Theresa: Reizdarm-Syndrom

Text & Foto: Theresa Stemick, FabeNu

Mit der FODMAP-Diät endlich wieder zurück zu Wohlbefinden bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Hallo, ich bin Theresa und habe nach vielen Jahren den richtigen Weg für mich gefunden, um mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten wieder relativ beschwerdefrei zu leben. Wie du dir vielleicht vorstellen kannst, war das mit vielen Aufs und Abs verbunden, die sowohl meinen Körper gesundheitlich als auch seelisch belastet haben. Von meiner Geschichte und was ich dadurch alles gelernt habe, möchte ich dir gerne mehr erzählen.

Vor mehr als 9 Jahren hatte ich auf einmal immer wiederkehrende Bauchschmerzen und Unwohlsein. Diese liessen sich an nichts Bestimmtem festmachen. Nach verschiedensten Arztbesuchen und etlichen Untersuchungen wurde eine Fructose-Intoleranz (Fruchtzucker-Unverträglichkeit) diagnostiziert. Mit dieser Diagnose war ich zunächst etwas verunsichert. Was sollte ich denn nun tun? Ich hatte ein paar Tage später ein Gespräch mit einer Ernährungsberaterin. Sie gab mir Lebensmittellisten mit Fructose-Gehalt an die Hand, damit ich einen Anhaltspunkt hatte. Allerdings betonte sie dennoch: „Die Toleranzmenge ist bei jedem anders, probieren Sie es für sich aus.“

Damals war das Thema komplett neu für mich. Ich habe mir dann erstmal ein paar Bücher mit Rezepten, die fructosearm sind, gekauft. So fand ich die ersten Anhaltspunkte, was ich kochen könnte. Dementsprechend stellte ich meine Essgewohnheiten um, so dass ich zunächst nur noch wenig Fructose zu mir nahm. Bald ging es mir erstmal wieder etwas besser.

Das Thema Gesundheit und im Besonderen Ernährung hat mich über die Zeit richtig in seinen Bann gezogen. Vor ca. 3 Jahren entschiede ich mich darum für eine Weiterbildung in diesem Bereich. Mein Wunsch war es, mir fundiertes Wissen anzueignen, um dieses irgendwann an andere Betroffene weiterzugeben. Dabei hat mich die ganzheitliche Sichtweise und das Naturheilverfahren am meisten angezogen. So absolvierte ich die Fernausbildung als Fachberaterin für holistische Gesundheit.

Mit all dem neuen Wissen und den Informationen ging es bei mir noch intensiver in eine Ernährungsumstellung, die so natürlich und gesund wie möglich sein sollte. Dadurch dass ich mich mehr mit gesunder Nahrung beschäftigte, stellte ich zudem fest, dass in industriell verarbeiteten Produkten leider oft Unverträgliches versteckt ist.

Letzten Winter hatte ich auf einmal wieder verstärkt Bauchbeschwerden und keine plausible Erklärung dafür. Ein erneuter Suchprozess nach dem Übeltäter ging los. Meine Befürchtung ging in Richtung Darmfehlbesiedlung oder einer weiteren Intoleranz wie eine Glutenunverträglichkeit oder Laktose-Intoleranz. So liess ich beides untersuchen, aber es konnte nichts konkret nachgewiesen werden. Am Ende stand von zahlreichen Untersuchungen die Diagnose: Reizdarm-Syndrom.

Meine Ärztin hatte von der FODMAP-Diät gehört und dass diese ReizdarmBetroffenen oft helfen würde. Sie gab mir dazu ein paar generelle ausgedruckte Kurzinformationen mit. Das brachte mich dann dazu, mir entsprechende Infos im Internet anzulesen. Ich besorgte mir zudem mehrere Bücher mit Hintergrundinfos und Rezept-Vorschlägen. Ebenfalls empfahl sie mir, weniger Stress zuzulassen. Das ist ja leichter gesagt als getan. Dennoch setzte ich mich dadurch mehr mit Yoga und Meditation auseinander. Diese beiden Möglichkeiten interessierten mich sowieso schon seit Längerem. Dabei stellte ich fest, dass dies tatsächlich Auswirkungen auf mein allgemeines Wohlbefinden hat.

Ich beschäftigte mich mit der FODMAP-Diät, die eine Ernährungsweise für Menschen mit Reizdarmbeschwerden ist. Sie wurde insbesondere zur Behandlung und Reduzierung der Verdauungsbeschwerden entwickelt. Sie basiert auf der Grundlage, dass bestimmte Kohlenhydrate in der Nahrung bei Menschen mit sensiblem Darm Symptome verursachen können. Wenn diese dann über einen bestimmten Zeitraum vermieden werden, führt dies zu einer Verringerung der Verdauungsbeschwerden. Das klang beinahe zu schön, um wahr zu sein.

Ich setzte mich intensiv mit der FODMAP-Diät auseinander, um herauszufinden, wie ich diese für mich umsetzen kann. Bei dem Ernährungskonzept werden die Lebensmittel in gut verdaulich, sprich FODMAP-arm und schlecht verdaulich, genannt FODMAP-reich unterteilt. Dafür steht das Wort: FODMAP als Acronym. Es setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben: fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide and Polyole. Diese sind z.B. reichlich in Weizen, Hülsenfrüchten, einigen Gemüse wie Zwiebeln und Pilzen, Milchprodukten mit viel Laktose und fructosereichem Obst wie Äpfeln enthalten.

FODMAP-arme Lebensmittel dagegen sind viele Gemüse: Karotten, Spinat, Fenchel, Salat, Gurken und fructosearmes Obst wie Erdbeere, Papaya sowie Mandarine. Zudem sind glutenfreies Getreide/Pseudogetreide geeignet: Hirse, Quinoa, Reis und Buchweizen. Ebenso können laktosearme Milchprodukte wie Hartkäse oder laktosefreie Milchprodukte gegessen werden. Proteinreiche Lebensmittel sind Eier, Fleisch und Fisch in unverarbeiteter Form. Also auch jede Menge Lebensmittel, die zunächst bei einer FODMAP-reduzierten Ernährung verzehrt werden können.

Dazu gibt es Listen im Internet und eine ganz hilfreiche App von der Monash-University, die auch Entwickler der FODMAP-Diät sind. Da ich mich ja bereits viel mit Ernährung an sich auseinander setze, wollte ich die Ernährungsumstellung für mich alleine vornehmen. Obwohl sonst viel dazu geraten wird, dies mit einem entsprechenden Ernährungsberater zusammen zu tun.

Mit all diesen Infos ausgestattet analysierte ich meine Ernährung anhand meines Ernährungstagebuchs und schaute, wo ich entsprechende Anpassungen vornehmen konnte. So suchte ich die Gemüsesorten heraus, die als gut verträglich gelten und entsprechende Rezepte oder Ideen, wie ich diese zubereiten kann. Zudem soll Gluten anfangs vermieden werden, was für mich in Bezug auf Brot eine Umstellung war. Denn ich habe zwar schon vorher auf Weizenmehl-Produkte verzichtet und diese durch Dinkelmehl ersetzt. Und ohne Gluten, dass heisst dann wirklich selber backen. Aber auch da habe ich mittlerweile wunderbare Rezepte und auch Backmischungen entdeckt, die glutenfrei sind. Generell esse ich zudem insgesamt weniger Getreide, was sich bei mir sehr positiv auswirkt.

Die 1. Phase der FODMAP-Diät ist eine relativ strikte Diät, in der alle FODMAP-reichen Lebensmittel vermieden werden. Es wird geraten, diese für 6 – 8 Wochen einzuhalten, damit sich der Darm erholen kann und die Beschwerden zurückgehen können. Anfangs waren die App und meine selbst erstellte Liste mein ständiger Begleiter, um zwischendurch immer mal nachzuschauen. Nachdem ich dann einiges an Rezepten für mich gefunden habe, ist es mir immer leichter gefallen. Und der Verzicht auf meine heissgeliebten Avocados wurde erträglicher. Als es mir zudem auch immer besser ging und ich endlich keine Bauchbeschwerden oder nur noch selten welche hatte, war ich echt begeistert. Und sagte mir: Lieber mal eine gewisse Zeit verzichten, wenn es mir dann endlich wieder besser geht.

Anschliessend folgt die zweite Phase, in der es darum geht, die eigene Toleranzschwelle zu ermitteln. Anfangs habe ich zunächst die Nahrungsmittel ausprobiert, die mir am meisten gefehlt haben, z.B. Dinkelbrot oder Avocado. Diese habe ich dann ganz langsam wieder eingeführt, um bestmöglich herauszufinden, was mir in welcher Menge gut bekommt. Dazu führte ich mein Ernährungstagebuch weiter, um Auffälliges entsprechend festzustellen.

Mit der Zeit bin ich aber wieder deutlich experimentierfreudiger geworden und habe mich mehr und mehr an neue Gerichte und auch an die Wiedereinführung von FODMAP-reichen Lebensmitteln gewagt. Dies war mir sehr wichtig, denn insbesondere wenn ich unterwegs bin, ist es viel einfacher, wenn ich eine grössere Auswahl an Verträglichem habe. Und zudem soll die Ernährung auf Dauer nicht zu einseitig sein. Ich weiss nun einige Sachen, die mir nach wie vor gar nicht bekommen, wie z.B. Zwiebeln, und ich vermeide diese komplett.

Da ich im Alltag wenig Zeit und Lust habe, aufwendige Gerichte zu kochen, schaue ich, dass ich mir mit wenigen Zutaten Einfaches und Gesundes zubereite. Es besteht oft aus viel gedünstetem Gemüse mit Hirse oder Quinoa und Kräutern für mittags und abends manchmal mit Fisch, Ei oder ab und zu Fleisch. Wenn ich dann am Wochenende mal mehr Zeit habe, lasse ich mich von tollen Rezepten von Foodblogs, z.B. kochtrotz.de inspirieren und verbringe auch mal mehr Zeit damit, etwas Neues auszuprobieren.

Wenn Du auch von Nahrungsmittelunverträglichkeiten betroffen bist, empfehle ich dir, dich mit dem Thema weiter auseinander zu setzen. Dazu gibt es heutzutage viele Möglichkeiten und mittlerweile auch Infos, dass du ein besseres Verständnis für dich erhältst und herausfinden kannst, was dir am besten helfen kann. Für weitere Tipps zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten und der FODMAP-Ernährung kannst Du gerne auf meiner Webseite Fabenu vorbeischauen.

 

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