Susanna: Hashimoto

Text & Foto: Susanna Bingemer, eat sleep green

Wie ich meinem Stoffwechsel Beine mache…

Vor mehr als 25 Jahren wurde bei mir Hashimoto diagnostiziert, eine Erkrankung der Schilddrüse, die die Funktion des Stoffwechsels stark beeinträchtigt.

Bei mir hat sie inzwischen dieses Organ ganz stillgelegt. Ich hatte Glück, dass ich damals an einen Arzt geraten bin, der schon auf Schilddrüsenkrankheiten spezialisiert war und relativ schnell die richtige Diagnose stellte. Ich weiß, dass das nicht üblich ist, Hashimoto ist erst seit einiger Zeit ins Bewusstsein der Ärzte gerückt – auch, weil die Zahl der Erkrankten inzwischen stark zugenommen hat.

Viele Leidensgenossinnen haben eine jahrelange Odyssee hinter sich, bis sie endlich richtig diagnostiziert wurden. Ich nehme seit gut 25 Jahren das Schilddrüsenhormon Thyroxin in Form einer täglichen Tablette zu mir und muss ein bis zweimal im Jahr zur Blutkontrolle, um zu checken, ob ich noch richtig „eingestellt“ bin – also meine Thyroxindosis nicht zu hoch und nicht zu niedrig ist. Der Bedarf kann schwanken, das hängt z.B. von Gewichtszu- oder abnahme ab oder auch von Hormonschwankungen beim Älterwerden. Jedenfalls fahre ich damit einigermaßen gut, meine schlimmsten Beschwerden vor der Diagnose – Gewichtszunahme, Müdigkeit, Depression – habe ich ganz gut im Griff.

Doch erst in den vergangenen Jahren, seit das Thema mehr in die Öffentlichkeit geraten ist und ich z.B. die empfehlenswerten Bücher von Vanessa Blumhagen gelesen habe, erkannte ich drei Dinge:

1.) Viele kleinere und größere Beschwerden, die mich immer wieder mal plagen – z.B. sehr starke Muskelverspannungen – können auch durch Hashimoto verursacht sein.

2.) Um sich wirklich gut zu fühlen, reicht es bei Hashimoto oft nicht, dem Körper einfach nur Thyroxin künstlich zuzuführen.

3.) Die Ernährung hat einen sehr entscheidenden Einfluss auf diese Krankheit und überhaupt unser Wohlbefinden.

Seit ich meine Ernährung umgestellt habe, geht es mir besser, mein Stoffwechsel arbeitet schneller (obwohl er ja aufgrund meines Älterwerdens eher schlechter werden müsste). Heute esse ich vegetarisch, weitgehend vegan und noch vollwertiger als früher schon – Weißmehl und raffinierter Zucker in Maßen, kaum industriell Verarbeitetes, viel frisches Grün etc. Zwei- bis dreimal im Jahr entgifte ich mit grünen Säften und Rohkost, mein tägliches kleines Entgiftungsritual besteht aus einem TL Chlorella in Wasser aufgelöst morgens auf nüchternen Magen, gefolgt von einem großen Glas warmem Zitronenwasser. Danach bringe ich meinen Stoffwechsel zusätzlich mit etwas Yoga und Trampolinspringen auf Trab – oft sind das nur 15 Minuten, die mir aber unglaublich gut tun.

Gesunder Genuss ist auch beruflich mein großes Thema geworden. In meinen Büchern „Superfoods – Kraftpakete aus der Natur“ und „Chia – Das Superkorn für den Stoffwechselkick“ (beide GU Verlag) und auch auf meinem Blog eatsleepgreen.de beschäftige ich mich mit gesunden Nahrungsmitteln und wie wir sie anwenden können. Ich versuche aber auch, mich in meinem Alltag nicht zu sehr auf gesunde Ernährung zu fixieren, das Ganze soll auch Spaß machen. Es gibt auch bei mir immer wieder mal Ausnahmen von der Regel.

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Hier findet ihr das Rezept für einen Linsensalat mit Koriander von Susanna.

Und hier geht es zu Susannas wunderschönen Instagram-Account.

 

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