HEALTHY FRIDAY // FOOD: Weihnächtliches Sauerteigbrot mit Nüssen & Trockenfrüchten

Text, Rezept & Fotos: Madlen Witzig, cook & more

Obwohl ich in der TCM-Ernährungsberatung den meisten KlientInnen von zuviel Brot eher abrate, geht zwischendurch doch nichts über ein leckeres Stück selbst gebackenes Brot. Und wenn möglich natürlich mit einem Sauerteig – ja, ich geb’s zu, beim Bäcker ein Brot zu holen geht schneller – aber zwischendurch den (kleinen) Aufwand auf sich zu nehmen und ein Brot selbst zu backen lohnt sich auf jeden Fall!

Warum Sauerteig?
Die im Mehl enthaltenen Vitalstoffe lassen sich mit einer Sauerteigkultur, d. h. mit hauseigenen Hefe- und Milchsäurebakterien, am besten verwerten. Vor allem in der Schale des Getreidekorns sind zahlreiche Mineralien wie Eisen, Magnesium und Phosphor an Phytinsäure gebunden. Durch die Aktivierung des Enzyms Phytase wird die Phytinsäure für uns aufgespalten und macht die wichtigen Nährstoffe für uns besser verfügbar.

Auch sind Sauerteigbrote viel länger haltbar, da die Milchsäurebakterien die Bildung von Schimmelpilzen verlangsamen. Nebst Milchsäure wird bei einer Sauerteigführung auch Essigsäure gebildet. Damit der Sauerteig nicht zu sauer wird, d. h. zuviel Essigsäure bildet, ist eine Teigführung bei ca. 24 – 28 Grad notwendig. Kühlere Gärtemperaturen lassen den Teig saurer werden, was uns häufig nicht sehr gut schmeckt.

Brot & TCM
In der TCM wird vom häufigen Genuss von Brot und Brotmahlzeiten meist abgeraten, da viele von uns sowieso viel und regelmässig Brot essen. Gemäss der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) erzeugt Brot pathogene Feuchtigkeit im Körper. Das bedeutet, Brot ist schwer zu verdauen und bleibt dadurch länger im Körper liegen, was zu Feuchtigkeit führen kann.

Wenn du dich nach dem Genuss von Brot unwohl fühlst, lass das Vollkornbrot weg und geniesse ein Stück Urdinkel- oder Ruchbrot. Oder – wie du oben schon gelesen hast – ein Stück Sauerteig-Brot, das durch die Fermentierung besser bekömmlich wird.

Wenn du Brot isst, empfehle ich dir, das frische Brot – ich weiss, es schmeckt himmlisch knusprig und fluffig – 2 bis 3 Tage liegen zu lassen, das Brot zu toasten und anstelle von Käse und Aufschnitt einen Hummus von Linsen oder (Kicher-)Erbsen dazu zu geniessen. Ich empfehle dir jedoch grundsätzlich, auf häufige und regelmässige Brotmahlzeiten (Sandwich-Lunch oder Café Complet) zu verzichten und besser eine Suppe oder einen Eintopf zuzubereiten und ein Stück Brot als Beilage zu geniessen.

Ein warmes Frühstück mit Rührei, Omelett oder Porridge anstelle von Anke-Schnitteli versteht sich von selbst;-) …. auch die schmecken zwischendurch lecker und mit einer selbstgemachen Konfitüre erst recht!

Nun aber zurück zum Brot und meinem Rezept für dich.

Zur Vorweihnachtszeit passt gut ein Sauerteigbrot mit Trockenfrüchten und Nüssen und einer Prise Zimt und Kardamom für das würzige Extra! Das Brot schmeckt herrlich zum Apéro mit etwas (Ziegen-)käse oder einem Hauch Butter. Ein Sauerteig-Brot lässt sich wie folgt zubereiten – wichtigste Zutat: Geduld!

Sauerteig-Starter
100 g Roggenmehl (frisch gemahlen)
100 g Roggenschrot (frisch gemahlen)
250 ml Wasser

Alle Zutaten zu einem Brei verrühren, in ein Konfiglas füllen und mit lose aufgelegtem Deckel bei Zimmertemperatur 3 – 5 Tage stehen lassen. Sobald sich Bläschen bilden, beginnen die guten Bakterien zu «arbeiten» und der Starter ist zur weiteren Verarbeitung bereit.

Sauerteig-Vorteig
500 g Roggenmehl (frisch gemahlen)
1 – 2 Tassen Sauerteig-Starter
ca ½ l Wasser

Die Zutaten zu einem klebrigen Brei verrühren und bei Zimmertemperatur mind. 12 Stunden gehen lassen. Dem Vorteig gleichviel «Starter» entnehmen, wie anfangs beigefügt wurde. Der Vorteig ist in einem Glas verschlossen und im Kühlschrank aufbewahrt 2-3 Wochen haltbar. Zwischendurch umrühren und mit etwas Roggenmehl «füttern». Wenn Du zuviel Vorteig hast, den Rest einfach kompostieren, auch Dein Garten freut sich!

Sauerteig-Brot
500 g Mehl (z. B. Roggen, Dinkel, Buchweizen-Mischung – frisch gemahlen)
1 – 2 TL Meersalz
ca. ¼ l Wasser
Nach Belieben: Getrocknete Datteln, Feigen, Aprikosen, Rosinen, Cranberries, Baumnüsse, Haselnüsse, Sonnenblumen- oder Kürbiskerne, je eine Prise Zimt und gemahlener Kardamom

Das Mehl, Wasser und Salz mit dem Vorteig mischen und nochmals mindestens 1 Std. bei Zimmertemperatur gehen lassen. Trockenfrüchte und Nüsse beigeben, den Teig in 3 Stücke teilen, Mehl auf die Arbeitsfläche geben und Brote formen. Nochmals ca. ½ Std gehen lassen.

Ofen auf 180 Grad vorheizen (Umluft). Brote ca. 15 Min. auf der zweituntersten Rille backen. Temperatur auf 160 Grad reduzieren und nochmals ca. 10 Min. fertig backen.

Gutes Gelingen und eine genussvolle Vorweihnachtszeit!