Alle Artikel vonPetra Müller

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Käsekuchen (glutenfrei)


Rezept & Fotos: Aleksandra vom SCD-Blog

Aleksandra lebt mir der Diagnose der Darmerkrankung Morbus Crohn und hat auch schon einen Erfahrungsbericht für uns geschrieben – hier könnt ihr ihn lesen.

Käsekuchen

Dieser Kuchen schmeckt für mich wie ein Käsekuchen – diesen Geschmack bekommt er durch die Cashewmilch. Als ich ihn das erste Mal gemacht habe, war ich hin und weg. Und es ist ein einfacher Kuchen, der schnell zubereitet ist. Wenn sich also mal spontan Besuch angekündigt hat und du alle Zutaten daheim hast, ist er fix vorbereitet und du musst ihn nur noch im Ofen backen. Und du kannst dir sicher sein, dass dieser Kuchen gut ankommen wird. Alle meine Testesser waren bisher hellauf begeistert.

Tipp: Natürlich geht auch eine andere Nussmilch. Ich habe z. B. einmal Kokosmilch verwendet. Aber der Kuchen bekommt nur durch die Cashewmilch die geschmackliche Note eines Käsekuchens.

Rezept für eine kleine Springform, ca. 18 cm
Zubereitung: 10 Minuten, Backzeit: 30 – 40 Minuten

50 g gemahlene Mandeln, blanchiert
25 g Kokosmehl
1 Prise Salz
4 Eier
50 g Butter
100 g Honig
50 ml Cashewmilch
1 EL Zitronensaft
1 EL Vanille aus der Mühle oder eine Schote auskratzen

1. Heize den Ofen auf 170°C vor und lege die Springform mit Backpapier aus.
2. Mandelmehl, Kokosmehl und Salz miteinander vermengen.
3. Eier, geschmolzene Butter, Honig, Cashewmilch, Zitronensaft und Vanille hinzufügen und mit einem Mixer gut durchmischen, sodass der Teig schön glatt ist und sich keine Klumpen bilden.
4. Nun den Teig in die Springform geben und für 30 bis 40 Minuten backen. Gegen Ende kann mit dem Zahnstocher überprüft werden, ob der Kuchen schon durch ist.
5. Kurz abkühlen lassen und dann genießen!

Barbara: Dolichokolon

Erfahrungsbericht & Foto: Barbara Jäggi

In unserer Gesellschaft sind Verdauungsbeschwerden Tabu: «Man» spricht noch immer nicht über solche Themen. Welch gravierende Auswirkungen ein vor dem Zusammenbruch stehendes Verdauungssystem jedoch auf das gesamte Wohlbefinden haben kann, musste ich am eigenen Leib erfahren.

Solange ich denken kann, hatte ich Probleme mit meiner Verdauung. Zum ersten Mal richtig bewusst wurde mir dies als Teenie während Familienferien auf Sardinien. Meine Mutter gab mir damals Abführmittel, welche sie auch selber regelmässig konsumierte. Damit begann ein erster Teufelskreis für mich. Denn die Nebenwirkungen der Laxative liessen nicht lange auf sich warten: Mein Darm wurde träger und träger, Erleichterung verschaffte nur eine immer höhere Dosis Abführmittel. Daher suchte ich bereits mit Anfang 20 Hilfe – vergeblich. Ich liess u. a. Untersuchungen am Universitätsspital Zürich und am Salem-Spital Bern vornehmen und vertraute mich diversen Ernährungsberatern an. Eine dieser Ernährungsberaterinnen liess auch eine Stuhlprobe untersuchen. Damals wurde bei mir Leaky Gut Syndrome festgestellt – ich konnte mit diesem Begriff jedoch nicht viel anfangen. Die Beraterin empfahl mir aber nur beschränkt Massnahmen. Was Leaky Gut Syndrome im Detail bedeutet, musste ich Jahre später während meiner Weiterbildung zur Fachberaterin für holistische Gesundheit mit Schrecken feststellen.

2009: Erste Erleichterung
Auf meinem Weg wurde mir der Zusammenhang zwischen Ernährung und Ausscheidung glücklicherweise immer mehr bewusst. 2009 fand ich dann auch nach langer Suche einen sehr verständnisvollen und kompetenten Gastroenterologen. Er diagnostizierte mein Dolichokolon, welches seit Geburt vorliegt: Mein Dickdarm ist 30 % länger als üblich, was meine Beschwerden erklärte. Zu dieser Zeit lebte ich strikt vegetarisch; mein Gastroenterologe riet mir jedoch, ab sofort auch Milchprodukte und Gluten von meinem Speiseplan zu streichen. Er begleitete mich zudem bei der Umstellung der Laxative auf verschreibungspflichtige Medikamente, ein Prucaloprid und ein iso-osmotisches Darmregulans.

2011 beschloss ich, aus damals noch vorwiegend gesundheitlichen Gründen auf eine strikt vegane und glutenfreie Ernährung umzustellen. Ich informierte mich v. a. via US-amerikanische Quellen über reizdarmfreundliche Ernährung. Mehrere Jahre lang war meine Verdauung dadurch mehr oder minder gut eingestellt. Hin und wieder hatte ich jedoch mit starken Blähungen und saurem Aufstossen zu kämpfen; und in besonders stressigen Zeiten lief auch meine Verdauung nicht mehr wie gewünscht. Obwohl ich immer sehr auf meine Ernährung achtete und sehr viel Sport trieb (u. a. verdiene ich mir einen Teil meines Einkommens seit 2013 als Groupfitness-Instruktorin), war auch mein Gewicht starken Schwankungen ausgesetzt. Ich setzte aber zu stark auf die Wirkung der Medikamente und war mir zu wenig bewusst, wie stark gewisse Lebensmittel meine Darmtätigkeit beeinträchtigen können.

2016: Der erste Schritt in die zunächst falsche Richtung
2016 entschloss ich mich aus Eigeninteresse, eine Weiterbildung zur Fachberaterin für holistische Gesundheit zu absolvieren. Im Rahmen dieser Weiterbildung wurde mir auch bewusst, dass ein Leaky Gut, also eine geschädigte und daher undichte Darmschleimhaut, gravierende Folgen für die Gesundheit hat. Gewappnet mit zusätzlichem Wissen über Ernährung, über die westliche Medizin und alternative Heilmethoden beschloss ich, meine Medikamente abzusetzen.

Ich versuchte, mein Verdauungssystem mit meiner Ernährung in Schwung zu halten. Ein paar Monate lang funktionierte das auch mehr oder weniger. Gleichzeitig begann ich jedoch auch, wieder mehr Getreide zu konsumieren, da ich immer wieder Hinweisen begegnete, dass diese der Verdauung zuträglich seien. Im Nachhinein betrachtet, stellte sich diese Kombination jedoch als fataler Fehler heraus. Anfang 2017 litt ich nämlich unter scheinbar zusammenhangslosen Symptomen: meine Haut war so unrein wie nie zuvor, ich war ständig erschöpft, litt unter depressiven Verstimmungen, mein Zyklus war extrem unregelmässig, und ich nahm stetig zu. Meine Verdauung lief mässig, konnte jedoch aus medizinischer Sicht nicht als Verstopfung klassifiziert werden. Aus all diesen Gründen suchte ich im Frühling 2017 meinen Hausarzt auf und liess erst einmal ein grosses Blutbild machen. Alle Werte waren gut bis sehr gut, und mein Hausarzt wusste auch nicht weiter. Daher überwies er mich an eine Hormonspezialistin. Auch dort waren alle Befunde unauffällig.

Ich litt währenddessen immer mehr unter dieser mir unerklärlichen Gewichtszunahme und versuchte auf unterschiedlichste Weise, meinen Körper in sein Gleichgewicht zurückzubringen.
Im selben Frühling 2017 entschloss ich mich, mich zur PowerYoga-Lehrerin (200-Stunden-Zertifikat nach Yoga Alliance) weiterzubilden – ein doppelter Segen, wie sich mittlerweile herausgestellt hat.

An einem Wochenende im September fand eines der Module in Basel statt; und ich fühlte mich elend. Am Samstag konnte ich weder essen noch trinken, ich hatte keine Energie, und am Abend mass ich fast 39 °C Temperatur. Zudem litt ich unter starkem Aufstossen, was unsere gesamte Wohnung mit einem grässlichen Schwefelgeruch ausfüllte. Zudem quälten mich heftige Bauchschmerzen. Am Sonntagmorgen wurde es immer schlimmer, und auf Anraten meiner Telmed-Beraterin suchte ich den Notfall mit Verdacht auf Darmverschluss auf. Ganz so schlimm war es dann zum Glück doch nicht, jedoch stand ich laut Notfallarzt kurz davor, Stuhl zu erbrechen. Der Dienstarzt verschaffte mir mit einem Einlauf und starken Abführmitteln erste Abhilfe. Er verschrieb mir auch meine Medikamente wieder und legte mir ans Herz, meinen Gastroenterologen so bald als möglich aufzusuchen.

2017: Die allheilende Erkenntnis
Mein Gastroenterologe begrüsste zwar grundsätzlich meine Einstellung; jedoch redete er mir auch stark ins Gewissen. Er legte mir ans Herz, mein Dolichokolon ernst zu nehmen und der Gesundheit meines Darms erste Priorität einzuräumen. Medikamente werden wohl ein Leben lang notwendig sein, denn von einer Verkürzung des Grimmdarms rät mir mein Arzt aufgrund der damit verbundenen Risiken ab. Medikamente alleine sind jedoch nicht alles, auch meine Ernährung muss auf meinen Darm abgestimmt sein. So habe ich nach meinem letzten Termin mit dem Ausschlussverfahren alle Lebensmittel eliminiert, die meinem Darm nicht zuträglich sind.

Ich ernähre mich hauptsächlich von Gemüse, Salaten, Hülsenfrüchten inklusuve Soja, Nüssen und Samen. Ich achte darauf, meine letzte feste Mahlzeit möglichst vor 16.30 Uhr zu mir zu nehmen. Morgens geniesse ich einen grünen Smoothie mit einem pflanzlichen Proteinpulver. Ich trinke ausreichend Wasser und Kräutertee.

Auch mein Sportprogramm habe ich komplett überdacht: Anstelle von schweisstreibenden HIIT-Sessions setze ich heute auf Ausdauertraining auf nüchternen Magen, funktionelle Trainingseinheiten mit dem eigenen Körpergewicht, lange Spaziergänge und tägliche Yoga-Einheiten. Auch zwei tägliche Mediationseinheiten von 10 Minuten gehören mittlerweile zu meinem Alltag. So schaffte ich es, meine Depressionen zum verschwinden zu bringen, meine Haut zu klären, mein Gewicht zu regulieren und mein grundsätzlich hohes Energielevel wieder zu erlangen. Klar, meine Ernährung schränkt mich in sozialen Situationen ein; die Lebensfreude und Lebensenergie, die ich wieder zurückerhalten habe, gebe ich aber niemals mehr her.

Mein Nebenerwerb als Ernährungsberaterin habe ich mittlerweile darauf ausgelegt, anderen Menschen mit Verdauungsproblemen auf ihrem Weg zu begleiten: www.theyogabody.ch

Eine chronische Krankheit ist wie ein Teilzeitjob

Text: Petra Müller, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT
Foto: Katharina Lütscher, Zürich

Es freut mich sehr, dass unsere Partnerin, die EGK Gesundheitskasse, in ihrem Hausmagazin Vivere ein Portrait über mich und meine Kranken- bzw. Gesundungsgeschichte veröffentlicht hat. An einem kalten Tag anfangs Februar habe ich mich mit Tina Widmer getroffen, die mich interviewt hat. Ich bin sehr glücklich über die Geschichte, die sie über mich geschrieben hat.

Hier könnt ihr sie lesen.

Ganz herzlichen Dank, liebe Tina!

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Quinoa Curry


Rezept & Foto: Fiorina Springhetti, mamalltag

Quinoa Curry

Zutaten für 1 Person
100 g Süsskartoffeln in kleine Würfel geschnitten
100 g Kichererbsen aus dem Glas / aus der Dose
80 g Quinoa (ich habe rotes Quinoa verwendet, Tricolore passt natürlich auch)
1 TL Tomatenmark
1 dl Kokosmilch
80 g frischen Blattspinat (zur Not dient auch tiefgekühlter Blattspinat, auftauen und abtropfen vor Gebrauch)
1 TL Currypulver
1/2 TL Kurkuma
1/2 TL gemahlener Ingwer
1/2 TL gemahlener Koriander
1 Knoblauchzehe, gehackt
1 kleine Zwiebel, gehackt
Himalayasalz und Pfeffer

Zubereitung
Das Quinoa in eine weite Pfanne geben (am besten klappt dieses Gericht in einer weiten Bratpfanne), eine Messerspitze Himalayasalz beifügen und 2 dl Wasser dazugeben. Das Quinoa sollte gut bedeckt sein und nun für 30 Minuten auf mittlerer Stufe köcheln.

Nach 10 Minuten die in kleine Würfel geschnittenen Süsskartoffeln, die Kichererbsen, die gehackte Zwiebel und den gehackten Knoblauch hinzugeben und die Pfanne mit dem Deckel abdecken. Falls nötig, etwas Wasser hinzugeben, es sollte nie komplett verdampfen während des Kochvorgangs.

Wenn noch 5 Minuten der gesamten Kochzeit (30 Minuten) übrig bleiben, das Tomatenmark, die Kokosmilch, das Currypulver, den gemahlenen Kurkuma, den gemahlenen Ingwer und den gemahlenen Koriander beigeben, gut vermengen und auf kleinster Stufe für 5 Minuten köcheln lassen.

Ganz zum Schluss den frischen Spinat unterrühren, alles mit Himalayasalz und Pfeffer nach Gusto abschmecken und servieren.

Voilà – ein einfaches aber satt machendes Quinoa Curry, das im Handumdrehen gelingt.

Neue ideelle Unterstützung durch Dr. med. Tamborrini-Schuetz

Text: Petra Müller, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT

Wir freuen uns sehr über die neue, wertvolle ideelle Unterstützung durch den Rheumatologen Dr. med. Giorgio Tamborrini-Schuetz. Wir haben bereits vor einiger Zeit ein Interview mit Dr. Tamborrini gezeigt. Er ist wie wir davon überzeugt, dass Erkrankungen durch eine kluge Ernährung gelindert werden können.

Dr. Tamborrini ist Rheumatologe und Experte für Ultraschall sowie Dozent an der Medizinischen Fakultät des Universitätsspitals Zürich und Mitglied verschiedener Kommissionen und Verbände.

Wir haben das Glück, Dr. Tamborrini persönlich zu kennen. Wir schätzen ihn nicht nur als Fachperson, sondern auch als Menschen.

Herzlich willkommen, lieber Herr Tamborrini!

Auf unserem Radar #6: Eine App und zwei Artikel zu „gesunder“ Ernährung

Text: Petra Müller, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT


Eine meiner liebsten Quellen für Ernährungsthemen ist die Website nutritionfacts.org des amerikanischen Arztes Dr. Michael Greger. Dr. Greger ist ein leidenschaftlicher Arzt und Forscher, der unermüdlich und kostenfrei allen möglichen Fragen einer gesunden Ernährung auf den Grund geht. Alle Beiträge sind belegt durch zahlreiche Studien, was ihn für mich auch so glaubwürdig macht.

Parallel zu seinem Buch mit dem augenzwinkernden Titel How Not To Die hat Dr. Greger kürzlich eine App lanciert. Sie ist für Android und Apple erhältlich. Dank dieser App wird man täglich an die sogenannten „Daily Dozen“ erinnert, also an die 12 Empfehlungen, die Dr. Greger selbst täglich konsumiert oder ausführt – denn eine Portion Bewegung ist hier mit eingeschlossen.

Aus purer Neugier habe ich die App heruntergeladen, obwohl ich das Gefühl habe, dass ich mich inzwischen ziemlich ausgewogen und gesund ernähre. Denn eigentlich wollte ich bloss wissen, wie die App funktioniert. Ich bin begeistert! Denn einfacher könnte die Benutzeroberfläche nicht sein. Auf einer Liste mit den 12 täglichen Empfehlungen kann ich ankreuzen, wovon ich wieviele Portionen konsumiert habe. Da man so etwas schnell vergisst, erhält man täglich um 20 Uhr eine akustische Erinnerung. Ich kreuze seither fast täglich brav an, ob ich meine täglich empfohlenen Portionen konsumiert habe: Bohnen, Beeren, Obst, Kreuzblütengewächse, Blattgemüse, sonstiges Gemüse, Leinsamen, Nüssen, Gewürze, Vollkorn sowie Getränke und Bewegung. Zu jeder Empfehlung kann man durch einen Antipper ein paar Details abrufen.

Was durch die Benutzung dieser App bei mir passiert ist: Ich denke schon von selbst daran, ob ich heute bereits Nüsse, Vollkorn oder Früchte gegessen habe. Es geht mir auch nicht darum, dass ich dies nun pingelig genau nehmen muss. Aber es zeichnet sich ein Gesamtbild ab, bei dem ich z. B. feststelle, dass ich am ehesten vergesse, genügend Nüsse und Früchte zu essen. Ein Dutzend Empfehlungen kann man sich gerade noch so merken; ansonsten wird man dank der App daran erinnert.

Mein Fazit:
Ich kann nicht nur das Buch How Not To Die sehr empfehlen (wir werden es zu einem späteren Zeitpunkt noch vorstellen), ich kann auch diese App sehr empfehlen für alle, die versuchen möchten, sich gesünder zu ernähren. Denn wenn man täglich die 11 empfohlenen Portionen dieser Lebensmittel isst, hat Ungesundes eigentlich fast keinen Platz mehr (zumindest nicht in meinem Bauch). Die App erscheint auf deinem Smartphone übrigens automatisch auf deutsch bzw. in der Sprache deines Landes.

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Was heisst heute gesunde Ernährung?
Hierzu gibt es soviele Meinungen wie Menschen, Experten, Ärzte und Ernährungsberaterinnen.
Und dennoch gibt es einige Überschneidungen, wo sich auch Expertinnen und Experten verschiedener Ernährungsphilosophien ziemlich einig sind.

Die Amerikaner Mark Bittman und Dr. David L. Katz haben in einem (wohl fingierten) Interview kluge Antworten dazu abgegeben, was man 2018 als gesunde Ernährung bezeichnen könnte. Ein erster Artikel (übrigens in englisch) befasst sich ausführlich mit den brennendsten Fragen, und vor zwei Tagen ist ein Follow Up erschienen, wo die beiden nochmals detaillierter auf ein paar Fragen eingehen. Ich kenne diese Fragen selbst gut, denn sie werden mir oft im Anschluss an meine Vorträge gestellt:

– Wie steht es konkret mit Fleisch?
– Wieviel Käse ist ok, und wenn ja, welcher?
– Ist Reis ok? (oder muss ich jetzt immer Bohnen essen?)
– Ist Frühstücken wirklich so wichtig?
– Chia? Was ist der Hype um Chiasamen?
– Und offenbar immer wichtig: Wie steht es mit KAFFEE???

Marieluise: Sklerodermie (rheumatische Erkrankung)

Erfahrungsbericht & Foto: Marieluise Römer

Im Jahr 2013 veränderte eine Autoimmunerkrankung mein Leben: Das war damals ein harter Schlag für mich, denn ich dachte. mir passiert so was nicht, ich habe doch schon so einen gesunden Lebensstil… Heute sehe ich das ganz anders. Ich bin sehr dankbar für diese Chance, die ich bekommen habe: Ich habe jetzt mehr Gesundheit und Wohlbefinden als je zuvor und das möchte ich gerne weitergeben.

Wie alles anfing
Nun aber von Anfang an: Mein Name ist Dr. Marieluise Römer und ich bin Ernährungswissenschaftlerin und Mutter von zwei Kindern. Schon seit meiner Kindheit interessiere ich mich für gesunde Ernährung. Dabei achtete ich auf Gemüse und Obst, Frischkostmüsli, Vollkorn sowie wenig Fleisch. Natürlich waren auch jede Menge Milch, Buttermilch, Joghurt, Quark und Käse für mich wichtig.

Mir war ziemlich bald klar, dass ich das Thema gesunde Ernährung auch beruflich vertiefen möchte, denn mir lag schon immer die Prävention und Therapie von Erkrankungen durch natürliche Methoden am Herzen. So studierte und promovierte ich im Bereich Ernährungswissenschaften. Sowohl privat als auch beruflich hat das Thema gesunde Ernährung für mich immer schon einen hohen Stellenwert.

Wie ich von einer Autoimmunerkrankung überrascht wurde
Bis zum Jahr 2013 ging es mir gesundheitlich ziemlich gut. Dann merkte ich immer mehr, dass ich Probleme mit den Händen und Füßen bekam. Kalte Füße und Hände kannte ich schon seit meiner Kindheit, allerdings nicht so extrem: Immer öfter wurden Zehen und Finger weiß und kurzzeitig gefühllos, um sich dann später wieder rot und bläulich zu färben. Heute weiss ich, dass es sich um das Raynaud Syndrom handelt. Das erschreckte mich schon etwas.

Viel schlimmer waren allerdings die geschwollen Finger und Zehen, rot und entzündet, viele offene Stellen. Es tat höllisch weh bei der kleinsten Bewegung und Berührung, oft auch schon in Ruhe. Ich war total eingeschränkt bei simplem Tätigkeiten wie Gemüse schneiden oder schälen, Brot schneiden, Salat waschen, spülen, Betten beziehen, schreiben per Hand oder am PC, im Garten arbeiten, walken usw. Dies alles ging – wenn überhaupt – dann nur unter Schmerzen. Und natürlich konnte ich auch weder mit meinen Kindern spielen, noch sie in den Arm nehmen.

Sowohl fetthaltige Cremes, als auch Kortisoncremes an den Händen halfen gar nicht.
Der Hausarzt tippte dann, genau wie ich selbst, auf eine rheumatische Erkrankung und überwies mich zum Rheumatologen.

Dieser stellte dann Ende 2013 eine Kollagenose, genauer eine systemische Sklerodermie, also eine Art Bindegewebsrheuma, fest, anhand von Kapillarmikroskopie und Blutwerten. Dies trat bei mir speziell an den Händen und Füßen auf und war noch in einer sehr frühen Phase. Im weiteren Verlauf der Erkrankung werden üblicherweise diverse Organe befallen wie Lunge, Speiseröhre, Leber, Nieren, Darm, Herz, Augen usw. Diese wurden alle geprüft und waren zum Glück ohne Auffälligkeiten.

Was mich total schockte war, dass es sich hier um eine Autoimmunerkrankung handelte. Also nach allgemeiner Meinung nicht heilbar und auch nicht wirklich therapierbar. Man kann lediglich die Symptome unterdrücken, üblicherweise durch Medikamente. So verschrieb der Arzt mir auch sofort Kortison und Quensyl: Gegen die Entzündung, die Schmerzen und zur Verbesserung der Durchblutung. Aufgrund des starken Leidensdrucks nahm ich diese auch anfangs.

Allerdings war die Vorstellung, lebenslang diverse Medikamente (gegen die Entzündung und die Schmerzen) nehmen zu müssen, total abschreckend. Ich spürte sehr deutlich, dass das nicht mein Weg sein konnte. Deshalb suchte ich nach alternativen Möglichkeiten.

Wie ich zurück zu meinen „Wurzeln“ fand
Relativ schnell kam ich da wieder auf meine „Ernährungswurzeln“ zurück. Ich erinnerte mich daran, dass es bei Ernährung und Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises einen deutlichen Zusammenhang gibt. Vielleicht könnte ja die Ernährung ein Weg für mich sein? Mein Ziel war es, meine Problematik hiermit bestmöglich in den Griff zu bekommen und Medikamente – wenn überhaupt – auf ein Minimum zu beschränken.

Wie ich weg von den Medikamenten kam
Zu dem was ich schon wusste kam nochmals ein intensives Studium: Dazu habe ich viele wissenschaftliche Studien, Fachinformationen und Bücher rund um die Thematik studiert und bezogen auf meine Krankheit die entsprechenden Schlüsse daraus gezogen. Auf dieser Basis habe ich über die letzten 3 Jahre mein eigenes Programm entwickelt und ständig verbessert.
Also änderte ich meine Ernährung und Lebensweise nochmals deutlich: Mir begegneten erstmals selbst hergestellte Säfte auf Basis von Gemüse (nicht Obst!) und grüne Smoothies (grünes Blattgemüse wie Salat/Spinat mit süßem Obst im Mixer ganz fein und cremig zerkleinert). Nach einer gewissen Gewöhnungsphase begann ich meine Ernährung erst zu schätzen und dann zu lieben. Und heute könnte ich mir ein Leben ohne meinen geliebten Mixer gar nicht mehr vorstellen.

Während der Ernährungsumstellung reduzierte ich meine Medikation immer mehr. Ich merkte schon nach wenigen Wochen, wie gut mir diese Art der Ernährung tut. Ich hatte plötzlich wieder den ganzen Tag Energie (ohne Coffein), ein top Immunsystem, Schwindelgefühle und Kopfschmerzen waren verschwunden. Und ich hatte sogar mehr Genuß und Freude bei der Zubereitung und dem Verzehr meiner Nahrung! Auch meine Hauptprobleme wurden deutlich besser. Zunächst an den Füßen und danach auch an den Händen: Die Schwellungen, Entzündungen und die Schmerzen sind weg, und ich kann wieder alles tun was ich möchte und so liebe!

Wie ich auch meinen Arzt begeistern konnte
Mein Arzt ist übrigens total begeistert, was ich durch meine mittlerweile fast vegane Ernährung erreicht habe: Wie sich meine Blutwerte verbessert haben und dass keine Entzündung mehr nachweisbar ist.

„Machen Sie weiter so mit ihrer Ernährung und die Medikamente können wir jetzt komplett weglassen und es reicht, wenn Sie 1 mal pro Jahr kommen statt vierteljährlich.“ Das hat mich nochmals bestätigt auf meinem Weg, dies sogar von einem „klassischen Schulmediziner“ zu hören. Wobei ich mir heute sicher bin: Wenn mein Rheumatologe nicht zumindest offen für meine Ernährungsumstellung gewesen wäre, hätte ich ihn sicher gewechselt.

Wie meine Ernährung heute aussieht: Ich genieße täglich 2 große grüne Smoothies, viel gutes Wasser (oft mit Ingwer und Zitrone), viel Salat und Gemüse sowie gute Fette wie Kokosöl, Olivenöl, Nüsse und Saaten. Auch auf hochwertige pflanzliche Eiweißquellen wie Hülsenfruchte, Sprossen, Hanf und Chia achte ich. Sehr selten esse ich etwas fetten Fisch, wie z.B. Wildlachs. Natürlich gibt es auch mal Naschereien – ohne Zucker: köstlich und einfach selbstgemacht. Habe ich schon erwähnt, dass ich meine neue Ernährungsweise sehr liebe und nicht mehr eintauschen möchte?

Allerdings ist es nicht ganz so simpel, sondern u.a. auch sehr wichtig sicherzustellen, dass wirklich alle Mikronährstoffe, also Vitamine und Spurenelemente in ausreichender Menge und Qualität aufgenommen werden. Hier kommt mir besonders auch mein Studium sehr zugute.
Wie ich mich entspanne

Ernährung ist in meinen Augen so wichtig in der Prävention und Therapie von Erkrankungen. Doch natürlich ist Ernährung nicht alles. Auch andere Themen wie Bewegung, Entspannung oder Entgiftung habe ich in mein Konzept integriert. Für mich persönlich bedeutend ist meine Möglichkeit zum Stressabbau, zum Entspannen. Hier genieße ich wieder, dass ich alles tun kann: Nordic Walken mit unserem Hund, Yoga, Trampolin springen und im Garten arbeiten. Und natürlich köstliche gesunde Nahrung zuzubereiten, denn auch das kann so entspannend sein!
Ich bin sehr glücklich und dankbar für meinen Gewinn an Gesundheit und Wohlbefinden. Auch mein Mann und meine Kinder freuen sich riesig und genießen das meiste mit mir – was auch ihrer Gesundheit zugutekommt.

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Marieluise hilft anderen mit ähnlichen gesundheitlichen Problemen inzwischen weiter.
Hier geht es zu ihrer Website.

NEWS bei FOOD MOVEMENT: Weniger = mehr

Text: Petra Müller, Gründerin von FOOD MOVEMENT

Vor zwei Jahren haben wir den HEALTHY FRIDAY lanciert, und wir haben euch seither jeden Freitag ein Rezept oder einen Beitrag zu Bewegung oder Entspannung gezeigt. Das sind genau 100 Beiträge mit Inspirationen, Impulsen und neuen Ideen.

Ohne die vielen Menschen aus der HEALTHY FRIDAY-Community wäre dies nicht möglich gewesen, darum gilt unser grosser Dank euch allen!

Wir schaffen den HEALTHY FRIDAY jedoch nicht ab. Wir werden euch immer noch sporadisch an einem Freitag ein Rezept oder einen Beitrag zu den Kategorien MOVE oder RELAX zeigen. In Zukunft möchten wir unsere Zeit und Energie jedoch noch mehr in Interviews, Buchrezensionen und das Aufspüren von Erfahrungsberichten stecken. Das Königsziel wäre auch mehr Projekte in der analogen Welt – gerade diese benötigen jedoch sehr viel mehr Ressourcen.

Ich freue mich sehr auf diese fokussiertere Ausrichtung und hoffe, euch damit noch spannendere Inhalte zeigen zu können. Sodass ihr weiterhin Inspirationen findet, um neue Ideen auszuprobieren und euren eigenen, selbstbestimmten Weg zu gehen.

Über Wünsche und Inputs freue ich mich übrigens sehr!

Ganz herzlichen Dank für euer Interesse an FOOD MOVEMENT ♥.

HEALTHY FRIDAY // Interview mit Jeannette Ruh

Interview: Petra Müller, Gründerin von FOOD MOVEMENT

Heute erfahren wir etwas mehr über den Hintergrund und die Ernährungsgewohnheiten von Jeannette Ruh. Sie auch schon köstliche Rezepte für beispielsweise Kürbis-Schokolade Power Bites oder – jetzt wieder ganz aktuell – einen Smoothie mit Brennnesseln mit uns geteilt. Wer sich täglich von Jeannette inspirieren lassen möchte, kann ihr (wie 21’200 andere Menschen) auf Instagram folgen.

Seit wann und weshalb achtest du auf deine Ernährung?
Seit ich im 2011 am Pfeifferschen Drüsenfieder erkrankt bin und lange mit verschiedenen Entzündungen im Körper gekämpft hatte, wurde mir bewusst, dass ich meine Ernährung komplett umstellen musste. Da mir niemand ausser ich mir selber helfen konnte, startete das Projekt mit viel Gemüse, grünen Smoothies, keinem Zucker mehr, kein Gluten und einer veganen Ernährung. Mittlerweile esse ich wieder ein wenig Milchprodukte, wenn mein Körper danach verlangt. Ansonsten fehlt mir mit dieser Ernährung nichts, und ich fühle mich fitter als zuvor.

Wie hast du dich davor ernährt?
Zuvor stand viel Zucker in jeglicher Form auf dem Programm. Viel weisses Brot, Schokolade, Joghurt – Gemüse suchte man auf meinem Teller vergebens.

Welche körperlichen und/oder geistigen Veränderungen stellst du fest, seit du dich anders ernährst?
Mit der Ernährungsumstellung habe ich auch intensiv begonnen, Yoga zu machen. Deshalb ist die Veränderung auch in diesem Zusammenhang passiert. Bei mir ist es eine Kombination von beidem, was den grösseren Einfluss hat, weiss ich nicht. Körperlich fühle ich mich vitaler, Erkältungen sind nur noch sehr selten und auch die Grippe sucht mich nicht mehr heim. Durch das Yoga und die Ernährung fühle ich mich wacher, klarer und fokussierter.

Kannst du die Philosophie deiner heutigen Ernährung beschreiben?
Grundsätzlich pflanzenbasiert, mit kleinen Ausnahmen. Sagen wir mal zu 85 % vegan und glutenfrei, der Rest kann dann alles sein.

Gibt es Lebensmittel, die du ganz meidest?
Ich achte darauf, dass ich alles in Bioqualiät esse. Ansonsten kein Weizen oder weissen Zucker.

Kannst du uns deine Ernährung für einen normalen Tag in etwa beschreiben?
Ein Smoothie zum Frühstück, später einen Espresso oder zwei…
Zum Mittagessen ein Salat mit pflanzlichen Proteinzusätzen.
Mein Nachtessen ist meist warm mit viel Gemüse, Reis, Linsen-Teigwaren etc. Meist ganz einfach.
Zwischendurch esse ich dunkle Schokolade, Früchte, rohes Gemüse, Kokoswasser.

Was kochst du dir, wenn du fast keine Zeit hast?
Ich esse oft auswärts und koche auch nicht sehr regelmässig. Wenn es also mal schnell gehen muss, mache ich mir einen Salat mit Sprossen, Saisongemüse und Pilzen.

Was sind deine bevorzugten Getränke?
Wasser, Tee und Kaffee (ja, Kaffee trinke ich noch zu oft)

Gibt es Lebensmittel, die du so gerne hast, dass du sie ausnahmsweise doch isst?
Manchmal etwas Milchschokolade. Das erklärt dann auch meine Antwort zur Philosophie Frage.

Wie gehst du mit privaten Einladungen zum Essen um?
Ich kommuniziere, was ich esse und was nicht. Ansonsten bin ich auch nicht kleinlich.

Wie organisierst du dich in Sachen Ernährung in den Ferien?
In den meisten Restaurants kann man mittlerweile vegan essen. Da hatte ich noch nie Probleme. Weizenfrei geht jedoch nicht überall, da muss man dann Abstriche machen.

Welche KöchInnen, Kochbücher, Blogs oder Magazine inspirieren dich?
Ich folge verschiedenen Bloggern auf Instagram. Da das immer wieder mal ändert, kann ich hier keine Namen nennen.

Was tust du in Sachen Bewegung und Entspannung?
Yoga und viel nach draussen gehen und spazieren, joggen oder Velo fahren.

Ganz lieben Dank für dieses Interview, liebe Jeannette!

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Königinnen-Schmarrn


Text, Rezept & Fotos: Pascale Neuens, TCM-Ernährungsberaterin, neuensausderküche

Kennst du das hier?
Falls deine Verdauung nicht die Beste ist und du dann dennoch öfters mal so isst, wie es dir nicht gut tut, dann kennst du vermutlich Situationen wie diese hier:

• du fühlst dich irgendwie wie verkatert, leicht unwohl, hast etwas Kopfschmerzen und das, obwohl du am Tag vorher gar nichts getrunken hast

• deine Nase ist öfters verstopft, es fühlt sich eventuell so an, als ob eine Verkühlung im Anmarsch wäre, bzw. hast du vielleicht das Gefühl, schon länger nicht mehr richtig gesund gewesen zu sein

• du bist schlapp und müde, obwohl du gar nicht so schlecht schläfst und kommst du einfach nicht in die Gänge

• und das Schlimmste: es ist, als ob dein Verstand in Watte gepackt wäre oder im Nebel schwimmen würde…so sehr du dich auch bemühst, du kriegst keinen klaren Gedanken zu fassen! Du bist planlos und fühlst dich hilflos, Frust über dein eigenes Unvermögen macht sich breit…

Na, kommt dir das bekannt vor?
Ich weiß, wovon ich schreibe. Ich habe meine Ernährung allgemein wirklich gut im Griff, aber der Urlaub steht bevor und da wird es immer kritisch. Die österreichischen Klassiker der Mehlspeisküche mit den Zutaten Milch, Weizen und Zucker lösen genau dieses Chaos in meinem Kopf und meinen Emotionen aus.

Und das hat einen Grund:
Diese Kombinationen bilden chinesisch gesehen Feuchtigkeit. Feuchtigkeit erstickt dein Verdauungsfeuer. Es steigen keine klaren Dämpfe mehr auf, die zu klaren Gedanken führen.

Denk einmal darüber nach: Wie oft hattest du in der Vergangenheit bereits Situationen, wo du auf die Schnelle etwas verdrückt hast, wohl wissend, dass dir das nicht wirklich Energie bringen wird?

Du musst dieses Problem mit den vernebelten Gedanken durch verschleimende Ernährung lösen, wenn du wirklich langfristig zu deiner Höchstform auflaufen willst und in deinem Leben in allen Bereichen für Klarheit sorgen möchtest.

Warum ist das so wichtig? 
Hier ist das Problem: Je schwächer dein Verdauungsfeuer, desto schlapper wirst du. Je müder du bist, desto mehr schreit dein Kopf nach Zucker. Dein Körper kennt nur das, was vorherrscht und du wirst geradezu süchtig nach Kuchen, Brot, Käse usw. Daraus bildet sich immer mehr Feuchtigkeit und diese blockiert die Energie in deinen Leitbahnen.

Im heurigen Erde-Hund-Jahr wirkt sich das speziell auf das Herz aus: Druckgefühl, Herzrasen, Herzstolpern können auftreten. Schleim kann die Herzkanäle verlegen und depressive Verstimmungen, psychosomatische Auswirkungen, geistige Verwirrungen und manische Tendenzen nach sich ziehen. Der Geist Shen wohnt chinesisch gesehen im Herzen. Wenn die Herzkanäle verlegt sind, ist dein Geist nicht mehr klar!

Die Kombination von Weizen, Zucker und Milchprodukten in täglich großen Mengen führt langfristig zu Qi (Energie) Stagnationen, Anstauungen von Schleim, blockieren das Herz und dämpfen den Geist, das verursacht Verwirrung.

Deshalb ist es für dich von entscheidender Bedeutung, ausgewogene Mahlzeiten zu dir zu nehmen, um stagnierende Energie in Bewegung zu bringen und die Feuchtigkeit und Schleim auszuscheiden. So lässt du Missmut, trübe, depressiv Stimmung, Schlappheit, Atembeschwerden, Muskelschlaffheit, Nervosität, Ärger, Zorn, Frust hinter dir und schaffst Raum für Klarheit (weit über die Ebene der Ernährung hinaus).

Hier ist die Lösung:

5 Tipps für weniger Blockaden und mehr Klarheit auf allen Ebenen:

1. Bewege dich ausreichend
Körperliche Bewegung im Sinne von Yoga, Pilates, Joggen, Wandern, Radfahren, Schwimmen, Inline-Skaten, Qi Gong stärken deine Muskeln und fördern die Qi Bewegung in den Organen und den Leitbahnen. Auch die Beweglichkeit wird verbessert und so mancher feststeckende Gedanke löst sich bei einem ausgiebigen Waldspaziergang in Luft auf…

Achte darauf, täglich mindestens 30 Minuten in Bewegung zu sein, am besten an der frischen Luft und idealerweise im Grünem.

2. Iss regelmäßig einfache und frisch gekochte Gemüsegerichte
Das mit der Regelmäßigkeit ist ja so eine Sache. Aber unser Magen funktioniert wie eine innere Uhr. Er ist am glücklichsten, wenn es fixe Essenszeiten gibt. Er mag – so langweilig es klingen mag – Gewohnheiten. Frisches, saisonales Gemüse sorgt dabei für ausreichend Ballaststoffe. Diese nähren dein Mikrobiom (Bakterienwelt im Darm) und sorgen für eine gute Verdauung.

Dir schmeckt kein Gemüse? Dann hast du es vielleicht einfach noch nicht richtig gut zubereitet, stöbere in meinen Rezepten.

3. Lass alles weg, von dem du weißt, dass es dir nicht bekommt
Wenn du weißt, dass dir gewisse Dinge einfach nicht gut tun, dann lass sie weg. Es ist egal, was du gelesen hast, wie gesund Quinoa, Chiasamen, Aroniabeeren oder was auch immer für ein Superfood es sein soll. Wenn es dir nicht gut tut, dann lass es weg. Es bringt nichts, etwas „Gesundes“ zu essen, von dem Durchfall oder Bauchschmerzen bekommst. Gesund ist, was verdaut werden kann!

Achte darauf, womit du dich am wohlsten fühlst und mach mehr davon. Was deinen Geschmack anbelangt, sei gewarnt: er ändert sich ganz von alleine in die richtige Richtung und ehe du dich versiehst, ist Zucker dir zu süß…

4. Verwende ausreichend (frische mediterrane) Kräuter
Gewürze und Kräuter haben eine wichtige Funktion in der Küche, bzw. später im Verdauungstrakt: sie unterstützen unsere Verdauung, regen diese an und fördern die Verdaulichkeit des Speisebreis. Je besser die Umwandlung/Aufspaltung, desto besser die Nährstoff-Aufnahme. Die Aromen der Kräuter trocknen Nässe (aus den Speisen), unterbinden die Entstehung von Feuchtigkeit, wirken beruhigend und entblähend und unterstützen die Ausscheidung.

Majoran, Oregano, Muskat, Kardamom, Zitrusschalen, Koriander, Thymian usw. sind z. B. elementar bei überbackenen Speisen, Pizza, Käsegerichten, Getreidebreis, Pürées, …

5. Verzichte auf (zu häufige) verschleimende Kombinationen
Süß-scharf wie z. B. Kokos-Currys, Käsefondue mit Schnaps, Mon Chéri, Rumkugeln, Tiramisu, Pina Colada, …Gebackenes, fettes Fleisch und Schweinefleisch allgemein, Milchprodukte allgemein und speziell in Kombination mit Weizen und Dinkel, Brotmahlzeiten allgemein und speziell mit Käse, Marmelade, Nutella, …

Das ist schon fast alles – mehr musst du nicht tun, um dein Leben weg von der nebulösen Feuchtigkeit hin zur Klarheit zu führen.

Darum löst es dein Problem:
Es liegt eigentlich auf der Hand: Sobald du ordentlich isst und die Ursache beseitigst, passiert es dir nicht mehr, dass dein Körper sich weiterhin vermüllt. Das wird automatisch dazu führen, dass du dich klarer und fitter fühlst. Unterstützen kannst du optimalerweise mit den richtigen Kräutern.

Und um dir zu zeigen, wie bunt und köstlich dein Leben in Klarheit sein kann, habe ich heute ein besonderes Rezept für dich:

Königinnen-Schmarrn (3 – 4 Portionen)

1 Tasse Hirse E
3 Tassen Wasser W
30 g Mandeln E
20 g Sonnenblumenkerne E
1-2 saure Äpfel H
1-2 EL Gojibeeren, ungeschwefelt
2 große Eier E
1 EL Butter oder Ghee oder Kokosöl E
1 Prise Salz W
Zimt, Vanille E
1 Prise Kardamom oder etwas Ingwer M
1 Prise Kakao F

Am Vortag die Hirse in 3 Tassen Wasser mit einer Prise Salz kochen bis das Wasser vollständig aufgesogen ist. Kaltstellen.

Über Nacht die Mandeln und Sonnenblumenkerne in Wasser einweichen.

Am darauffolgenden Tag den „Hirsekuchen“ aus dem Kühlschrank nehmen und diesen mit der Gabel in mundgroße Stücke zerpflücken. Mandeln und Kerne im Hacker zerkleinern.

In einem Teller die beiden Eier aufschlagen, Gewürze zu geben. Die Hirsestückchen mit einer Gabel im Ei wenden. Gojibeeren dazu geben.

Die Äpfel schälen oder die Schale dran lassen – das ist Geschmackssache. In Spalten oder Stückchen schneiden. Das Fett in einer Pfanne erhitzen und die Apfelstückchen anbraten. Die Hirsestücke dazugeben und braten bis das Ei fest ist und der Schmarrn Farbe annimmt.

Mit den geriebenen Nüssen anrichten und mit Zimt bestreuen.

Der Apfel kann auch zum Schluss gerieben werden und roh darüber angerichtet werden. Auch das ist Geschmackssache, bzw. ich richte mich da ein bisschen nach der äußeren Temperatur: im Winter warm, im Sommer frisch.

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Aus der Sicht der TCM:
Warum Königinnenschmarrn? Der Kaiserschmarrn war bei der Hochzeit von Elisabeth mit Franz Josef ursprünglich Sissi gewidmet: Kaiserinschmarrn. Da die Süßspeise dem Kaiser besser mundete, wurde der Name dann auf Kaiserschmarrn geändert – zumindest behauptet das so jemand auf Wikipedia…

Ich bin für Königinnenschmarrn, weil Hirse als das Getreide der Schönheit gilt.

Sie trägt zur Schönheit von Haut, Haare und Nägel bei, wirkt aufbauend, verjüngend, Nerven stärkend, entwässernd, entgiftend und entzündungshemmend.

Zu ihren Anwendungsbereichen zählen:

– Bindegewebsschwäche
– Haarausfall
– rissige Nägel
– Gefäßerkrankungen
– Gelenksbeschwerden
– Krampfadern
– Hämorrhoiden
– Verdauungsbeschwerden
– Vergesslichkeit
– Müdigkeit
– Erkältung

Im Gegensatz zu Weizen und Dinkel wirkt Hirse nicht schleimbildend, was sich vor allem auch bei Atemwegserkrankungen positiv auswirkt. Weiters soll Hirse bei jahreszeitlich bedingten Depressionen helfen, bereits im Mittelalter bezeichnete man sie als das „fröhliche Getreide“.

Für mich ist sie jedenfalls mein absoluter Favorit am Frühstückstisch!

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Die Ernährung nach TCM dient der Gesunderhaltung und der Harmonisierung der körpereigenen Heilungskräfte. Meine Rezepte sind kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung, sie erfüllen keine medizinischen Zwecke.