Kategorie: Allgemein

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Hülsenfrüchte kochen

Text & Bild: Kevin Nobs, skepping

Nach und nach wird weiter klar, dass Hülsenfrüchte verschiedenste positive Vorteile auf unsere Gesundheit haben. Doch oft schrecken wir vor der vermeintlich komplizierten Art des Kochens zurück und / oder die Hülsenfrüchte werden nicht gut vertragen. Deshalb geben wir euch hier ein paar Tipps, wie ihr Hülsenfrüchte möglichst verträglich zubereiten könnt und in den Alltag integrieren könnt.

Die Verträglichkeit von Hülsenfrüchten kann mit einfachen Kniffen deutlich gesteigert werden:

  1. Trockene Hülsenfrüchte mehrmals gut waschen, bis das Waschwasser klar bleibt.
  2. Lange einweichen, statt 12 Stunden können es auch 24 oder 36 Stunden sein.
  3. Langsam kochen, nicht im Dampfkochtopf. Das ist zwar praktisch, aber weniger verträglich.
  4. Gewürze ins Einwach- und Kochwasser geben. Bsp. Ingwer, Lorbeerblätter, Gewürznelke und / oder ein Algenblatt wie es Petra von freakfood macht (bsp. ein Stück Kombu von unserem Mitglied Madlen von simply seagreens).
  5. Erst mit wenigen Hülsenfrüchten beginnen und die Menge kontinuierlich steigern.
  6. Gerichte mit Kümmel, Anis oder Fenchelsamen würzen, um Blähungen vorzubeugen.

Um die Hülsenfrüchte einfach in den Alltag integrieren zu können, hier ein paar Kniffe:

  1. Bei Pastagerichten einen Teil der Pasta mit bsp. Kichererbsen ersetzen. Dies ist übrigens nichts neues, sondern ist v.a. in Italien total alltäglich.
  2. Beim Reiskochen gleich Linsen im selben Topf mitkochen. Die Kochzeit ist ca. identisch, so wird der Reis angereichert.
  3. Bei Gemüsesuppen fertig gekochte Hülsenfrüchte(reste) als Einlage brauchen und so eine Suppe zur Hauptmahlzeit machen, so wie wir es vor ein paar Wochen gezeigt haben.
  4. Hülsenfrüchte einfach in jeden Salat geben.
  5. Auf Vorrat kochen: Die meisten Hülsenfrüchte halte sich über mehrere Tage gut verschlossen im Kühlschrank. Sogar noch länger, wenn sie täglich mit frischem Wasser gespült werden. Übrigens können gekochte Hülsenfrüchte auch portionsweise eingefroren werden.
  6. Hülsenfrüchte kombinieren: In ein Linsengericht noch Kichererbsen geben. Oder beim Chili con verdure verschiedene Bohnensorten verwenden.

So, nun seid ihr hoffentlich überzeugt und voller kreativer Ideen. Wenn ihr hier oben beim Suchfeld übrigens Hülsenfrüchte eingebt, dann tauchen alle Rezepte mit Hülsenfrüchte auf.

Nährstoffwissen

Die gesundheitlichen Vorteile von Hülsenfrüchten sind zu zahlreich, um sie hier alle aufzulisten. Doch ein paar ausgesuchte Goodies wollen wir euch nicht vorenthalten:

  • Das amerikanische Institut für Krebsforschung hat zusammengefasst, was neun unabhängige Forschungsgruppen, kontrolliert von den top Krebsexpert.innen in hunderttausenden Studien herausgefunden haben: Krebs kann durch eine Ernährung mit Vollkorngetreiden und / oder Hülsenfrüchten vorgebeugt werden. Dabei werden Hülsenfrüchte nicht nur einmal pro Woche oder pro Tag gegessen werden, sondern mit jeder Mahlzeit. Natürlich spielt dabei auch der Verzehr von Gemüsen und Gewürzen eine Rolle.
  • Weiter wurden positive Wirkungen auf den Blutdruck, das Cholesterin und den Blutzucker festgestellt. Verantwortliche Inhaltsstoffe sind, um nur einige zu nennen: Ballaststoffe, Proteine, Eisen, Zink, Folsäure und Phytinsäuren. Diese Phytinsäuren können Brustkrebs, Infarkten, Depressionen und Dickdarmkrebs vorbeugen. Auch zur Vorbeugung von Osteoporose können Lebensmittel wie die Hülsenfrüchte mit viel Phytinsäuren eingesetzt werden.
  • In der Ayurvedischen Ernährungslehre wird übrigens das Dal (ein fantastisches Linsengericht, Rezept gibt es hier) nicht als Gericht, sondern wie der Reis als Beilage angesehen, da mit den dafür verwendeten Hülsenfrüchten in Kombination mit Reis auch sämtliche essenzielle Aminosäuren (= Bausteine für Proteine) abgedeckt werden können. Interessanterweise wurde das ja schon vor Jahrhunderten (oder -tausenden) gemacht, als man noch nichts von Aminosäuren wusste.

Quellen: Nutritionfacts.org

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Rohe Spinat Lasagne

Einführung: Kevin Nobs, skepping
Rezept und Bilder: Felix Lösch, Quicklebendig

Der Frühling naht und so gibt es schon ganz bald wieder frischen Spinat zu kaufen – hurra! Dies ist doch der perfekte Anlass, um die roh-vegane Spinat Lasagne von Felix zu präsentieren. Felix Lösch bietet in Winterthur unter dem Namen «Quicklebendig» eine ganzheitliche Ernährungsberatung und diverse Kurse an. Aus seiner Sammlung ist das folgende Rezept, das uns alle doch ganz kribbelig auf warme Tage machen lässt.

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Spinat Lasagne roh und vegan. Die Zubereitung ist simpel, schnell und das Ergebnis ist eine echte Perle der Rohkostküche. Die gut gewürzten Cashews geben der Lasagne einen wunderbar cremigen Geschmack und ergänzen die Frische des Spinats perfekt. Für unsere Lasagne nehmen wir am besten frischen, jungen Bio-Spinat. Dieser kann ca. zwei Tage problemlos im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Zutaten

Grüne Füllung

  • 450 g frischer Spinat
  • 5 getrocknete Tomaten fein gewürfelt
  • 1 TL Kräutersalz
  • ½ TL schwarzer Pfeffer
  • ½-1 TL Muskat gerieben
  • 2 TL Johannesbrotkernmehl

Weisse Füllung

  • 350 g Cashews 30 min in Wasser eingeweicht
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • Saft einer Zitrone
  • ½ TL Salz
  • ½ TL weisser Pfeffer
  • 1 TL Johannesbrotkernmehl

Dekoration

  • 10 Granatapfelkerne

Zubereitung

Grüne Füllung

  • Den Spinat in Mixer fein hacken.
  • Alle Gewürze und getrocknete Tomaten hinzufügen und nochmals gut mixen.
  • In eine Schale abfüllen und zur Seite stellen.

Weisse Füllung

  • Eingeweichte Cashews im Mixer pürieren (Einweichwasser nicht verwenden).
  • Restliche Zutaten dazu geben und nochmals gut mixen.

Lasagne

  • 1/4 der grünen Füllung auf dem Boden einer kleinen Gartinform (17.5 x 13cm) verteilen.
  • Mit 1/3 der weissen Füllung bedecken.
  • Vorgang zwei Mal wiederholen (mit grüner Füllung abschliessen).
  • Granatapfelkerne darüber geben.
  • Ca. 30 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen und anschliessend servieren.

Variation: Statt 450 g frischen Spinat verwenden wir 150 g frische Brennnesseln und 300 g Spinat.

Nährstoffwissen

Spinat stammt ursprünglich aus Südwestasien. Heute ist er eine einheimische Gemüsesorte, die vom Frühjahr bis zum Herbst verfügbar ist und eine Vielzahl an Vitalstoffen enthält. So ist Spinat neben dem bekannten hohen Eisengehalt voll mit weiteren wichtigen Mineralstoffen wie Magnesium, Calcium, Phosphor, Kupfer, Kalium und Jod und enthält nennenswerte Mengen der Vitamine A, B, C und E. Ausserdem wirkt Spinat entwässernd. Gerade in roher Form hilft Spinat dabei, Wasseransammlungen im Körper auf sanfte Art auszuscheiden.

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Barba di Frate

Rezept & Fotos: Kevin Nobs, skepping

Kennt ihr Barba di Frate oder zu Deutsch Mönchsbart?

Ein wunderbares italienisches Gemüse für die Zwischensaison Ende Januar bis März, wenn es sonst nicht so viel Frisches (jedenfalls Lokales) gibt.

Botanik

Achtung, hier drückt nun mein botanischer Hintergrund durch: Der Mönchsbart heisst auf Lateinisch Salsola soda. Dieser Name verrät schon viel über die Eigenschaften der Pflanze. Denn wer die Pflanze roh probiert, stellt schnell den salzigen Geschmack fest, der fast sämtliche Pflanzen der Gattung Salsola (Salzkräuter) prägt. Doch von wo kommt dieses Salz in der Pflanze? Vom Meerwasser! An den Küsten gibt es oft grüne Wiesen, die bei Flut oder bei Stürmen regelmässig mit Meerwasser gespült werden. Normalerweise mögen dies die Pflanzen nicht, doch einige Exemplare haben sich genau auf das spezialisiert. Sie können, um ihren Stoffwechsel nicht zu schädigen, das Salz aus dem Wasser gezielt in speziellen Zellorganellen deponieren. Genau dieses Salz schmecken wir dann, wenn wir die Pflanze Essen.

Kulinarik

Der Mönchsbart macht sich mit seinem würzigen Geschmack gut roh und fein geschnitten im Salat oder ganz kurz rührgebraten und mit Zitronensaft abgeschmeckt zu Pasta. Typischerweise wird er in Norditalien angebaut und ist dann auf dem Markt oder in italienischen Delikatessenläden zu finden.

Zutaten für zwei Personen

  • 1 Bund Barba di Frate (Mönchsbart)
  • 1 kleine Schalotte
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Zitronensaft, Pfeffer

Zubereitung

  • Barba di Frate waschen und die Wurzeln abschneiden, Zwiebel würfeln.
  • Olivenöl in eine Bratpfanne geben, die Zwiebeln anbraten bis sie glasig sind.
  • Den Mönchsbart in die Pfanne geben und bei grosser Hitze 3-5 Minuten anbraten.
  • Vom Herd nehmen, mit Pfeffer und Zitronensaft würzen (Salz braucht es nicht!)
  • Beispielsweise mit Spaghetti aus schwarzem Reis servieren und mit Edelhefeflocken garnieren.

E Guete!

Nährstoffwissen

Der Mönchsbart enthält viele Mineralien wie Kalium, Magnesium und Kalzium, die die Pflanze für den oben beschriebenen aktiven Salztransport und -einlagerung braucht. Weiter sind Vitamin C und viele der B-Vitamine enthalten.

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Black Cookies

Hmmmm Cookies!

Am Kochen finde ich ja das spannendste, wenn man gesunde Zutaten in Rezepte reinschmuggeln kann. So auch hier: Wir bereiten wunderbare Cookies zu, die schwarze Linsen enthalten.

Ein nicht repräsentativer Test im Umfeld hat gezeigt: Von 10 Personen, die die Cookies testen durften, hat niemand herausgefunden, dass Linsen enthalten sind und 9 davon mochten sie sehr gerne. Mit dieser Quote bin ich durchaus zufrieden 🙂

Du benötigst für ca. 20 Cookies

  • 100g dunkle Schokolade (je nach Geschmack 60 – 80%)
  • 480g gekochte schwarze Linsen
  • 4 EL Kokosöl
  • 4 EL Nussmus (bsp. Mandel)
  • 4 EL Wasser oder Pflanzendrink
  • 180g Dattelsirup (oder Datteln)
  • 8 EL Kakaopulver
  • 4 EL Buchweizenmehl
  • 2 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

  • Schmelze die dunkle Schokolade auf dem Wasseerbad.
  • Mixe die Linsen, Kokosöl, Nussmus, Wasser und die Datteln zu einer cremigen Masse.
  • Mehl, Salz, Backpulver und die Schokolade dazugeben und nochmals kurz mixen.
  • Ca. 20 Portionen auf ein Bleche verteilen und bei 180°C 15 – 20 Minuten im Ofen backen (Umluft)

Wer es leichter mag, kann die geschmolzene Schokolade auch einfach weglassen.

Diese Cookies habe ich auch in den Kochkursen «Hülsenfrüchte gemacht und die kamen immer gut an.

Da im Moment unter COVID-19 leider keine Kurse vor Ort stattfinden, veranstalte ich am 20.02.21 den Kurs online. Hier gibt es alle Infos dazu. Vielleicht sieht man sich ja dort!

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Rotes Gemüsethaicurry mit Blumenkohlreis

Rezept & Fotos: Manuela Zimmerlé, otitera
Einleitung: Kevin Nobs, skepping

Vor etwa einem Jahr habe ich Manuela während der Ausbildung zum Naturheilpraktiker kennengelernt. Auch sie absolviert die ganze Ausbildung, hat jedoch schon vorher die Ausbildung als ganzheitliche Ernährungstherapeutin gemacht.

Es kommt regelmässig vor, dass sie ein Basen-Fasten empfiehlt: 10 Tage ohne Kohlenhydrate in Form von Stärke sowie keine pflanzlichen oder tierische Proteine. So sind während dieser Woche nur Basen bildende Lebensmittel zugelassen, die den Körper beim Entgiften unterstützen.

Manuela teil mit uns ihr Lieblingsrezept während diesem Basen-Fasten: ein fantastisches rotes Gemüsethaicurry mit Blumenkohlreis statt dem üblichen, stärkehaltigem Reis.

Zutaten für 2 Personen

1/2 Butternusskürbis
1 Zucchetti
8 Cherrytomaten
2 kleine Kartoffeln
1 Zwiebel
2 dl Kokosmilch / 1 dl Wasser
1 kleiner Blumenkohl (Reisalternative)
30 g Mandelsplitter
Kokos- oder Olivenöl
Rote Currypaste (alternativ gelbe oder grüne)
3 Stk. Zitronengras & 3 Kafirlimettenblätter
Salz & Pfeffer

Zubereitung

  • Gemüse für das Curry klein schneiden
  • Blumenkohl mit einer Röstireibe raffeln, mit Salz und Pfeffer würzen und in einer Bratpfanne bereitstellen
  • Fein geschnittene Zwiebel mit 2 EL Currypaste in einer Bratpfanne anbraten.
  • Nach ca. 3 Minuten das restliche Gemüse hinzugeben und für 5 Minuten mitbraten
  • Zitronengras und Kafirlimettenblätter klein schneiden (so intensiviert sich das Aroma) und zugeben.
  • Mit Kokosmilch und Wasser aufgiessen und bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
  • Zuletzt den Blumenkohl in einer Bratpfanne bei mittlerer Hitze für ca. 5- 8 Minuten anbraten und mit etwas Kokosöl abschmecken.
  • Auf einem Teller anrichten und mit den Mandelsplittern dekorieren.
  • Um Blähungen vorzubeugen den Blumenkohl mit etwas Olivenöl & Zitronensaft beträufeln!!

E Guete!

Nährstoffwissen

Der Kürbis liefert uns viel Ballaststoffe, welche unsere Darmflora unterstützen und uns lange satt halten. Das Kalium im Kürbis hilft unseren Wasserstoffhaushalt zu regulieren und Vitamin C unterstützt unserer Immunsystem.

Sabrina: Psoriasis Arthritis

«Ich sehe das Geschenk in meiner Krankheit» so Sabrina, 34 Jahre jung mit der Diagnose Psoriasis Arthritis.

Einführungstext: Kevin Nobs, Geschäftsleitung FOOD MOVEMENT Erfahrungsbericht und Bild: Sabrina Tessmer

Sabrina hat sich per Mail bei Food Movement gemeldet, so dass wir bald darauf lange miteinander telefoniert haben. So kam die Idee auf, dass Sabrina einen Erfahrungsbericht schreiben könnte, was sie dann auch getan hat.

Vielen Dank Sabrina, dass du uns an deiner Geschichte teilhaben lässt!

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In der Ruhe liegt die Kraft

Als mir bewusst wurde, dass das Rheuma für mich ein Geschenk ist, verspürte ich einen nie da gewesenen Frieden. Ich begann die Krankheit zu akzeptieren und als Teil meiner Selbst anzusehen. Das Verleugnen und nach einem Schuldigen suchen war endlich vorbei. Der Stress und die Anspannung liessen nach. Ich begann zu begreifen, dass mich das alles mehr rettet als es mir schadet. Doch diesen Weg zu gehen und zu begreifen, hat sehr lange gedauert und der Prozess geht jeden Tag weiter. Wieder und wieder lerne ich etwas dazu. 

Wie kann man eine unheilbare Krankheit als Geschenk ansehen? Das habe ich mich auch all die Jahre gefragt. Eine Krankheit zu haben, bedeutet in unserer Gesellschaft schwach und gebrechlich zu sein. Ich hatte das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören zu den anderen. Doch genau da liegt der Punkt: Dieses Gefühl kam von mir und meinen Wahrnehmungen. Niemand hat mich je im Stich gelassen, sondern ich habe nicht nach Hilfe gefragt. Das ist ein Widerspruch in sich. Schlussendlich war ich diejenige gewesen, die diese Gefühle hatte und sie waren vollkommen unbegründet, denn wer nicht nach Hilfe fragt, wird auch keine bekommen. 

Als ich mit 29 Jahren die Diagnose Psoriasis Arthritis bekam, war ich erstmal geschockt. Ich hatte als Kind schon einmal Symptome dieser Art gehabt, doch 23 Jahre war alles still, warum jetzt? Der junge Arzt damals im Triemli Spital nahm mich wirklich wahr. Er nahm sich Zeit für mich und klärte mich auf. Natürlich sprach er von Tabletten und Spritzen, doch die Entscheidung lag immer bei mir. Es war richtig mich über den Worst Case aufzuklären, ja wenn ich so weitermachte, dann könnte das meine Kniegelenke so zerstören, so dass ich neue bräuchte. Damals wusste ich nicht, was das bedeutete. Denn es steckte viel mehr Wahrheit dahinter, als ich dachte. 

Vertrauen

Wenn ein Arzt sagt, tu dies und jenes, dann vertraue ich, denn sie haben das studiert. Ich war allein mit meiner Krankheit. Ich holte mir bei der Rheumaliga eine zweite Meinung ein und sie bestätigten mir das Vorgehen der Ärzte. Dies war der Weg, den ich anfangs ging, für den ich mich allein entschieden habe. Leider muss ich sagen, dass ich mir keines anderen bewusst gewesen war. Die Medikamente haben geholfen; natürlich taten sie das, denn sie linderten die Symptome. 

Ich entschied mich einfach so weiterzumachen wie bisher, einfach mit den Medis. Alle Verantwortung für meine Gesundheit legte ich in die Hände der Ärzte. Leider verleugnete ich das Rheuma, erzählte fast niemandem davon, hatte Angst, dass ich als kranker Mensch nicht mehr die Wertschätzung erhalten würde, wie ein gesunder. Der Stich der Spritze jede Woche ins Bein tat weniger weh als die Tatsache, mich und mein Leben anzuschauen, ob es noch das ist, was ich will.

Die erste Warnung kam mit Leberproblemen und nun musste ich das, was mich vor grösseren Gelenkproblemen beschützen sollte, absetzen. Da war sie wieder – anderthalb Jahre später – die Angst, dass alles wieder hochkommen würde, die Schmerzen, die Schwäche, alles. 

Tabletten ersetzten die Spritzen und es half wirklich. Es fühlte sich so an, als würde ich nichts mehr nehmen. Irgendwann tauchte dann die Frage auf, ob es überhaupt noch notwendig sei. Vier Jahre hiess es im Triemli Spital, wenn die Zeit vorbei ist ohne Symptome, dann könnten wir ans Absetzen denken.

Ich hatte bei der Rheumaliga angefragt, ob ich anderen Menschen beistehen könnte, die dasselbe durchmachten wie ich und dadurch drei wunderbare Kontakte geknüpft. Es tat mir gut, anderen zu helfen, denn ich wusste, wie allein ich mich fühlte, als ich die Diagnose bekam. Dabei fiel zum ersten Mal in einem Gespräch der Begriff Naturmedizin und Ernährungsumstellung. 

Darüber hatte ich mir vorher keine Gedanken gemacht und ich begann allein meine Ernährung anzuschauen. Zucker, Weizen, Alkohol und tierische Produkte sollte ich weglassen. Ich ging zu einer Naturärztin und zu einer Ernährungsberaterin. 

Ein anderer Weg sollte eingeschlagen werden

Ich erkannte, dass jetzt die Zeit war, einen anderen Weg einzuschlagen. Mein Leben bekam sowieso nebenbei eine Kehrtwendung und warum dann nicht alles anschauen. Ich hatte gelesen, dass man beim Absetzen langsam vorgehen sollte. Die Ärztin im Triemli Spital wies mich darauf hin, was es bedeutete, wenn ich diesen Weg gehen würde. Ich müsste alle Lebensbereiche anschauen und der Prozess würde lange dauern. Ich muss euch sagen, er dauert immer noch an und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Die Entscheidung die Ernährung umzustellen und die Tabletten daraufhin abzusetzen war das Beste was ich jemals getan habe. 

Es gab einen Rückfall und circa einen Monat nachdem ich die Tabletten abgesetzt habe, reagierte mein Kniegelenk und ich musste zurück ins Triemli Spital. Es war für mich ein Tiefpunkt und ich war kurz davor aufzugeben. Damals lernte ich Dr. Russo kennen und schätzen. Es ist so einfach, wenn man auf so verständnisvolle Art und Weise betreut wird. Niemand in diesem Krankenhaus hat mich schräg angeschaut oder verurteilt. Schliesslich habe ich auf eigenem Wunsch die Tabletten abgesetzt und bin einen Monat später wieder da gewesen für eine Punktion. Sie haben mich mit offenen Armen empfangen und ich war so wütend auf mich selbst, denn irgendetwas hatte ich noch nicht bedacht.

Auch der Job musste gewechselt werden

Ich habe dann auch gemerkt was das war. Mit Rheuma ist es für mich nicht mehr möglich im Schichtdienst zu arbeiten. Ich brauche eine gewisse Regelmässigkeit. Ausserdem setzte ich mich als Zugbegleiterin jeden Tag den widrigsten Bedingungen aus mit Wind und Wetter sowie den Bewegungen des Zuges. 

Das war für mich der Zeitpunkt meinen Beruf zu hinterfragen und mein Unternehmen steht bis heute hinter mir, ich konnte intern einen neuen Weg einschlagen. Niemals hätte ich gedacht, dass alles so ablaufen würde. Den geliebten Job freiwillig zu wechseln und loszulassen, fiel mir nicht leicht. 

Gesundheit als das wichtigste im Leben

Doch es gibt etwas Wichtigeres in meinem Leben und das ist meine Gesundheit. Ich habe gelernt, was es bedeutet Rheuma zu haben. Es bedeutet langsamer zu gehen, sich mehr Ruhe zu gönnen und mehr Zeit für sich selbst zu nehmen. Das ist für mich sehr herausfordernd, denn ich habe immer alles im Turbogang gemacht. Es ist schon erstaunlich, dass das Leben jemandem wir mir, die alles im doppelten Turbogang absolviert, eine Krankheit schenkt, die mich so sehr abbremst. Das ist auch etwas, was ich lernen durfte: Das eigene Abbremsen. Es ist leicht zu lernen schneller zu sein als andere, doch wiederum langsamer zu werden, ist unglaublich ungewohnt. Anfangs fühlte ich mich wie ein kleines Kind was gerade laufen lernt. 

Rheuma zu haben und sich der Krankheit zu stellen, bedeutet mehr auf die eigenen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen, sie schnell zu erkennen und dem Körper zu zuhören, denn er teilt sich mit. Die Krankheit bedeutet, sich gesund zu ernähren und mehr Schlaf für sich zu beanspruchen, doch das gilt in der Regel ja auch für jeden gesunden Menschen. Hilfe anzunehmen ist einer der wichtigsten Punkte und zu sehen, dass das keine Schwäche ist, sondern ein Zeichen eines starken Charakters. Wir müssen nicht alles allein machen, sondern einfach das, was wir können. Rheuma bedeutet, sich mehr Wärme und Liebe zu geben, doch wo lernt man das? Das wird einem nicht beigebracht, sondern das findet man mit der Zeit heraus, wenn man es wirklich will. 

Ein Prozess bei dem Ganzen war es auch mir zu verzeihen, was ich mir jahrelang angetan habe, denn die Medikamente haben am ganzen Körper Spuren hinterlassen. Die Nebenwirkungen kamen erst Jahre später zum Vorschein. Es kostet Kraft sich selbst zu vergeben und es ist nicht leicht. 

Mut und Selbstverantwortung

Dass ich jetzt den Mut habe, meine Krankheit anzunehmen, hier meine Erfahrungen mit euch zu teilen und mich zu zeigen, bedeutet für mich Selbstverantwortung zu übernehmen. Das Rheuma bedeutet für mich, mich selbst anzunehmen und so zu sehen wie ich bin. Ein wertvoller und liebenswerter Mensch, der sich gesund ernährt, viel Ruhe braucht und ein Wenig feinfühliger durch die Welt geht. Seitdem 1. Januar 2020 nehme ich keine Medikamente mehr, die Winter ohne Sonne sind herausfordernder als der Sommer. Das Vitamin D fehlt und das Tageslicht. Manchmal fühle ich mich, als wenn ich mich im Winterschlafmodus befinde. Doch das alles macht mir nichts mehr aus, wenn ich daran denke, was ich alles erreicht habe. 

In der Ruhe liegt die Kraft, das ist jetzt mein Motto. Ich lerne und wachse jeden Tag daran. Es geht Schritt für Schritt weiter und wie schön ist es, das Leben ein Wenig achtsamer wahrzunehmen, denn ich sehe Dinge, die ich vorher nie bemerkt habe. 

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich so gut unterstützt werde, beruflich als auch privat. Es war nicht einfach, das alles so zu sehen, ich durfte viel dazulernen. Was gibt mir diese Krankheit? Was schenkt sie mir? Das Rheuma gibt mir das grösste Geschenk der ganzen Welt und das bin ich. Ich darf es erzählen, mich mitteilen, sagen was ich gerade jetzt brauche. Wer kann das schon?  

Das zu begreifen, bedeutet für mich alles und so habe ich gelernt, was es heisst, wenn ich es richtig angehe. Stolpern und Stürze sind erlaubt. Ich bin ein Mensch und ich darf Fehler machen und ich bin bereit sie für meine Gesundheit zu machen. Es sind Grenzen, die ich überschreite, die das System und die Gesellschaft betreffen. Fragen, die ich stelle und Antworten, die ich von Anderen aber vor allem von mir selbst fordere. Ich habe viele Antworten bei mir gefunden, denn ich war bereit zu suchen und ihnen ins Auge zu blicken. 

Ihr könnte das auch!

Ich hoffe, ihr könnt das auch und hoffentlich macht es euch ein wenig Mut. Es lohnt sich, diesen Weg für sich selbst einzuschlagen, er bringt nur Gutes und ein unglaubliches Gefühl von Freiheit. Es ist gut zu wissen, dass ich die richtigen Menschen um mich herumhabe. Das habt ihr auch, die Frage ist nur, könnt ihr es sehen und schätzen. An dieser Stelle möchte ich Kevin Nobs danken, dass ich hier meinen Erfahrungsbericht veröffentlichen darf. Dr. Russo, der mich auf Kevin und FOOD MOVEMENT gebracht hat. Ebenso Petra Müller, durch sie bin ich auf das ganze Thema Ernährung und die ätherischen Öle aufmerksam geworden. Vielen Dank der Rheumaliga, die immer ein offenes Ohr haben und dem Team des Rheumaambulatorium des Triemli Spitals, die mich all die Jahre unterstützt, mir zugehört und mich wahrgenommen haben. Es tut gut zu wissen, dass ich immer geschützt bin, egal welchen Weg ich gehe. Ich bedanke mich auch bei meiner Hausärztin, die mich beim Berufswechsel unterstützt hat und meiner Ernährungsberaterin. Ausserdem möchte ich meiner Physiotherapeutin, ihrem Team und den Schmerztherapeuten in Zürich danken, die mir Liebscher&Bracht nähergebracht haben. Das hat alles zum meinem Heilungsprozess beigetragen sowie viele Fachliteratur und Selbstcoachingmethoden. Vor allem aber danke ich meiner Familie und meinen Freunden, die ich immer um Hilfe bitten kann, ich darf einfach den Mut dazu haben. Dieser Bericht hier ist in erster Linie für mich aber auch für euch als Dankeschön, ich hoffe, ich habe niemanden vergessen zu erwähnen.

Sommer-Smoothie & Dornröschenschlaf – Kühlende Lebensmittel

Rezept & Fotos: Kevin Nobs

Es ist zugegebenermassen leider bereits einige Zeit her, seit das letzte Rezept oder ein weiterer Beitrag gepostet wurde. Die Pandemie hat das Leben auf den Kopf gestellt, so auch bei mir. Die Arbeit hat sich bei manchen in Luft aufgelöst und bei anderen verdoppelt oder verdreifacht – ist das nicht irgendwie paradox? Jedenfalls soll nun nach vorne geblickt werden. Denn, auch mit den notwendigen Vorsichtsmassnahmen, das Leben geht weiter.

So steigen die Temperaturen in diesen Tagen wieder über 30°C. Der Griff zu den Eiswürfeln im Kühlschrank wäre schnell getan, doch das ist nicht immer die beste Idee.

Kühlende Lebensmittel

Wer kennt es nicht: Isst oder trinkt man bestimmte Lebensmittel, hat dies ein Effet auf das Temperaturempfinden de Körpers. Dessen sind wir uns oft gar nicht so genau bewusst, doch oft greifen wir intuitiv zu den richtigen Nahrungsmitteln. Beispielsweise kommt kaum einer auf die Idee, in der Badi eine heisse Tasse Suppe zu bestellen. Doch nicht bei allem ist das so offensichtlich: (Eis-) gekühlte Getränke und Speisen suggerieren einen kühlenden Effekt, obwohl dies oft gar nicht der Fall ist. Das klassische Beispiel ist hier der kühle Weisswein. Obwohl die Temperatur der Flüssigkeit selbst zwar tief ist, wärmt der Weisswein dann von Innen. So sorgt dieser Weisswein, besonders kurz vor dem Schlafen getrunken, u.a. für eine Anregung der Durchblutung, was uns ein wärmendes Gefühl vermittelt und so meist einen unruhigen Schlaf zur Folge hat.

In der europäischen Medizin heutzutage kaum beachtet, spielen diese kühlenden und wärmenden Eigenschaften von Nahrungsmitteln in der TCM (= Traditionell Chinesischen Medizin) und in der Ayurveda ( = traditionelle Medizin aus Indien / Sri Lanka) auch heute noch eine deutlich wichtigere Rolle. So wird beispielsweise im heissen und trockenen Bundesstaat Gujarat im Nordwesten Indiens beinahe über jede Speise noch kühlendes Ghee (= Butterschmalz) gegeben. Gesündere und leichtere Alternativen gibt es jedoch glücklicherweise auch zur Genüge. Allem voran sind frisches Kokoswasser und generell wasserhaltige Lebensmittel wie Gurken wunderbar kühlend. Diese sollten aber nicht noch künstlich gekühlt werden, sonst haben wir wieder einen gegenteiligen Effekt. Künstlich gekühlte Nahrungsmittel müssen vom Körper vor dem Verdauen erst aufgewärmt werden: dies induziert also eine Wärmeproduktion. Auch Melonen und Zitrusfrüchte haben einen wunderbar kühlenden Effekt. Grüne Salate, Salbei und Olivenöl kühlen den Organismus. Wer Rohkost abends aber nicht verträgt oder nur schwer verdauen kann, sollte dies natürlich eher auf den Mittag verschieben. Fleisch wärmt den Körper und ist nicht einfach zu verdauen. Kombiniert mit Alkohol führt dann so manche Grillparty zu unangenehmer Wärme und deshalb zu unruhigem Schlaf.

So lohn es sich, wenn die Temperaturen über 30°C ansteigen, besonders auf kühlende Lebensmittel zurückzugreifen und etwas bewusster das Kälte- und Wärmeempfinden des Körpers wahrzunehmen.

Rezept Sommer-Smoothie

Smoothies sind eine willkommene Abwechslung, um gleich viele Portionen Früchte auf einmal zu sich zu nehmen. Doch genau darin liegt manchmal auch das Problem: Viele Smoothies sind überladen mit Äpfeln und Bananen und deshalb wahre Fruchtzuckerbomben. Deshalb bevorzuge ich eine leichtere Version und kombiniere Früchte stets mit Gemüse und Blattgrün, in diesem Fall Salat. Der Smoothie hat durch die Wassermelone eine leichte Süsse und mit der Gurke haben wir einen wunderbar kühlenden Effekt für heisse Sommertage. Ingwer wirkt wunderbar gegen Entzündungen und Zitronensaft und Minzblättchen sorgen für einen spritzigen Geschmack.

Kühlender Sommer-Smoothie mit Wassermelone & Gurke

Zutaten

1 Handvoll grüner Salat (bsp. Kopfsalat) gewaschen

1 Schnitz Wassermelone

1/3 Salatgurke, grob geschält

2 grosse Spritzer Zitronensaft

1cm Ingwer

3 Blättchen Minze

Zubereitung

Alle Zutaten in einen Hochleistungsmixer geben und pürieren. Ganz nach Geschmack noch mit Wasser verdünnen oder mehr Zitrone zugeben. Mit Minzblatt frisch zubereitet gleich servieren.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog von Hüsler Nest.

Übergabe, Corona, Mitglieder & Sprossen

Text & Bilder: Kevin Nobs, skepping

Es sind ungewöhnliche Zeiten, in denn ich nun Food Movement übernehmen durfte. Und nun kam alles etwas anders, als es geplant war. Ich hatte Pläne, die jetzt noch etwas verschoben werden müssen, wie auch die Mitgliederversammlung verschoben werden musste. Nun ja, das geht ja im Moment nicht nur mir so. Nebst meiner Ausbildung zum Naturheilpraktiker, die im Moment auch auf Eis gelegt ist, bestreite ich ein Pensum im Labor einer Apotheke. Dort war diese Woche grosser Einsatz gefordert. Lieferungen trafen nicht ein, ich habe versucht, Rohstoffe zu kriegen und irgendwie den Menschenandrang zu bewältigen.

Symbolische Übergabe des Federkohls von Petra zu Kevin 🙂

Gerade jetzt ist es auch äusserst schwierig (bis fast unmöglich), Gelder für die Tätigkeit von Food Movement zu sammeln. Deshalb der Aufruf: Werde Mitglied! Bestimme mit, was Food Movement in Zukunft alles erreichen soll und sichere diese wertvolle (Aufklärungs-) Arbeit.

Trotz dem ganzen Chaos in der Apotheke: Die Arbeit von Food Movement ist wichtiger als je zuvor. Was ich gerade im Moment Tag für Tag an mir selbst spüre: Gesunde, abwechslungsreiche und saisonale Ernährung spendet Kraft und Energie, um diese Situation überhaupt meistern zu können. Auch das Immunsystem wird durch unser Essverhalten beeinflusst. Das spannende am Immunsystem finde ich ja, dass zahlreiche Körperteile daran beteiligt sind: Ganze Organe wie der Thymus oder die Milz, spezialisierte Zellen, Gewebe und sogar einfache Faktoren im Blutserum (bsp. Antikörper). Es ist beispielsweise nachgewiesen, dass die Aktivität von bestimmten weissen Blutkörperchen (den sogenannten Neutrophilen, die  ca. 65% aller weissen Blutkörperchen ausmachen), durch das Konsumieren von bsp. 100g Zucker bereits nach 30 Minuten um bis zu 50% gesenkt wird. Erst nach über 5 Stunden (= bei der nächsten Mahlzeit mit Zucker?) haben (oder hätten) sich die Neutrophilen dann wieder erholt und die ursprüngliche Abwehraktivität erreicht.

Alfalfa- und Randensprossen

Ok – gesund und frisch Essen, wenn im März das einheimische Gemüse noch nicht reif ist und man die Rüben langsam satt hat. Zum Glück gibt es ja die Wildkräuter und natürlich Sprossen!

Nährstoffwissen

Jegliche Sprossen sind wahre Nährstoffbomben, was total nachvollziehbar ist: Sie bilden den Grundstein einer jeden neuen Pflanze. Ein Keimling in der freien Natur muss vor allem eins: sich vor äusseren Einflüssen schützen. Auch wir können von diesen schützenden Stoffen wie den Antioxidantien profitieren, indem wir dann diese Sprossen essen. Wer nicht gleich alle Sprossen auf einmal Essen kann / möchte, kann sie gut im Kühlschrank aufbewahren. Die Kälte regt die meisten Sprossen sogar noch dazu an, mehr Nährstoffe auszubilden (das ist doch fast schon verrückt, nicht?).

Quellen: Murray, Michael T., Pizzorno, Joseph: Natural Medicine. Third Edition. S. 174-175. & https://nutritionfacts.org/video/bean-pastas-and-lentil-sprouts/

Wer jetzt keine Sprossen im Vorratsschrank hat und nicht mehr shoppen gehen möchte: Kein Problem. Man auch die meisten getrockneten Hülsenfrüchte keimen lassen. Habt ihr es beispielsweise schon einmal mit Kichererbsen ausprobiert? Sie kriegen einen anderen, etwas frischeren Geschmack und lassen sich auch gekeimt zu einem superverträglichen Humus verarbeiten. Gerne poste ich bei anderer Gelegenheit einmal ein Rezept dazu.

Hier eine kleine Liste üblicher Sprossen, die absolut nicht abschliessend ist:

  • Alfalfa
  • Senf
  • Mungobohnen
  • Zwiebeln
  • Rettich
  • Randen
  • Klee
  • Brokkoli
  • Kichererbsen
  • Linsen
  • Kresse
  • Rucola
  • Hafer
  • Kürbis
  • Sonnenblumenkerne
  • und viele mehr!

Die Samen kann man zum Keimen natürlich in ein professionelles Keimglas legen oder auch einfach auf einen Teller mit einem Rand. Sie sollten stets befeuchtet sein aber nicht im Wasser schwimmen, sie können sonst verderben. Idealerweise deckt man das ganze mit einem durchsichtigen Deckel oder Cellophan zu, damit zwar Licht durchkommt aber die Feuchtigkeit nicht verloren geht. Je nach Art sieht man dann nach bereits einem Tag erste Resultate. 

Sprossen in der Keimschale, ohne Deckel

Hier noch ein paar Ideen zur Verwendung von Sprossen

  • im / auf dem Salat
  • Topping auf Suppen, Gemüse, Waffeln und mehr
  • Belag auf Aufstrichen
  • als Füllung in Pfannkuchen
  • im Curry
  • als salzige Quiche verarbeitet

So, ich kann fast gar nicht mehr aufhören zu schreiben und an den Plänen von Food Movement weiterzuarbeiten. 

Hast auch du Ideen oder Wünsche, welchen Themen & Aktivitäten sich Food Movement in Zukunft vermehrt annehmen soll? Dann melde dich ganz einfach bei uns unter welcome@food-movement.ch

Nun bleibt mir nichts anderes mehr übrig, als euch allen zu wünschen: Bleibt gesund!

Herzliche Grüsse,

Kevin

Sprossenmischung, Brokkoli- und Zwiebelsprossen
Mungobohnensprossen

HEALTHY FRIDAY // FOOD: Nuss-Feigen-Guetzli

Rezept & Fotos: Petra Müller, Freakfood

Heute zeige ich euch ein Rezept für Nuss-Feigen-Guetzli, die man wohl teuer als glutenfrei, zuckerfrei und vegan verkaufen könnte. Und nährstoffreich, nährend, glücklichmachend und GESUND! Auch perfekt für Weihnachten, zum selber essen oder verschenken.

Diese Guetzli sind ideal, um ein Nachmittagszuckertief aufzufangen, um eine Wanderung zu versüssen oder einen kleinen Dessert im Haus zu haben. Diese Guetzli würden sich sogar als Frühstück eignen für alle, die keine Zeit dafür haben und im Zug oder Büro eine Kleinigkeit frühstücken möchten. Die Feigen-Nuss Guetzli sind herrlich fruchtig, nicht allzu süss, und die gemahlenen Nüsse ergeben einen schönen Crunch, sodass sie die Aromen beim Zerkauen so richtig schön entfalten. Ich kann allerdings nicht bloss eins dieser Guetzli essen, obwohl sie sehr sättigend sind – sie haben Suchtpotential.

Nährstoffwissen

Es hat sich zum Glück inzwischen herumgesprochen: Gesunde Fette sind gut für uns. Die Tage der Light-Produkte sind definitiv gezählt. Es kommt natürlich darauf an, WELCHE Fette und in welchen Mengen wir zu uns nehmen. Zu den „guten“ Fetten gehören Oliven- und Rapsöl, aber auch Nüsse, Samen und Avocados. Einige Menschen (darunter ich) leiden deutlich weniger unter Fressattacken oder Zuckertiefs, wenn sie bei jeder Mahlzeit genügend Fett essen.


Feigen sind bekannt für ihre verdauungsfördernde Wirkung, aber natürlich auch für ihren leckeren Geschmack. Getrocknete Feigen enthalten nebst vielen Ballaststoffen auch Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Kupfer.

Quellen:
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21131-2017-02-07.html, Staying Healthy with Nutrition/Elson M. Haas, MD


Nötiges Equipment
– Standmixer
– Stabmixer

Zeitaufwand
2 Std. inklusive Teig kalt stellen und Backen

Zutaten (ergibt 1 Backblech mit 24 – 28 Guetzli)
1 1/2 cups Mandeln (200 g)
1/2 cup Walnüsse (45 g)
2 EL ungeschälter Sesam
2 EL gemahlene Leinsamen (ich mahle ganzen Leinsamen im Standmixer zu „Mehl“)
2 EL Flohsamenschalen
1 TL Vanillepulver
1 Prise Salz
7 getrocknete Feigen (ca. 130 g)
1,5 dl Wasser

Zubereitung
— Die Mandeln und Walnüsse einzeln im Standmixer zu Mehl mahlen (die unterschiedliche Textur und der Fettgehalt der Nüsse verhält sich verschieden, darum ist es einfacher, sie einzeln zu mahlen).
— Nussmehl, Sesam, Leinsamen, Flohsamenschalen, Vanillepulver und Salz in eine Schüssel geben und gut mischen.
— Die Stiele der Feigen abschneiden und die Feigen in kleine Stücke schneiden. In ein hohes Gefäss geben und mit 1,5 dl kochendem Wasser übergiessen. Feigen mit dem Stabmixer pürieren.
— Feigenpüree unter die Nussmasse mischen und zu einem feuchten Teig verarbeiten.
— Ein Stück Klarsichtfolie vorbereiten, ca. 30 cm lang.
— Ringe abziehen, wer welche trägt. Jetzt wird’s klebrig:
Guetzlimasse zu einer Wurst formen und auf die Klarsichtfolie legen.
Folie um die Teigwurst wickeln und eine regelmässig dicke Rolle von 4 – 5 cm Durchmesser formen.
— Teigrolle mind. 1 Stunde in das Gefrierfach legen.
— Fest gewordene Teigrolle aus dem Gefrierfach nehmen und Klarsichtfolie entfernen. Rolle mit einem feingezackten Messer in 5 mm dicke Scheiben schneiden und auf ein Backblech mit Backpapier legen.
— Guetzli backen: 175 Grad, Umluft, 18 – 20 Minuten.
— Guetzli auf einem Gitter auskühlen lassen und in einem offenen Gefäss lagern (da sie innen noch etwas feucht sind, befürchte ich, dass sie sonst schimmeln könnten nach ein paar Tagen).

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Varianten
Wer es würziger mag, kann noch etwas kleingeschnitten Rosmarin unter die trockene Masse mischen. Wer mag, kann auch Zimt oder Kardamom hinzugeben.

RohköstlerInnen können die Feigen 1 Std. in kaltem Wasser einweichen und dann pürieren. Die Teigmasse in Kugeln formen und zum Beispiel in Sesam wälzen und danach im Kühlschrank aufbewahren.

Wer keinen Standmixer hat, kann auch gemahlene Nüsse kaufen. Ob die Guetzli auch mit geschroteten statt gemahlenen Leinsamen zusammenhalten, kann ich leider nicht sagen. Ich würde sagen: Probieren!

Neue Geschäftsleitung: gefunden!

Kevin & Petra

Text & Foto: Petra Müller

Es freut mich sehr, euch den neuen Geschäftsleiter von FOOD MOVEMENT vorstellen zu dürfen: Kevin Nobs. Falls euch der Name bekannt vorkommt, dann ist das kein Wunder. Kevin hat schon HEALTHY FRIDAY-Rezepte für uns verfasst (zum Beispiel den feinen Brennnessel-Hanf-Aufstrich).

Wir sitzen gerade zusammen am Tisch und besprechen ganz lose und unverkrampft die Übergabe, die wahrscheinlich anfangs Februar 2020 über die Bühne gehen wird.

Wir werden Kevin noch genauer vorstellen, aber hier ganz kurz die tollen, passenden Eckdaten seiner Biografie:

2010: Maturarbeit „Heilpflanzen an der Emme“ (als Buch!)
2010 – 2013: Studium der pharmazeutischen Wissenschaften, Uni Basel
2013 – 2018: Studium der Germanistik & Biologie, Uni Bern
2017: Gründung skepping GmbH (Wildkräuter- und Umweltbildung)
2010 – heute: Apotheke Ryser AG, Burgdorf (Labor, Herstellung natürlicher Heilmittel)
2018 – 2021: Ausbildung zum Naturheilpraktiker TEN, SAKE, Bern

Sapperlott, oder?

Ich bin überglücklich!

Ganz herzliche Grüsse von uns beiden, Tulsi-Tee trinkend:
Kevin & Petra