schmecken. Dazu ist Basenfasten ein gutes Werkzeug. Wobei einmal in den allermeisten Fällen nicht ausreicht.

3. Mundgesundheit
Der Mund, so unappetitlich das klingt, ist der Beginn des Darms und die Heimat von Tastzellen. Handelsübliche Zahncremes beinhalten oft sehr „scharfe“ Geschmacksstoffe, welche unsere Schleimhaut im negativen Sinn abhärten.

4. Anlegen eines persönlichen Lexikons
Der Konsum von naturbelassenen Lebensmitteln sollte die Regel sein. Keine Zusatzstoffe wie zum Beispiel Schwefel in getrockneten Früchten oder Lebensmittel, die mit künstlichem Zucker angereichert sind.

Das ist ein langer, steiniger Weg mit vielen Fallen und Rückschlägen. Hat man die somatische Intelligenz jedoch erstmal geschärft, erkennt man schnell selbst das unglaubliche Potential das in ihr steckt.

Weiterführende Informationen:

Doku von 3Sat „Gift aus dem Supermarkt“
Lesenswertes Buch von Thomas Frankenbach
Videobeitrag von Thomas Frankenbach

* in der Schweiz werden Lebensmittel aus gutem Grund mit Folsäure angereichert. https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/suche.html#Fols%C3%A4ure

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Graziella hat bereits einen interessanten Erfahrungsbericht für uns geschrieben – sie lebt mir der Diagnose Multiple Sklerose.

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Zitronen-Mohn Schnitten


Rezept & Foto: Petra Müller, Freakfood

Dieses Rezept wurde exklusiv kreiert für FOOBY

Rohe Zitronen-Mohn Schnitten

Es gibt Menschen, die backen fürs Leben gern und gut. Ich gehöre leider nicht dazu… Darum bin ich froh über «Kuchen» oder Schnitten, die keinen Backofen brauchen. Diese Zitronen-Mohn Schnitten sind eine erfrischende Variante meiner geliebten «Easy Peasy Mini Brownies» (zu finden auf www.freakfood.ch). Die grob gehackten Baumnüsse geben den Schnitten schönen Biss, und die neonfarbene Glasur erfreut das Herz.

Zutaten für 1 Cakeform (25 – 28 cm)
100 g gemahlene Mandeln
100 g Baumnüsse
100 g Datteln, entsteint
1 EL Mohnsamen
1 TL Kurkumapulver
½ TL Vanillepulver
1 Prise Salz
2 EL Zitronensaft (insgesamt reicht 1 Zitrone)

Glasur:
40 g Kakaobutter
1 EL Zitronensaft
2 TL Dattelsüsse (Dattelsirup)
1 TL Kokosöl
½ TL Kurkumapulver

Zubereitung
— Cakeform mit Backpapier auslegen
— Datteln in einer Schale mit kochendem Wasser übergiessen und 10 Min. stehen lassen
— Baumnüsse grob hacken
— Gehackte Baumnüsse mit den gemahlenen Mandeln, dem Mohn, Kurkumapulver, Vanillepulver und Salz gut mischen
— Datteln mit 3 EL Einweichwasser mit dem Stabmixer pürieren
— Dattelpaste und Zitronensaft unter die Nussmasse mischen und mit einem Löffel zu einem feuchten Teig rühren
— Teig in die Cakeform geben und regelmässig glatt streichen

Glasur:
— Kokosöl schmelzen (z. B. in einer Metalltasse auf der Herdplatte)
— Kakaobutter in ein Metallschälchen geben
— 3 dl Wasser aufkochen und in eine etwas grössere Schale giessen
— Metallschälchen mit der Kakaobutter ins heisse Wasserbad legen
— Kakaobutter mit einem Schwingbesen rühren und schmelzen
— Nacheinander geschmolzenes Kokosöl, Dattelsüsse, Kurkumapulver und Zitronensaft zur Kakaobutter geben und gut rühren
— Guss über den Nussteig giessen und mind. 1 Stunde im Kühlschrank auskühlen lassen

Nährstoffwissen
Nüsse sind Nährstoffbomben. Sie sind u.a. reich an Vitamin E, Vitaminen der B-Familie, Magnesium, Eisen sowie Kalzium. Nüsse enthalten 10 – 15 % Protein und einen grossen Teil an ungesättigten Fettsäuren, die entzündungsmodulierend wirken und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senken. Viele Nussarten sind zudem reich an Tryptophan, eine Aminosäure, die stimmungsaufhellend und beruhigend wirkt. Trotz all dieser positiven Eigenschaften sollte man es mengenmässig mit den Nüssen jedoch nicht übertreiben.

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Zurück zu den Wurzeln

Rezept: Liora Bels aus ihrem Buch THE MIX
Fotos: Mirjam Knickriem

Dieses jüdische Rezept ist inspiriert von der Liebe meines Vaters zu Chrein und Gefilte Fisch! Den Gefilte Fisch habe ich weggelassen und dem Ganzen dafür meine eigene Note verliehen. Ich esse es am liebsten mit ofengeröstetem Gemüse und Wildkräuter-Babyleaf-Salat – aber natürlich kannst du es mit allem kombinieren, was dir schmeckt. Dieses Gericht liegt mir sehr am Herzen – darüber hinaus ist es unglaublich leckerè

Zutaten
250 g rohe Cashewkerne, für 4 – 6 Stunden eingeweicht und gründlich durchgespült
180 – 200 ml gefiltertes Wasser
1 grosse Rote Bete-Knolle
50 g frischer Meerrettich oder mehr nach Belieben
Saft einer Zitrone
Meersalz (ich verwende Maldon)

Zubereitung
Alle Zutaten im Higshpeed-Blender auf höchster Stufe mixen, bis die Textur cremig ist. Wenn du einen intensiveren Geschmack bevorzugst, einfach mehr Salz und Meerrettich hinzufügen und erneut mixen.

Hinweis:
Mit geröstetem Wurzelgemüse, Vollkorngetreide, Salat oder einfach auf einer Scheibe Buchweizen-Nuss- & Körnerbrot (Seite 172) geniessen.

Wir erklären: Polyphenole

Text & Foto: Petra Müller, Initiantin von FOOD MOVEMENT

Wer sich ein wenig mit gesunder Ernährung auseinanderzusetzen beginnt, stösst schon bald auf neue Begriffe. Dank diesen begreift man, dass unser Essen uns nicht nur satt macht und Energie liefert, sondern dass es auch Information ist für unseren Körper. Auf Lebensmittelverpackungen findet man inzwischen überall Nährstoffangaben. Aber wie sieht es bei Gemüse, Kräutern und Früchten aus, die du auf dem Markt kaufst?

Man liest ja allerorten, dass es sinnvoll ist, möglichst bunt gemischte Gemüse, Kräuter und Früchte zu essen. In der Instagramsprache heisst das #eattherainbow. Das hat natürlich etwas mit dem schönen Anblick von farbigem Essen zu tun. Mehr noch hingegen zu tun hat es mit den Nährstoffen, die wir unserem Organismus dank einer abwechslungsreichen, mehrheitlich pflanzlichen Kost schenken.

Polyphenole sind sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Sie grenzen sich von primären Pflanzenstoffen dadurch ab, dass sie für die Pflanze nicht lebensnotwendig sind.

Sekundäre Pflanzenstoffe haben verschiedene wichtige Aufgaben für ihre Pflanze zu erfüllen. Sie wehren Schädlinge und Krankheiten ab, regulieren das Wachstum und bestimmen die Farbe(n) der Pflanze. Sie sorgen dafür, dass die Pflanze nicht nur überlebt, sondern auch, dass sie sich weitervermehren kann. Attraktive Farben locken Insekten an, die für die Bestäubung sorgen, oder aber die Pflanze will, dass ihre Früchte gefressen werden, damit sie verdaut woanders wieder ausgeschieden werden.

Viele sekundäre Pflanzenstoffe bekommen uns Menschen nicht gut und können gar giftig sein. Andere wiederum haben erwiesenermassen gesundheitsfördernde Eigenschaften für uns. Auch geschmacklich spielen viele Polyphenole eine Rolle. Sie lassen beispielsweise Rettich scharf und Senfkörner senfig schmecken.

Wir alle sind wohl schon kompliziert klingenden Namen von sekundären Pflanzenstoffen begegnet: Carotinoide (machen Karotten und Aprikosen orange und Tomaten rot), Glukosinolate (verleihen Kreuzblütlern wie Meerrettich und Kohl den typisch kohligen bzw. scharf-stechenden Geschmack), Saponine (kann man sich gut merken, weil sie schaumbildend sind, das sieht man beim Kochen von Linsen oder Quinoa), oder eben die Polyphenole, die als Farb-, Geschmack-, Bitter- und Gerbstoffe vorkommen.

Polyphenole werden unterteilt in Flavonoide, Phenolsäuren und Phytoöstrogene.

Gelbe Gemüse und Früchte sind gelb, weil Flavonole und Flavone sie gelb färben. Rote, blaue und violette Gemüse und Früchte sind so schön, weil sogenannte Anthocyane sie so färben. Phenolsäure kommt beispielsweise im Kaffee als Kaffeesäure vor.

Was für uns Menschen jedoch wichtig ist: Polyphenole können wir für unsere Gesundheit nutzen. Viele dieser Pflanzenstoffe wirken antioxidativ, antikanzerogen, antientzündlich und immunmodulierend. Zudem haben sie einen schützenden Effekt bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wenn wir heutzutage von «gesunder Ernährung» sprechen, dann steht der Verzicht auf Zucker, Reduzierung von Weizen und Fleisch sowie die Beachtung von bester Qualität bei Milchprodukten an vorderster Stelle. Darin sind sich führende Ärzte und Ernährungsberaterinnen einig.

Uns allen fällt weglassen jedoch nicht so einfach. Wollen wir uns deshalb lieber ein paar Lebensmitteln widmen, die – eben, jetzt wisst ihr, wovon ich spreche – möglichst viele Polyphenole enthalten. Wegen der oben genannten positiven Eigenschaften für unsere Gesundheit.

Wissenschaftler haben in einer umfangreichen Datenbank den Gehalt von 500 verschiedenen Polyphenolen aus 400 verschiedenen Lebensmitteln erfasst und eine Rangliste bestimmt. So erfahren wir die 10 Lebensmittel mit dem höchsten Gehalt an Polyphenolen. (Das Verfahren wird so beschrieben, dass ich es knapp verstehe: «Total polyphenol content was calculated as the sum of the contents of all individual polyphenols. These content values were compared with the content of antioxidants estimated using the Folin assay method in the same foods. These values were also extracted from the same database. Amounts per serving were calculated using common serving sizes.»

Wer sind denn nun die Polyphenol-reichsten Lebensmittel, die du ab heute in deinen Speiseplan einbauen kannst? Les voilà:

1. Gewürznelken
2. Sternanis
3. Kakaopulver
4. Mexikanischer Oregano, getrocknet (hier geht bestimmt auch anderer Oregano…)
5. Selleriesamen (kannte ich gar nicht)
6. Aronia (Apfelbeere)
7. dunkle Schokolade
8. Leinsamen, gemahlen
9. Holunder
10. Kastanie (die grosse Überraschung für mich! Hildegard, was wusstest du nicht schon alles…)

Das heisst nun aber nicht, dass man NUR noch diese Lebensmittel essen soll. Aber ein paar Mal die Woche ab und zu und abwechselnd wäre wohl ideal.

Auf deine Gesundheit!

Quellen:
Burgerstein Handbuch Nährstoffe, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=identification+of+the+100+richest+dietary+sources+of+polyphenols, http://phenol-explorer.eu/

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Süsskartoffel Tarte

Rezept: Lauren Wildbolz
Foto: © Veronika Studer, AT Verlag

Das heutige Rezept stammt aus dem Buch Vegan Love von Lauren Wildbolz, das letztes Jahr im AT Verlag erschienen ist und das wir hier – zusammen mit dem Rezept für eine köstliche rohe Waldbeer-Mango-Torte – vorgestellt hatten.

Heute zeigen wir euch das Rezept für Laurens köstliche, rein pflanzliche
Süsskartoffel-Tarte.

Für eine Springform von 22–26 cm Durchmesser

Zutaten
2 Süsskartoffeln
1 Kartoffel
2 Karotten
Fett für die Springform
1 Dinkel-Kuchenteig (Fertigprodukt), rund ausgewallt

100 g Pesto (im Buch würde man das auf Seite 122 finden)
200 g Seidentofu
1 EL gemahlenes Kurkuma
1 Prise jodiertes Salz
etwas Sesam, ungeschält
Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung
Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Die Süsskartoffeln und die Kartoffel in Scheiben schneiden. Die ungeschälten, aber gründlich gewaschenen Karotten in lange, breite Streifen schneiden. Alles im Dämpfsieb über kochendem Wasser 10 Minuten garen, danach kalt abschrecken.

Eine gefettete Kuchenform mit dem Dinkelteig auslegen. Den Boden mit einer Gabel gleichmäßig einstechen. Die Ränder mit Pesto bestreichen und einrollen. Den Teigboden im vorgeheizten Ofen 10 Minuten vorbacken und auskühlen lassen.

Den Seidentofu mit dem Kurkuma und Salz mit dem Pürierstab pürieren.

Den Teigboden mit dem restlichen Pesto bestreichen und mit dem gedämpften Gemüse aus- legen. Die Seidentofumischung darauf verteilen und 15 Minuten backen. Die Tarte aus dem Back- ofen nehmen, Sesam und Pfeffer darauf verteilen und weitere 5 Minuten fertig backen.

Sieht sie nicht zum Reinbeissen aus? ♥